Planetarische Nebel entstehen, wenn ein Stern wie unsere Sonne das Ende seines Lebenszyklus erreicht. Wenn ihm der Brennstoff ausgeht, dehnt er sich zu einem Roten Riesen aus und stößt seine äußeren Hüllen ins All ab. Dadurch wird der weißglühende Kern des Sterns freigelegt. Dieser setzt ultraviolette Strahlung frei, die das zuvor abgestoßene Gas ionisiert und das auffällige rote Leuchten verursacht, das auf dem Bild zu sehen ist.
Auf einer früheren Aufnahme des Roten Spinnennebels erschien der zentrale Stern schwach und blau. Dieses neue Bild zeigt jedoch, wie heiß das Zentrum tatsächlich ist. Ermöglicht wurde diese Aufnahme durch Webbs Nahinfrarotkamera (NIRCam), die einen klaren Blick auf den Zentralstern bietet und den ihn umgebenden heißen Staub sichtbar macht. Astronomen vermuten, dass der heiße Staub den Zentralstern in einer scheibenförmigen Struktur umkreist. Obwohl auf diesem Bild nur ein Stern im Zentrum der Roten Spinne zu erkennen ist, deutet die Sanduhrform des Nebels auf die mögliche Existenz eines verborgenen Begleitsterns hin.
Eine ähnliche Sanduhrform weist der Schmetterlingsnebel auf. Diese Webb-Aufnahme zeigt erstmals die vollständige Ausdehnung der ausgestreckten Lappen der Roten Spinne, die hier in Blau dargestellt sind. Sie erstrecken sich über etwa drei Lichtjahre. Diese Lappen wurden über Tausende von Jahren durch ausströmendes Gas vom Zentralstern geformt. Schnell strömendes Gas vom Zentralstern kollidiert mit älterem Gas. Durch diese Kollision wird das ausströmende Gas abgelenkt und es bildet sich die violette S-förmige Struktur, die im Zentrum des Nebels zu sehen ist.
Dieses Phänomen ist für die wellenförmige Struktur des Nebels verantwortlich. Für die Erstellung dieses Bildes wurden Beobachtungen aus dem Webb-Programm #4571 verwendet. Solche Beobachtungen könnten Astronomen dabei helfen, zu verstehen, wie Jets und Ausströmungen eines sterbenden Sterns bipolare planetarische Nebel formen.













