Handflächengroßer modularer Mini-PC bietet wechselbares CPU-Modul mit SATA, eDP und 27 GPIO-Pins

Der Markt günstiger Mini-PCs ist voll mit nahezu identischen Intel-N100-Boxen, der Youyeetoo K1 hebt sich aber eher durch seinen Aufbau als durch den Chip ab. Statt auf ein einzelnes festes Mainboard setzt das System auf zwei Teile: ein 82 x 71 mm großes Prozessormodul mit dem Alder-Lake-N-Chip mit vier Kernen und bis zu 16GB LPDDR5-Arbeitsspeicher sowie eine 134 x 92 mm große Trägerplatine, in die es praktisch wie ein RAM-Riegel eingesteckt wird. Grundsätzlich lässt sich damit der Rechenteil austauschen, ohne den Rest des Systems entsorgen zu müssen.
Grundsätzlich lässt sich der Rechenteil austauschen, ohne den Rest des Systems entsorgen zu müssen. Außerdem kann das Core-Board sogar eigenständig betrieben werden, mit eigenem USB-C, MIPI-Displayausgang und 12V-Stromeingang für Installationen mit wenig Platz.
Auf der Trägerplatine zeigt der K1 seinen wohl größten Vorteil. Neben den erwartbaren Anschlüssen wie zweimal Gigabit-Ethernet, HDMI, Mini-HDMI, USB-C und vier USB-Type-A-Ports bietet die voll ausgestattete Carrier-Variante Anschlüsse, die bei Consumer-Geräten selten zu finden sind: einen eDP-Ausgang zum Ansteuern blanker Panels im Laptop-Stil, MIPI-CSI und MIPI-DSI für Kameras und Displays sowie 27 GPIO-Pins und Header für UART, I2C und SPI für Hardware-Basteleien. Auch beim Speicher ist das System flexibel, mit eMMC auf dem Compute-Modul selbst, einem M.2-2280-Slot für NVMe- oder SATA-SSDs sowie einem dedizierten Paar aus SATA-Daten- und Stromanschluss. Ein M.2-E-Key-Slot nimmt ein optionales WiFi-5- oder WiFi-6-Modul mit Bluetooth auf, 4G LTE ist ebenfalls als Add-on verfügbar, und die Platine integriert sogar NFC für Tap-to-Configure-Bereitstellungen.


Der 6 Watt starke N100 ist kein Leistungswunder, führt Windows 10/11, Ubuntu, Debian und OpenWrt aber problemlos für einfache Desktop-Aufgaben, Heimserver, Router sowie Kiosk- oder Digital-Signage-Einsätze aus, also für jene Anwendungsbereiche, auf die diese lüfterlose Plattform ausgelegt ist. Fraglich ist allerdings vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis. Herkömmliche N100-Mini-PCs sind häufig günstiger erhältlich, bezahlt wird hier also gezielt für die Modularität, die industriellen I/O-Optionen und das dokumentierte offene Wiki-Ökosystem.
Der Youyeetoo K1 wird seit Januar 2026 ausgeliefert und kostet in der 8GB/128GB-eMMC-Konfiguration ab umgerechnet 180 Euro, die Version mit 16GB/256GB liegt bei circa 225 Euro. Bei einer direkten Bestellung im Youyeetoo-Shop können zusätzliche Zollgebühren und Einfuhrsteuer anfallen.








