
Hands-On Samsung Galaxy Z TriFold: Besser als das Huawei Mate XT?
Daniel Schmidt 👁 Veröffentlicht am 🇺🇸 🇪🇸 ...
Das Samsung Galaxy Z TriFold markiert Samsungs ersten verkaufsreifen Schritt in die Ära der Tri-Fold-Geräte und positioniert sich klar als technisches Showcase für Nutzer, die Smartphone, Tablet und (teilweise) Notebook in einem Gerät vereinen wollen.

Im gefalteten Zustand liegt es noch halbwegs smartphone-typisch in der Hand, aufgeklappt entfaltet sich jedoch ein rund 10 Zoll großes Dynamic-AMOLED-2X-Panel mit hoher Auflösung und 120-Hz-Bildwiederholrate, das sich geradezu für Multitasking, kreatives Arbeiten und Medienkonsum anbietet. Ergänzt wird das Innendisplay von einem vollwertigen Cover-Screen, der im Alltag die klassische Smartphone-Bedienung ohne Klapp-Aktion ermöglicht und mit hoher Helligkeit sowie schneller Darstellung auch im Freien überzeugen soll.
Herzstück ist ein High-End-SoC aus der Snapdragon-8-Elite-Klasse, flankiert von reichlich RAM und bis zu 1 TB internem Speicher, sodass Performance-Reserven für anspruchsvolle Apps, Multifenster-Betrieb und die zahlreichen Galaxy-AI-Funktionen vorhanden sind. Der Akku setzt auf ein Mehrzellen-Design, um das komplexe Falt-Layout optimal auszunutzen, bietet nominell eine solide Kapazität und unterstützt schnelles Laden (für Samsung-Verhältnisse). Angesichts der großen Displayfläche bleibt die reale Laufzeit aber ein wichtiger Praxispunkt, den ein ausführlicher Test erst noch klären müssen.
Auf der Rückseite verbaut Samsung ein Triple-Kamerasystem mit hochauflösender Hauptkamera, Ultraweitwinkel und Teleobjektiv, das auf dem Papier in der Premiumklasse mitspielen kann und vom Flex-Form-Faktor profitiert, etwa für freihändige Aufnahmen oder kreative Perspektiven, wenn das Gerät halb aufgeklappt als Stativ dient. Hinzu kommen mehrere Frontkameras für Videochats und Selfies, die im Zusammenspiel mit dem großen Innendisplay besonders für produktive Meetings oder Content-Creation spannend sein können. Die Konstruktion mit zwei Scharnieren, Titan-Elementen und verstärktem Glas soll trotz der komplexen Mechanik eine verbesserte Robustheit liefern, bleibt aber naturgemäß empfindlicher als ein klassischer Monoblock.
Samsung Galaxy Z TriFold vs. Huawei Mate XT

Huawei führte mit dem Mate XT (hier im Hands-on) bereits 2024 als Pionier einen eleganten Z-Falt-Mechanismus ein, der nahtlos zwischen 6,4-Zoll-Cover-, 7,9-Zoll-Dual- sowie 10,2-Zoll-Vollbild wechseln kann. Dabei ist es mit minimal 3,6 mm im entfalteten Zustand ultradünn (dickstes Element: 4,25 mm) und 298 Gramm schwer. Samsung (Beuhöhe: 3.9 / 4.2 / 4.0 mm) setzt hingegen auf einen U-förmigen Ansatz mit separatem 6,5-Zoll-Cover-Display und zwei seitlichen Flügeln, die sich zu einem 10-Zoll-Dynamic-AMOLED-2X-Panel öffnen; das Ergebnis ist robuster (IP48), aber klobiger (12,9 mm gefaltet, 309 g) und optisch nüchterner mit dickeren Rändern. Die Rückseite in Carbon-Optik ist zudem sehr anfällig für Fingerabdrücke. Im Gegenzug präsentiert sich das Scharnier des TriFold straffer und vermittelt dadurch einen stabileren Eindruck. Schade ist bei Samsung jedoch, dass es nicht möglich ist, nur zwei Bildschirmelemente zu nutzen. Die Unterschiede in Bauhöhe und Gewicht fallen im Alltag kaum ins Gewicht.
Leistungsmäßig dominiert der Snapdragon 8 Elite for Galaxy (3 nm) im TriFold mit besserer Effizienz und wesentlich höherer Performance, während der 7-nm-Kirin 9010 im Mate XT solide, aber veraltet wirkt und HarmonyOS mit ungewissem Update-Support aufwartet. Kameras zeigen Stärken auf verschiedenen Feldern: Samsungs 200-MPix-Hauptmodul mit 3x-Tele übertrumpft in Auflösung, doch Huaweis 50-MPix-System glänzt mit 5,5x-Periskop-Tele und variabler Blende. Beide besitzen 5.600-mAh-Akkus, doch Huawei lädt schneller (66 W wired, 50 W wireless), während Samsungs 45 W (kabelgebunden) und 15 W (kabellos) nominell langsamer ist.
In summa wirkt Huawei innovativer und flexibler im Design mit mehr Nutzungsszenarien, Samsung hingegen ausgereifter in Displayqualität, Performance und Software. Das TriFold eignet sich besser für Produktivitätsnutzer mit Android-Ökosystem, der Mate XT für Design-Fans und Fotoenthusiasten, die den Preis und HarmonyOS akzeptieren. Dazu sei gesagt, dass es mittlerweile bereits ein Mate XTs gibt (wir berichten), welches in puncto Kamera nochmals deutlich verbessert wurde und auch den schnelleren Kirin 9020 besitzt.
Dennoch, wenn es um moderne Schnittstellen geht, ist das Galaxy Z TriFold im Vergleich Trumpf: Denn das Mate XT hat weder 6-GHz-WLAN noch UWB, von 5G ganz zu schweigen. Das Display des Mate XT arbeitet zudem nur mit einer 90 Hz Bildwiederholrate, bietet dafür aber ein PWM-Dimming mit 1.440 Hz und ist somit wesentlich augenfreundlicher als das Foldable von Samsung.
Letztendlich bleibt es auch eine Frage der Verfügbarkeit.
Galaxy Z TriFold: Einschätzung, Preis und Verfügbarkeit
Das Galaxy Z TriFold ist ein hochspezialisiertes Produkt für Early Adopter, Profis und Enthusiasten, die maximale Displayfläche und Flexibilität wichtiger finden als Gewicht, Preis und Einfachheit. Technisch wirkt das Konzept extrem spannend und durchdachter als frühere Foldable‑Experimente, doch der hohe Einstiegspreis und die offene Frage nach der Alltagstauglichkeit machen es vorerst eher zu einem Prestige-Gadget als zu einem Massenprodukt.
Im Vergleich zum Huawei Mate XT / XTs ist der globale Einsatz dank vollwertigem Google Android einfacher und ohne Einschränkungen möglich, außerdem ist das SoC erheblich schneller und auch 5G wird unterstützt.
In Südkorea ist das Galaxy Z TriFold bereits seit letztem Jahr verfügbar und kostet mit 512 GB umgerechnet rund 2.100 Euro. Auch in den USA ist das Smartphone bereits erfolgreich gestartet und kostet dort $2.899 (ca. 2.455 Euro). Ein Starttermin für Europa oder andere Regionen steht noch aus; Gerüchten zufolge könnte es im Sommer 2026 jedoch so weit sein und zumindest über den Samsung-Shop angeboten werden.




















