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Home-Office-Guide: Welches VPN ist das beste?

Mit dem richtigen VPN verschwindet der eigene Online-Fußabdruck und man wird zum digitalen Geist
Mit dem richtigen VPN verschwindet der eigene Online-Fußabdruck und man wird zum digitalen Geist
Egal, ob man auf der Suche nach dem schnellsten, dem sichersten, dem vielseitigsten oder dem günstigsten VPN-Dienst ist, bei der Vielzahl an Angeboten ist mit Sicherheit das richtige VPN dabei. Im Folgenden haben wir einige der zuverlässigsten Dienste aufgelistet, die in den Bereichen Gaming, Arbeiten oder Surfen im Netz Vorteile bringen.
Christopher Thomas, T. Hinum (übersetzt von Finn D. Boerne), 🇺🇸
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Mit der fast schon explosionsartigen Zunahme an Home-Office-Arbeitsplätzen in den vergangenen Wochen stellt sich vielen Anwendern die Frage nach digitaler Privatsphäre. Der einfachste und am häufigsten gewählte Schritt ist sicherlich die Verwendung eines virtuellen privaten Netzwerks, kurz VPN, um den Datenverkehr vor neugierigen Augen zu schützen. Bei einem VPN handelt es sich um einen relativ simplen Dienst, bei dem sämtlicher Internet-Traffic durch einen Server eines Drittanbieters geschleust wird, ähnlich wie bei einem Proxy-Server. Im Gegensatz zum Proxy-Server ist ein VPN aber dazu gedacht, den Datenverkehr zu verschlüsseln und somit zu verbergen, wo man herkommt und wohin man sich verbindet. Es gibt eine Vielzahl von Gründen, die den Einsatz eines VPN-Dienstes bedingen, egal ob man auf ausländische Webseiten oder Dienste zugreifen will, Peer-to-Peer-Filesharing betreibt, politischer Spionage entgehen will oder muss, Sicherheit bei Verwendung eines öffentlichen WLANs wünscht oder einfach nur eine sichere Verbindung in die Firma benötigt. Wir schauen uns die einzelnen Faktoren näher an und zeigen mehrere der beliebtesten und besten Optionen auf.

Wer zu den Glücklichen gehört, die von zu Hause aus arbeiten können, dürfte auch Interesse an unseren weiteren Artikeln zu diesem sehr plötzlich aufgekommenen Thema haben:

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Worauf man achten sollte

Ganz oben steht Privatsphäre. Ein guter VPN-Dienst bewahrt keine Log-Dateien auf, die eine eindeutige Identifizierung des Benutzers oder seiner Aktionen zulassen würden. Aus diesem Grund ist der wichtigste Faktor bei der Auswahl eines VPN-Dienstes Vertrauen. Wer kein echtes Vertrauen in die Versprechen des VPN-Dienstleisters seiner Wahl hat, der wird mit dem Dienst auch nicht glücklich werden. Wer ganz besonderes Interesse daran hat, unsichtbar und privat zu bleiben, sollte sich nach einem VPN-Dienst umschauen, der nicht in einem der als „5 Eyes“, „9 Eyes“ oder „14 Eyes“ bekannten Länder residiert. Das 5-Eyes-Netzwerk beinhaltet ausschließlich englischsprachige Länder: Australien, Kanada, Neuseeland, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten von Amerika. Im 9-Eyes-Netzwerk gesellen sich Dänemark, Frankreich, die Niederlande und Norwegen dazu, im 14-Eyes-Netzwerk außerdem noch Deutschland, Belgien, Italien, Schweden und Spanien. Je weiter man sich vom Spektrum der 5 Eyes in das Spektrum der 14 Eyes bewegt, desto dünner und lückenhafter wird die Kooperation der Geheimdienste. Trotzdem sollten paranoide Naturen Anwender mit hohen Ansprüchen an Privatsphäre diese 14 Länder tunlichst vermeiden. Ein weiterer Faktor neben Logs und Standort ist das Level an Verschlüsselung, das der Dienst bietet. Nicht alle Anbieter spielen in derselben Liga.

Auch die Performance spielt bei der Wahl des passenden VPN-Dienstes eine entscheidende Rolle. Wenig überraschend erhöht sich durch die zusätzlich notwendigen Schritte und die Umleitung über einen Server eines Drittanbieters auf dem Weg zum Ziel die Latenz der Verbindung nicht unwesentlich und auch die Bandbreite kann leiden. Trotzdem gibt es auch hier gewaltige Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern. In einigen Fällen kann es sogar vorkommen, dass der eigene Provider die Geschwindigkeit bestimmter Dienste, wie zum Beispiel Gaming oder Streaming, bewusst drosselt, um Engpässe im eigenen Netzwerk zu vermeiden. Durch die Verwendung eines VPN kann die Art und Weise des Datenverkehrs maskiert werden, wodurch die Drosselung gar nicht erst greift.

Eher an fortgeschrittene Anwender richten sich die erweiterten Funktionen eines VPN-Dienstes, die den Dienst schneller, stabiler, sicherer und vielseitiger machen. Als Beispiel seien hier Features wie ein Kill Switch, Split Tunneling, Double-Layer-Connections, Unterstützung von VPN-Protokollen wie IKEv2 oder OpenVPN sowie die Möglichkeit, die Verbindung direkt von einem Router aus aufzubauen, um das gesamte dahinterliegende Netzwerk zu schützen, statt jeden Client separat einrichten zu müssen, genannt. Nicht selten verlangen diese Features Knowhow, das über die simple Installation eines VPN-Clients und die Eingabe von Benutzernamen und Passwort hinausgeht. Wer sich aber näher mit den Möglichkeiten auseinandersetzt, kann viel gewinnen.

Und zu guter Letzt wäre da noch der Preis. Viele Anbieter bieten einen kostenlosen Testzeitraum an, wenngleich der volle Funktionsumfang oder die volle Bandbreite nur zahlenden Kunden zur Verfügung stehen. In der Regel kostet es erheblich mehr, wenn man statt eines Abos für einen längeren Zeitraum ein monatliches wählt. Auf der Gegenseite will man natürlich nicht unbedingt in einem Vertrag gefangen sein, der sich als unzureichend herausstellt. Es gibt hunderte verschiedener Anbieter und wie so oft gilt auch hier: Fragt man fünf Anwender nach Empfehlungen bekommt man zehn Antworten. Trotzdem gibt es natürlich einige Platzhirsche, die aus der Masse der Anbieter herausstechen. Hier sind also einige der besten und beliebtesten VPN-Dienste des Jahres 2020.

Anmerkung: Die Reihenfolge der aufgelisteten Dienste ist rein zufällig. Notebookcheck hat mit keinem der im Folgenden aufgeführten Anbieter ein Partnerprogramm abgeschlossen. Für die Empfehlung oder unsere Meinungsäußerung bekommen wir keine monetäre oder sonstige Gegenleistung.

Private Internet Access

Private Internet Access ist schon seit vielen Jahren am Markt und hat eine Vielzahl an eingefleischten Fans. Mit mehr als 3.000 Servern in 30 Ländern gibt es eine große Auswahl an Einwahlpunkten und anders als bei anderen Diensten unterstützt jeder einzelne davon Peer-to-Peer-Filesharing. In unserem Test mit einer 100-Mbit-Internetleitung mussten wir einen Einbruch der Bandbreite von maximal 20 % feststellen, solange die Konfiguration gestimmt hat. Pro Benutzer können bis zu 10 Verbindungen hergestellt werden, was mehr ist als bei den meisten anderen Anbietern. Außerdem gibt es einen 24/7-Support via E-Mail, Domain-spezifische Werbe- und Malware-Filter sowie einen sehr praktischen privaten Browser für iOS, der beim Schließen automatisch sämtliche angesammelten Daten löscht. Fortgeschrittene Anwender werden das hohe Level an Konfigurierbarkeit zu schätzen lernen, so wie zum Beispiel optionale Daten-Authentifizierung, die Wahl der Handshake-Methode zum Verbindungsaufbau oder auch die Wahl zwischen 128- oder 256-Bit-Verschlüsselung. Es gibt außerdem einen eigenen DNS-Server, der individuelle Einträge erlaubt. Ein Client steht für Windows, Android und iOS zur Verfügung. Die Vielzahl an weiteren Features, die wir hier nicht aufzählen konnten, ist aufgrund von PIAs langjähriger Existenz am Markt erklecklich.

Wie fast alle Anbieter verspricht auch PIA keinerlei Logs aufzubewahren. Anders als die meisten Konkurrenten veröffentlicht der Anbieter allerdings regelmäßige Transparency Reports. Dem jüngsten ist beispielsweise zu entnehmen, dass die letzten sechs Vorladungen von Regierungen erfolglos waren und keinerlei Log-Dateien vorlegt wurden. Diese augenscheinlichen Beweise sollen dazu beitragen die Befürchtungen zu zerstreuen, die so mancher Anwender aufgrund des Standorts von PIA haben könnte. Die Firma ist in den USA beheimatet, einem Mitglied der 5 Eyes, die berühmt-berüchtigt dafür sind, Daten über alles und jeden zu sammeln.

Die Kosten sind vergleichbar mit anderen ähnlichen Anbietern und beginnen bei 10 Euro pro Monat bei monatsweisem Abschluss. Sie sinken auf 6 und 3 Euro pro Monat, wenn man sich für 6 oder 12 Monate bindet. Wer einen bewährten und seit vielen Jahren am Markt aktiven Partner sucht und kein Problem damit hat, dass dieser seinen Sitz in den USA hat, der sollte Private Internet Access auf alle Fälle in Betracht ziehen.

PureVPN

PureVPN wurde mit dem durchschnittlichen Endanwender im Hinterkopf entwickelt und konzipiert. Die durchschnittliche Geschwindigkeit liegt bei 200 Mbit/s oder mehr, was für HD-Streaming locker ausreichen sollte. Es gibt insgesamt fünf vorkonfigurierte Verbindungsmodi, die für normale Anwender sicherlich nützlich sein dürften und fortgeschrittene vor die Frage stellen, wo genau die Unterschiede liegen. Zusätzliche Features, wie IPv6 Leak Protection und ein Killswitch mit automatischem Verbindungswiederaufbau stellen sicher, dass das eigene Gerät anonym und verborgen bleibt. Die Android-App beherrscht viele der Features des vollwertigen Windows-Clients, was bei weitem nicht jeder Anbieter schafft. Ebenfalls erwähnenswert ist die Tatsache, dass PureVPN recht gut darin ist, die eigenen IP-Adressen von den Blacklists der Streaming-Anbieter fernzuhalten. Wer also auf regional gesperrte Streaming-Inhalte zugreifen möchte, dürfte hierüber hocherfreut sein.

Auf der Gegenseite steht die Tatsache, dass bei tiefergehenden Tests herausgefunden werden konnte, dass die Anwendung einiges an Informationen zu den eigenen Handlungen vorenthält. Verwendet man beispielsweise die in Windows 10 eingebaute VPN-Funktionalität, ist nicht immer ganz klar, ob die gesetzten Vorgaben bezüglich TCP, UDP oder IKEv2 korrekt umgesetzt wurden. Auch fehlt hierüber eine entsprechende Benachrichtigung. Außerdem gibt es beim manuellen Trennen der Verbindung einen kurzen Zeitraum, in dem die eigene IP-Adresse unter Umständen auslesbar ist. Durchschnittsanwender dürften sich darüber kaum Gedanken machen. Fortgeschrittenen Anwendern, die vollständige Kontrolle über die VPN-Verbindung haben wollen, dürfte dies aber sauer aufstoßen.

Im Jahr 2017 gab es einen Fall, in dem das FBI offensichtlich Daten von PureVPN erhalten hat, um einen Verdächtigen zu fassen, der später wegen Cyberstalking angezeigt wurde. Seitdem hat das Unternehmen seine Datenschutzerklärung gründlich überarbeitet und legt nun viel detailliert offen, welche Daten gesammelt werden. Demzufolge wird ausschließlich die vom Provider vergebene IP-Adresse der Verbindung sowie Zeit und Datum des Verbindungsaufbaus mitgeschrieben. Das mag jetzt zwar nicht unbedingt keinem Logging entsprechen, aber zumindest ist es weniger vage formuliert als bei vielen anderen Anbietern.

PureVPN beginnt bei knapp 10 Euro pro Monat und sinkt auf 7 Euro bei sechsmonatiger Bindung. Je nach Angebot kann man das Zwei-Jahres-Abo oftmals für rund 5 Euro pro Monat bekommen. Auch ein „lebenslanges“ Abo wird angeboten, das streng genommen aber nur zehn Jahre lang läuft und dabei auf gerade mal 10 Euro pro Jahr kommt – ein schwer zu schlagendes Angebot. Zum Preis von einem Euro erhält man eine 7-tägige Testversion, bezahlt werden kann mit allen gängigen Karten, PayPal oder sogar in Bitcoins. Den Paranoiden unter den Anwendern werden sicherlich einige der technischen Details nicht schmecken, aber davon abgesehen ist PureVPN ein gutes Angebot für normale Anwender.

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Mullvad

Mullvad ist zwar einer der weniger bekannten Anbieter, dafür aber sehr stark auf Privatsphäre fokussiert. Der Anbieter sagt explizit, dass ausschließlich die Anzahl der simultanen Verbindungen ermittelt wird. Selbst diese Information wird aber nirgendswo festgehalten, sondern unmittelbar wieder verworfen. Das Level an Transparenz, das Mullvad bietet, sagt sehr viel über den Anbieter. Hinzu kommt, dass als Zahlungsmittel neben Visa und Mastercard auch Bitcoin sowie anonyme Geschenkkarten akzeptiert werden. Wem es also ausgesprochen wichtig ist, im Internet komplett anonym zu bleiben, kommt schwer um Mullvad herum.

Die grafische Oberfläche erlaubt einfache Einstellungen, wie zum Beispiel einen Killswitch, Auswahl von UDP oder TCP sowie IPv6 Leak Protection. Für weitergehende Optionen gibt es ein mächtiges Kommandozeileninterface. Dies setzt zwar einiges an Einarbeitung voraus, die meisten Anwender werden es allerdings nie zu Gesicht bekommen. Ein großer Vorteil ist die Konsistenz der Verbindung. Selbst dann, wenn man Server wechselt oder händisch die bestehende Verbindung über den Task Manager hart abschießt, wird die eigene IP-Adresse zu keinem Zeitpunkt identifizierbar.

Es gibt allerdings auch ein paar Nachteile. Die Performance geht in Ordnung, gehört aber nicht zu den besten. Außerdem ist es auch nicht im Interesse des Anbieters alle Streaming-Media-Plattformen zugänglich zu halten. Der Preis liegt bei 5 Euro pro Monat und wird nicht günstiger, wenn man sich für längere Zeit bindet. Wem eine nahezu unknackbare Privatsphäre mit maximaler Sicherheit bei insgesamt guter Performance wichtig ist, der ist bei Mullvad gut aufgehoben.

ExpressVPN

Der größte Vorteil von ExpressVPN steckt bereits im Namen. Der Anbieter liefert sehr hohe Bandbreite bei gleichzeitig niedrigen Latenzen. ExpressVPN betreibt weltweit tausende Server an über 100 Standorten. Wenn der eigene Router OpenVPN unterstützt, lässt es sich außerdem relativ einfach auf diesem einrichten. Weitere Vorteile sind Unterstützung von IKEv2, Standard und Inverse Split Tunneling, Peer-to-Peer-Filesharing sowie die Möglichkeit der Zahlung via Bitcoin. Außerdem ist der Anbieter verglichen mit vielen anderen schon sehr lange am Markt und bietet einen 24/7-Support via Live Chat. Die Clients für Windows, Android und iOS funktionieren gut und die Firma führt eigene DNS-Leak-Tests durch, um die Sicherheit zu gewährleisten. Den Nutzungsbedingungen ist zu entnehmen, dass zu Analysezwecken neben dem Datum der Verbindung auch die zugegriffenen Server sowie die übertragene Datenmenge mitgeschrieben wird. Die Tatsache, dass die Firma dies so offenwillig kommuniziert, gibt zumindest Gewissheit.

Die Nachteile? Nun, da wäre zum einen der vergleichsweise hohe Preis von 13 Euro bei monatsweiser Buchung und noch immer recht teuren 8 Euro bei Abschluss eines Jahres-Abos. Außerdem erlaubt der Dienst nur drei gleichzeitige Verbindungen pro Account. Wer also viele Geräte sein Eigen nennt, dürfte schnell an die Grenzen kommen. Trotzdem bietet ExpressVPN eines der schnellsten und am einfachsten einzurichtenden und zu nutzenden VPNs.

SurfShark

Als Neuling im Feld der VPN-Anbieter scheint sich SurfShark das beste aller anderen Dienstleister zusammengesucht und zu einem Paket geschnürt zu haben. Es ermöglicht zuverlässig Streaming-Medien der ganzen Welt zu schauen, bremst die eigene Internetverbindung nicht aus und bietet außerdem eine Vielzahl an Privatsphäreoptionen. Diverse Features, um Durchschnittsanwender im Internet vor Malware, Phishing, Tracking und DNS-Leaks zu schützen, sind außerdem ebenfalls mit an Bord. Selbst ein integriertes Alarmsystem mit Überwachung auf gestohlene oder kompromittierte Zugangsdaten ist dabei. Ein spezieller Tarnmodus erlaubt es, allzu restriktive Administratoren, Internetprovider oder gar ganze Regierungen zu umgehen. SurfShark bietet ein breit gestreutes Paket aus Verschlüsselung, Schutz der Identität und Sicherheit im Netz und wurde außerdem von den Fachleuten von Cure53, einer Firma, die sich auf das Auffinden von Sicherheitslücken und Onlinediensten spezialisiert hat, geprüft.

Es fällt uns ehrlich gesagt schwer, echte Nachteile zu finden, selbst in arg restriktiven Regionen wie China. Das Monats-Abo schlägt mit recht teuren 12 US-Dollar zu Buche, fällt aber auf beeindruckende 2 US-Dollar pro Monat bei Abschluss eines Zwei-Jahres-Abos. Zwei Jahre vielseitiger und vergleichsweise schneller Schutz der Privatsphäre für gerade mal 48 US-Dollar sind ein schwer zu schlagendes Angebot.

NordVPN

Für den Erfolg von NordVPN spricht allein schon die sehr große Anwenderbasis. Der Anbieter ist seit vielen Jahren am Markt etabliert und einer der beliebtesten VPN-Dienste. Er bietet schnelle Logins, eine Vielzahl an Servern in unterschiedlichen Regionen, hervorragende Performance und einfachen internationalen Zugang zu Netflix oder den Programmen der BBC. Bei der Suche nach dem besten VPN-Dienst ist NordVPN fast immer ganz oben mit dabei. Die Behauptung, keinerlei Verbindungsdaten zu erheben, wurde mehrfach durch externe Gutachten bestätigt. Außerdem bietet der Anbieter Hilfe bei der Einrichtung via Live Chat.

Da stellt man sich unweigerlich die Frage, warum NordVPN nicht das A und O der VPN-Dienstleister ist. Grund dafür ist ein Vorfall aus dem Jahr 2018. Zugegeben, das Leck war nicht allzu groß – nur ein einziger Server in Finnland war betroffen – aber die Reaktion der Firma darauf hat nicht nur den zeitlichen Verlauf durcheinander gewürfelt, sondern auch bis heute einige Fragen unbeantwortet gelassen. Obwohl es nicht so aussieht, dass tatsächlich Nutzerdaten kompromittiert wurden, ist bis heute nicht ganz klar, was genau schiefgelaufen ist und wo NordVPN Fehler gemacht hat. Somit ist auch absolut unklar, ob sich dieser Vorgang nicht jederzeit wiederholen könnte. Seitdem ist zwar schon einiges an Zeit vergangen und weitere Zwischenfälle sind in diesem Zeitraum nicht bekannt geworden, der Vorfall hat den Ruf des Anbieters aber nachhaltig beschädigt.

Keine Frage – NordVPN ist ein guter Dienst. Teuer zwar, aber die meisten gesetzestreuen Anwender dürften damit ausgesprochen zufrieden sein. Nichtsdestotrotz gibt es im Internet ein kleines, aber ausgesprochen lautstarkes Grüppchen, die kein Vertrauen in diesen sehr beliebten Anwender haben. Und ehrlich gesagt können wir das auch niemandem übelnehmen.

ProtonVPN

Die Firma hinter ProtonVPN hat ihren Sitz in der Schweiz und ist dieselbe, die auch hinter dem zunehmend beliebten ProtonMail-Dienst steht. Dessen Server stehen wortwörtlich in unterirdischen Bunkern und unterliegen den strengsten Datenschutzgesetzen der westlichen Welt. Die Anwendung ist sehr simpel und einfach zu benutzen und basiert auf dem OpenVPN-Protokoll. Alternativ lässt sich aber auch sehr einfach eine IKEv2-Verbindung konfigurieren, die dann über den in Windows 10 eingebauten Dienst verwendet werden kann. Ein beeindruckendes Feature ist Secure Core. Dabei wird eine Verbindung über mehrere Hops zu einem sich physikalisch im Untergrund befindlichen Server aufgebaut, ähnlich wie dies beim E-Mail-Dienst der Fall ist. Dadurch sinkt die Performance zwar spürbar, das Level an Sicherheit und Privatsphäre sucht aber seinesgleichen. Der Anbieter ist weiterhin auch sehr gut darin Webseiten weltweit zugänglich zu halten. Auf Reisen im Ausland ist es dem Autor dieses Artikels zwar bereits passiert, dass zwei beliebte US-Seiten gesperrt waren. Allerdings waren diese auch nach kurzem Kontakt mit dem Support innerhalb eines Tages wieder zugänglich. Das Team von ProtonVPN ist bezüglich technischer Probleme also durchaus auf Zack.

Der Anbieter sitzt außerhalb der 14-Eyes-Zone und verdient sein Geld ausschließlich mit dem Verkauf von Dienstleistungen und nicht mit dem Verkauf von Benutzerdaten. Das einzige Problem, das wir hatten, war die vergleichsweise geringe Anzahl an Servern. Zu Stoßzeiten wie in den vergangenen Wochen ist es dadurch schon mal knapp geworden und die Performance litt spürbar. Wir hatten regelmäßig das Problem, dass die US-Server schlichtweg voll waren, was zu unangenehm hohen Latenzen und insgesamt einer spürbaren Verlangsamung beim Zugriff aus Europa heraus geführt hat. Leider war es uns nicht möglich in Erfahrung zu bringen, ob der Anbieter sein Angebot angesichts der aktuellen Situation plant auszubauen oder nicht. Davon ungeachtet ist die Wahrscheinlichkeit aber recht hoch, dass sich ein Server in unmittelbarer Nähe zum eigenen Standort befindet.

Der Premium-Account kostet vergleichbar viel wie bei anderen Anbietern auch. Monatlich abgeschlossene Verträge liegen bei rund 10 Euro und vergünstigen sich ein wenig, wenn man sich für ein Jahr bindet. Zusammen mit einem ProtonMail-Account gibt es außerdem ein ansprechendes Kombo-Angebot. Wer sich mit wenig Bandbreite zufrieden gibt, kann außerdem den kostenlosen Dienst nutzen. Der kostenlose Account ist einer der besten verfügbaren Dienste. Er bietet zwar keinen Zugang zu allen verfügbaren Features der kostenpflichtigen Angebote und wird außerdem mit Sicherheit zu einer Verlangsamung der Verbindung führen. Trotzdem ist es einer der wenigen kostenlosen VPN-Dienste, die kein maximales Datenvolumen pro Monat haben. Wer an einem simplen und auf Sicherheit bedachten Dienst für den Zugang zu Internet und E-Mail interessiert ist, sollte ProtonVPN also näher in Betracht ziehen.

CyberGhost

Ähnlich wie ProtonVPN liegt auch der Anbieter von CyberGhost außerhalb der 14-Eyes-Zone und hat seinen Sitz in Rumänien. Der Dienst bietet einen schnellen Schutz der Privatsphäre und kann Tracker, Werbung und bösartige Domains blocken, eine Zwangsumleitung zu HTTPS aktivieren, Daten komprimieren um Bandbreite zu sparen und außerdem bis zu sieben Geräte pro Account gleichzeitig verbinden. Der Dienst dürfte mit so ziemlich jedem Betriebssystem funktionieren. Es gibt selbst für den Raspberry Pi oder Synology-NAS-Geräte detaillierte Anleitungen zur Installation. Webseiten wie Hulu und BBC funktionieren so ziemlich weltweit und in einigen Fällen hat CyberGhost sogar zu einer höheren Bandbreite geführt als ohne VPN-Dienst.

Leider ist der Testzeitraum auf gerade mal 24 Stunden beschränkt und erst das Drei-Jahres-Abo stellt mit einem Preis von weniger als 3 Euro pro Monat ein richtig gutes Angebot dar. Vorteilhaft ist die Geld-Zurück-Garantie von 45 Tagen. Wer unzufrieden ist, zum Beispiel aufgrund der unhandlichen Mobile Apps, hat gute Chancen wieder aus dem abgeschlossenen Abo herauszukommen. CyberGhost ist eine gute Wahl für Anwender außerhalb der USA, die auf US-Streaming-Dienste zugreifen wollen. Ganz besonders für alle jene, die sich ein eigenes Heimkino einrichten.

Kostenlose VPNs

Wer nur gelegentlich mal einen VPN-Zugang braucht, dürfte auch mit den kostenlosen Diensten zurechtkommen. Bei häufiger und intensiver Benutzung raten wir allerdings davon ab. Wer monatliche Kosten für einen Premium-Dienst vermeiden will, muss ausgesprochen vorsichtig und achtsam sein. Bei Tunnelbear gibt es beispielsweise neben den guten kostenpflichtigen Diensten auch einen brauchbaren kostenlosen Zugang, der allerdings auf 500 MB pro Monat beschränkt ist. Auf der anderen Seite stehen Anbieter wie Hotspot Shield, die erst bei 15 GB pro Monat die Grenze ziehen und sich - wie der Name schon sagt - dem Datenschutz bei Verwendung öffentlicher WLANs verschrieben haben. Wie oben schon erwähnt gehört der kostenlose Dienst von ProtonVPN zu den am wenigsten restriktiven Optionen. Bei der Vielzahl an guten und bezahlbaren verfügbaren VPN-Diensten raten wir aber allen, denen der Schutz der eigenen Identität wichtig ist, ein entsprechendes Abo abzuschließen und einen kostenpflichtigen Dienst zu nutzen.

Fazit

Der vorliegende Artikel kratzt gerade so an der Oberfläche aller verfügbaren VPN-Dienste. Trotzdem sollte für jeden etwas dabei gewesen sein. Wir haben bewusst von einer Bewertung oder speziellen Empfehlung abgesehen, da die Ansprüche jedes einzelnen Anwenders hochindividuell sind und jede(r) für sich selbst entscheiden muss, welcher Dienst der richtige ist. Der Artikel kann sicherlich als Ausgangspunkt für eigene Recherchen dienen. Egal, ob man sensible Informationen verarbeitet, die vor neugierigen Augen geschützt werden müssen, oder einfach nur anonym im Internet unterwegs sein möchte, es gibt für jeden Bedarf den passenden Anbieter.

Wir würden uns über Kommentare und Anregungen darüber, welcher VPN-Dienst von unseren Lesern favorisiert wird, sehr freuen.

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Finn D. Boerne
Übersetzer: Finn D. Boerne - Translator - 424 Artikel auf Notebookcheck veröffentlicht seit 2017
Geboren in den USA und aufgewachsen in Deutschland bin ich von kleinauf mit beiden Sprachen aufgewachsen und habe meine Sprachaffinität später auch zu meinem Beruf gemacht. Computer haben in meinem Leben schon immer eine wichtige Rolle gespielt und meine Liebe für alles Digitale ist ein wichtiger Bestandteil meines Alltags. Mein besonderes Interesse gilt der Virtual-Reality-Technologie und ich bin äußerst gespannt was da in (näherer) Zukunft noch auf uns zukommen wird.
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Autor: Christopher Thomas,  9.04.2020 (Update: 12.03.2021)