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Handy-Kameravergleich: In der Mittelklasse ist die Dominanz groß

Marcus Herbrich, 👁 Daniel Schmidt, Andrea Grüblinger, 25.07.2019

Eines um sie alle zu knechten. Wir analysieren die Kameraqualität der aktuellen Smartphone-Mittelklasse und vergleichen die Resultate mit der aktuellen Android-Kamera-Elite. Wie groß die Unterschiede zwischen dem Google Pixel 3a, Samsungs Galaxy A70 und dem Xiaomi Mi 9T sind, erfahren Sie in unserem umfangreichen Kameratest.

Kameravergleich Google Pixel 3a vs Samsung Galaxy A70 vs Xiaomi Mi 9T

Eines der wohl wichtigsten Eigenschaften eines Smartphones ist die Kamera. Mittlerweile sind einstige High-End-Features wie eine Tripe-Cam oder hochauflösende Sensoren in der Mittelklasse angekommen. Doch wie groß sind die Unterschiede in der Fotoqualität im Vergleich zur Fotoelite im Android-Segment? Welches Mittelklasse-Handy überzeugt am meisten? Wir schicken das Google Pixel 3a, Samsungs Galaxy A70 und das Xiaomi Mi 9T ins Rennen um den Kamerathron im mittleren Preissegment. 

Anhand von verschiedenen Fotomotiven und Lichtsituationen sehen wir uns die Kameraqualitäten der Mittelklasse-Smartphones einmal genauer an. Dabei wird auch die High-End-Riege, bestehend aus dem Samsung Galaxy S10 Plus bei Tageslicht und dem Huawei P30 Pro bei wenig Licht, hinzugezogen. Beide haben sich in unserem Kameratest der Flagship-Smartphones in der jeweiligen Disziplin als Klassenprimus herausgestellt.    

Doch zunächst die technischen Voraussetzungen der verbauten Kameramodule kurz zusammengefasst.

Das Kamerasetup im Vergleich

Google Pixel 3a
Google Pixel 3a
Xiaomi Mi 9T
Xiaomi Mi 9T
Samsung Galaxy A70
Samsung Galaxy A70

Im Gegensatz zur Konkurrenz setzt Google auf eine schlichte Single-Cam-Lösung. Der Sony IMX363-CMOS-Sensor im Google Pixel 3a löst mit 12 Megapixel (4.032 x 3.024 Bildpunkte) auf. Die rückseitige Single-Kamera wird durch einen Dual-Pixel-Autofokus, einer optischen Bildstabilisierung sowie einer lichtstarken Blende von f/1.8 unterstützt. 

Die rückseitige Hauptkamera des Mi 9T löst mit 48 MP, bei einer lichtstarken Offenblende von f/1.75, auf. Der Quad-Bayer-Farbfilter im verbauten Sony-IMX582-Bildsensor kann jeweils 2 x 2 nebeneinanderliegende Pixel zu einem großen Pixel zusammenfügen, sodass mit dem Mi-Phone Aufnahmen mit einer Auflösung von 12 Megapixel entstehen. Das sogenannte 4-in-1-Pixel-Binning erhöht die Lichtempfindlichkeit in den Aufnahmen bei schlechter Beleuchtung. Die restlichen Kameraobjektive der Triple-Cam sind eine 8-MP-Tele- (1,12 µm, f/2.4) sowie eine 13-MP-Ultra-Weitwinkeloptik (1,12 µm, f/2.4). 

Im Samsung Galaxy A70 steckt eine rückseitige Triple-Kamera, dessen Objektive mit 32 MP (1/2.8", Blende F1.7), 5 MP (1/5.0"/F2.2) und 8 MP (1/4.0", F2.2, Ultra-Weitwinkel) auflösen. Letztere deckt mit 123° nahezu das komplette Sichtfeld des menschlichen Auges ab. Ähnlich wie Xiaomi im Mi 9T setzt Samsung bei seinem A70 auf ein Pixel-Binning-Verfahren, sodass 12 MP große Fotos mit dem wahrscheinlich hauseigenen Sensor S5KGD1 der Hauptkamera entstehen.  

Google Pixel 3a Samsung Galaxy A70 Xiaomi Mi 9T
Kameras-Setup Rückseite 12 MPix f/1.8, 28mm, 1/2.55", 1.4µm, HDR 32 MP Weitwinkel (1/2.8"/F1.7), 5 MP für Bokeh-Effekt (1/5.0"/F2.2), 8 MP Ultra-Weitwinkel (1/4.0"/F2.2) 48 MP (Sony IMX582, 1,6 µm, f/1.75) + 8 MP Teleobjektiv (1,12 µm, f/2.4) + 13 MP Ultra-Weitwinkel (1,12 µm, f/2.4), Zoom 2-fach
Kameras-Setup Front 8 MPix f/2.0, 24mm, 1.12µm, HDR 32 MPix 1/2.8", F2.0 20 MPix 20 MP Popup-Kamera (0,8 µm, f/2.2)
Software-Version PQ3B.190750.003 A705FNXXU2ASF5 V10.3.10.0

Aufnahmen mit den rückseitigen Kamerasetups

Wir beschränken uns in diesem Vergleich auf den Foto-, Porträt- und Nachtbildmodus der jeweiligen Hauptkamera jedes Mittelklasse-Handys. Um eine Vergleichbarkeit der Fotos gewährleisten zu können, sind zudem die Kameraeinstellungen in dem jeweiligen Werkszustand belassen, sodass sich die Auflösung der Fotoaufnahmen wie folgt ergibt: Google Pixel 3a - 12 MP, Samsung Galaxy A70 - 12 MP, Xiaomi Mi 9T- 12 MP. 

Zum Zeitpunkt des Kameravergleiches sind die aktuellen Softwareversionen auf den Smartphones installiert. Auf die Optik für Zoom- und Weitwinkelaufnahmen des Xiaomi Mi 9T und Galaxy A70 wurde aufgrund der fehlenden Vergleichbarkeit zum Google Pixel 3a verzichtet. Um Bilddetails zwischen den einzelnen Vergleichsgeräten besser differenzieren zu können, sind alle Bilddateien bei den entsprechenden Fotos hinterlegt. Klicken Sie hierzu auf "full resolution". 

Aufnahmen bei Tageslicht

Bei schwierigen Licht- und Wetterbedingungen der Flussmotivaufnahme zeigen alle Mittelklasse-Smartphones auf den ersten Blick ein ansprechendes Ergebnis. Eine genauere Analyse der Fotos zeigt, dass die eingefangenen Motive mit dem Galaxy A70 etwas überbelichtet sind und die Farben blass wirken. Bei Aufnahmen mit vielen Lichtfacetten kommt die Stärke des Pixel 3a – der Google-High-Dynamic-Range-Modus - gut zur Geltung. Das Foto des Pixel-Handys hat, wie das Blattwerk im Bildvordergrund zeigt, zwar nicht den besten Dynamikumfang, allerdings wirken die Aufnahmen sehr kontrastreich und die Helligkeitsverteilung ist harmonisch. Die einzelnen Bildelemente, wie die Bäume und der Himmel, sind sehr schön voneinander abgegrenzt und auch die Schärfe ist trotz des stürmischen Wetter auf einem guten Niveau. Das Xiaomi Mi 9T liegt unserer Meinung nach qualitativ zwischen dem Samsung- und Google-Handy, auch wenn das Foto etwas zu warm wirkt. Das Mi-Phone besitzt den größeren Helligkeitsbereich, sowohl Blätter im Vordergrund als auch Bäume im Hintergrund, die beim Galaxy A70 untergehen, sind gut abgebildet.  Auch die Schärfe ist auf einem guten Niveau.  

Bei der Farbgebung und Farbechtheit müssen sich das Mi 9T und Galaxy A70 bei allen Motiven dem Pixel 3a geschlagen geben. Das Google-Smartphone überzeugt mit einem ausgewogenen Maß an intensiven Farben ohne dabei unrealistisch zu wirken. Auch die Bildschärfe gefällt uns beim Pixel 3a am besten, gefolgt vom Mi 9T. 

Im Vergleich zum Samsung Galaxy S10 Plus müssen sich, wie zu erwarten, die Mittelklasse-Handys geschlagen geben - so auch das Google-Phone. Die Unterschiede, insbesondere in der Schärfe, fallen beim Pixel 3a aber überraschend gering aus. Gerade bei Naturaufnahmen übertreibt es der koreanische Hersteller mit seiner Farbsättigung, sodass uns die Farben des Pixel 3a insgesamt besser gefallen.          

Google Pixel 3a | Foto-Modus
Google Pixel 3a | Foto-Modus
Samsung Galaxy A70 | Foto-Modus
Samsung Galaxy A70 | Foto-Modus
Xiaomi Mi 9T | Foto-Modus
Xiaomi Mi 9T | Foto-Modus
Samsung Galaxy S10 Plus | Foto-Modus
Samsung Galaxy S10 Plus | Foto-Modus
Google Pixel 3a | Foto-Modus
Samsung Galaxy A70 | Foto-Modus
Xiaomi Mi 9T | Foto-Modus
Samsung Galaxy S10 Plus | Foto-Modus
Google Pixel 3a | Foto-Modus
Samsung Galaxy A70 | Foto-Modus
Xiaomi Mi 9T | Foto-Modus
Samsung Galaxy S10 Plus | Foto-Modus

Im Portrait-Modus zeigt sich ein ähnliches Bild. Das Google Pixel 3a ist sehr kontrastreich, bei dem Baummotiv wirkt es aber etwas überschärft und zu stark gesättigt. Trotz der fehlenden zweiten Linse sind die Unschärfeübergänge größtenteils gelungen und stehen der Triple-Kamera-Konkurrenz in nichts nach. Gerade im Bereich der Wurzel beim Baummotiv zeigt sich das Pixel-Handy von seiner positiven Seite, der Bokeh-Effekt beim Galaxy A70 ist trotz der Optik für Tiefeninformationen schlechter umgesetzt. Gut gefallen haben uns die Resultate mit der Xiaomi-Cam, auch wenn die Augen im Vogelmotiv etwas überbelichtet sind. Das Mi 9T wirkt kontrastreich ohne unrealistisch zu wirken und die Unschärfeübergänge sind ebenfalls passend. 

Google Pixel 3a | Portrait-Modus
Google Pixel 3a | Portrait-Modus
Samsung Galaxy A70 | Portrait-Modus
Samsung Galaxy A70 | Portrait-Modus
Xiaomi Mi 9T | Portrait-Modus
Xiaomi Mi 9T | Portrait-Modus
Samsung Galaxy S10 Plus | Portrait-Modus
Samsung Galaxy S10 Plus | Portrait-Modus
Google Pixel 3a | Portrait-Modus
Samsung Galaxy A70 | Portrait-Modus
Xiaomi Mi 9T | Portrait-Modus
Samsung Galaxy S10 Plus | Portrait-Modus

Aufnahmen bei Nacht und Dämmerung

Die zu erwartenden Unterschiede zwischen der Mittel- und High-End-Klasse sind bei Nachtaufnahmen deutlich ausgeprägter als bei Tagslicht. Bereits bei einsetzender Dunkelheit offenbart das Mi 9T eine ausgeprägte Unschärfe in den Aufnahmen und viele Details verschwimmen ineinander. Auch die Ausleuchtung in unseren Motiven könnte besser sein. Aufnahmen mit dem Mi 9T wirken zu dunkel und zeigen deutlich weniger Dynamik. Etwas schöner und heller werden Nachtfotos mit dem Pixel 3a und Galaxy A70, wobei beide Mittelklasse-Handys ebenfalls deutliche Schwächen aufzeigen. Das Samsung-Smartphone hat die konsistentere Bildschärfe, das Pixel 3a gibt mehr Details dank der besseren Bilddynamik preis. Schattenbereiche wirken bei beiden Smartphones aber als verrauschtes Schwarz und Oberflächenstrukturen, wie der Putz an den Hausfassaden, sind kaum erkennbar.

Auch unter Verwendung des Nachtmodus, bei dem die Aufnahmen über einen bestimmten Zeitintervall zu einem möglichst optimalen Bild zusammengerechnet werden, ist das Huawei P30 Pro unserem Mittelklassevergleichsgeräten nicht nur einen Schritt voraus. Allerdings holt hier das Pixel 3a deutlich in puncto Helligkeit auf. Durch die bessere Ausleuchtung fängt das Google-Handy wesentlich mehr Details ein. Unter schlechten Lichtbedingungen werden Fotos mit dem Nachtmodus des Mi 9T etwas heller, die Detailzeichnung und Fokussierung sind aber weiterhin suboptimal. 

Die Unterschiede beim Galaxy A70 fallen, wie zu erwarten, gering aus. Zwar kann beim Samsung-Handy eine Nachtszenenerkennung aktiviert werden (diese haben wir mit „*“ gekennzeichnet), einen wirklichen Nachtmodus bietet das Mittelklasse-Handy aber nicht. Von allen drei Vergleichsgeräten bietet das Galaxy A70 bei starker Dunkelheit die schlechtesten Low-Light-Qualitäten.       

Google Pixel 3a | Foto-Modus
Google Pixel 3a | Foto-Modus
Samsung Galaxy A70 | Foto-Modus
Samsung Galaxy A70 | Foto-Modus
Xiaomi Mi 9T | Foto-Modus
Xiaomi Mi 9T | Foto-Modus
Huawei P30 Pro | Foto-Modus
Huawei P30 Pro | Foto-Modus
Google Pixel 3a | Nacht-Modus
Samsung Galaxy A70 | Foto-Modus*
Xiaomi Mi 9T | Nacht-Modus
Huawei P30 Pro | Nacht-Modus
Google Pixel 3a | Nacht-Modus
Samsung Galaxy A70 | Foto-Modus*
Xiaomi Mi 9T | Nacht-Modus
Huawei P30 Pro | Nacht-Modus
Google Pixel 3a | Nacht-Modus
Samsung Galaxy A70 | Foto-Modus*
Xiaomi Mi 9T | Nacht-Modus
Huawei P30 Pro | Nacht-Modus
Google Pixel 3a | Foto-Modus
Samsung Galaxy A70 | Foto-Modus
Xiaomi Mi 9T | Foto-Modus
Huawei P30 Pro | Foto-Modus

Aufnahmen mit den Frontkameras

Bereits bei viel Licht zeichnen sich mit den Frontkameras deutliche Unterschiede in puncto Schärfe, Dynamik und Farbechtheit heraus. Motive mit dem Samsung Galaxy A70 werden recht weich und gelbstichtig eingefangen, außerdem neigt die 32-MP-Optik zur Überbelichtung. Das komplette Gegenteil zur Samsung-Kamera stellt das Mi 9T dar. Selfies mit der 20-MP-Pop-Up-Cam sind etwas überschärft und wirken sehr kühl. Dennoch gefallen uns die Aufnahmen des Xiaomi-Handys besser, da es die etwas ausgeprägteren Kontraste und bessere Bildschärfe aufweist. An die Dynamik und vor allem Farbechtheit des Pixel 3a kommen jedoch beide Mittelklasse-Smartphone nicht heran. Die Pixel-Frontkamera liefert sehr schöne, plastische Aufnahmen. Selbst bei einem direkten Vergleich zum Samsung Galaxy S10 Plus gefallen uns die Selfies des Pixel-Handys besser, obwohl das Samsung-Flaggschiff leichte Schärfevorteile bietet. 

Auch die Bokeh-Effekte sind beim Pixel 3a auf einem zufriedenstellenden Niveau. Artefakte sind zwar in dem Übergangsbereich zwischen den Haaren und dem Hintergrund erkennbar, dennoch ist die Unschärfe besser vom Motiv separiert als bei dem Mi 9T. Auch das Galaxy A70 zeigt im Gegensatz zum Galaxy S10 Plus deutliche Artefakte. 

Google Pixel 3a | Portrait-Modus
Google Pixel 3a | Portrait-Modus
Samsung Galaxy A70 | Portrait-Modus
Samsung Galaxy A70 | Portrait-Modus
Xiaomi Mi 9T | Portrait-Modus
Xiaomi Mi 9T | Portrait-Modus
Samsung Galaxy S10 Plus | Portrait-Modus
Samsung Galaxy S10 Plus | Portrait-Modus
Google Pixel 3a | Portrait-Modus
Samsung Galaxy A70 | Portrait-Modus
Xiaomi Mi 9T | Portrait-Modus
Huawei P30 Pro | Foto-Modus

Bei zunehmender Dunkelheit setzt bei allen Smartphones schnell massives Bildrauschen ein, wobei die Aufnahme des Galaxy A70 eher von sehr viel Unschärfe und Weichzeichnung geprägt ist. Von der Ausleuchtung und Farbgebung gefallen uns im Fotomodus die Selfies des Mi 9T am besten. Zwar lässt auch das Xiaomi-Handy kaum noch Bartstrukturen und Details erkennen, bietet dennoch von allen Vergleichsaufnahmen die ansehnlichste Qualität. 

Allerdings hat Google noch einen Trumpf im Ärmel. Im Gegensatz zu der Konkurrenz verfügt das Pixel 3a auch einen Selfie-Nachtmodus. Angesichts der blaustichigen Referenzaufnahme ohne die Bildverbesserungsalgorithmen wirkt der erzielte Effekt des Nachtmodus fast schon beeindruckend. Bei ruhigen Low-Light-Selfies steckt das Pixel 3a jedes andere Nicht-Goolge-Handy mit Frontcam in die Tasche. Jedoch reicht auch hier die Fotoqualität maximal für Social-Media-Inhalte. 

Google Pixel 3a | Foto-Modus
Google Pixel 3a | Foto-Modus
Google Pixel 3a | Nacht-Modus
Google Pixel 3a | Nacht-Modus
Samsung Galaxy A70 | Foto-Modus
Samsung Galaxy A70 | Foto-Modus
Xiaomi Mi 9T | Foto-Modus
Xiaomi Mi 9T | Foto-Modus
Huawei P30 Pro | Foto-Modus
Huawei P30 Pro | Foto-Modus

Fazit - And the winner is ...

Im Test: Google Pixel 3a vs Samsung Galaxy A70 vs Xiaomi Mi 9T. Zur Verfügung gestellt durch Google Deutschland, Notebooksbilliger, Xiaomi Österreich sowie Samsung Deutschland und Huawei Deutschland.
Im Test: Google Pixel 3a vs Samsung Galaxy A70 vs Xiaomi Mi 9T. Zur Verfügung gestellt durch Google Deutschland, Notebooksbilliger, Xiaomi Österreich sowie Samsung Deutschland und Huawei Deutschland.

… im mittleren Preissegment, ganz klar, die Pixel-3a-Reihe des US-amerikanischen Unternehmens mit Sitz im kalifornischen Mountain View. Rein vom Datenblatt scheint es wie David gegen Goliath: während Google für sein Pixel 3a eine Single-Kameralösung mit einer heutzutage geringen Auflösung wählt, fährt die Konkurrenz bestehend aus Samsung und Xiaomi, selbst in der Mittelklasse, mit einer Vielzahl an Kameramodulen und Auflösung von 32 MP respektive 48 MP auf. Doch entgegen gängiger Verkaufsstrategien, dass viele Objektive oder Kamerasensoren mit einer Auflösung jenseits der 30 Megapixel für gute Fotoaufnahmen notwendig sind, zeigt Google, dass für eine hohe Fotoqualität und schöne Unschärfeeffekte eigentlich eine Optik völlig ausreichend ist. Allerdings muss hier ein Verlust an Flexibilität durch den fehlenden verlustfreien Zoom oder der nicht vorhandene Weitwinkelaufnahme in Kauf genommen werden.  

Die Qualität von Smartphone-Kameras im mittleren Preissegment muss sich heutzutage nicht mehr verstecken. Im Vergleich zu Xiaomi und Samsung definiert die Pixel-3a-Reihe für die Mittelklasse aber ein qualitativ neues Niveau. 

Insbesondere die auf dem Papier eher unscheinbare niedrig aufgelöste Frontkamera offenbart in Zusammenarbeit mit den sehr gut optimierten Algorithmen aus dem Hause Google sehr ansprechende Ergebnisse  - und das unabhängig von preislichen Rahmen. Weder bei Tageslicht noch bei Nacht muss sich das Mittelklasse-Handy vor der wesentlich teureren High-End-Konkurrenz verstecken. Vielmehr verweist das Pixel 3a die Kameraelite in unserem Test auf die qualitativ hinteren Plätze. Gerade der Nachtmodus sucht im Bereich der Frontkameraaufnahmen bei wenig Licht seinesgleichen. Gerade in puncto Farbtreue und Kontraste weisen das Xiaomi Mi 9T und Samsung Galaxy A70 Schwächen auf. Letzteres kämpft verstärkt mit Belichtungsdefiziten.  

Auch die rückseitigen Kameramodule der Xiaomi- und Samsung-Smartphones erreichen nicht das Qualitätsniveau der Google-Cam. Gerade bei schwierigen Lichtsituationen kommen die Stärken des Pixel 3a gut zur Geltung. Die Aufnahmen sind kontrastreich, wirken plastisch und überzeugen mit einer natürlichen Farbgebung. Trotz der fehlenden zweiten Linse sind die Unschärfeübergänge größtenteils gelungen und stehen der Triple-Kamera-Konkurrenz in nichts nach.   

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Autor: Marcus Herbrich, 25.07.2019 (Update: 25.07.2019)
Marcus Herbrich
Marcus Herbrich - Editor
Meine große Leidenschaft liegt seit jeher in den mobilen Technologien, insbesondere Smartphones. Als Technikenthusiast ist die Halbwertszeit meiner Geräte nicht gerade hoch und aktuellste Hardware gerade einmal gut genug – Hersteller oder Betriebssystem spielt dabei eine untergeordnete Rolle, Hauptsache State-of-the-Art