KI-Roboter-Krieg: LG CLOiD und Nvidia greifen Tesla Optimus und BYD Xiao Di an

LG und Nvidia bauen in Seoul ihre Robotik-Zusammenarbeit massiv aus. In einer neuen Data Factory am LG-Forschungscampus in Yangjae sollen bis Ende 2026 insgesamt 100.000 Stunden Trainingsdaten entstehen. Dafür kombiniert LG reale Daten aus Fertigung, Logistik und Robotereinsätzen mit synthetisch erzeugten Datensätzen, während Nvidia unter anderem Omniverse, Cosmos und die Robotikplattform Isaac liefert. Trainiert werden LGs Cloid-Roboter in nachgebauten Wohnräumen sowie simulierten Produktions- und Logistikabläufen. Interessant ist der Unterschied zum Ansatz von Tesla und BYD: Cloid fährt auf einer rollenden KI-Roboter-Basis, statt auf zwei "Beinen".
Die Daten sollen in LGs Robot Foundation Model einfließen und die Fähigkeiten humanoider Robotersysteme verbessern. Cloid übt bereits Haushaltsaufgaben wie das Holen von Milch aus dem Kühlschrank, das Bedienen eines Ofens sowie das Falten und Stapeln von Kleidung. Der Roboter besitzt zwei Arme mit jeweils sieben Freiheitsgraden und Hände mit fünf unabhängig angetriebenen Fingern. Anders als Tesla Optimus oder Figure 03 läuft Cloid allerdings nicht auf zwei Beinen, sondern auf einer rollenden Basis. Auch 1X NEO zielt auf den Haushalt, während Agility Digit und Apptronik Apollo stärker auf Logistik und industrielle Aufgaben ausgerichtet sind.
LG baut damit sein Robotikgeschäft deutlich aus. Im Juli gründete der Konzern ein eigenes Robotics Business Center und will neben Industrie- und Servicerobotern künftig auch Haushaltsroboter anbieten. Gleichzeitig nimmt der Konkurrenzdruck in China und den USA zu: Tesla entwickelt Optimus als General-Purpose-Humanoiden, BYD arbeitet mit Xiao Di an humanoider Robotik für Produktionsaufgaben, Xpeng entwickelt den Iron und Ubtech bringt mit Walker S2 ebenfalls einen industriell ausgelegten Humanoiden voran. Unitree ist mit G1 und H2 ebenfalls einer der sichtbarsten chinesischen Robotik-Anbieter.
Die geplanten 100.000 Stunden sollen einen kontinuierlichen Kreislauf aus realen Robotereinsätzen, Simulation und KI-Training ermöglichen. Damit will LG seine Roboter schneller für komplexe Aufgaben fit machen und den Einstieg in die Haushaltsrobotik vorbereiten. Einen kurzfristigen Massenstart eines vollständig autonomen Haushaltsroboters garantiert die Kooperation allerdings nicht.














