Ein KVM ermöglicht die Bedienung eines Systems aus der Ferne, indem Tastatur, Video und Maus von einem anderen Rechner aus verbunden werde, womit der Zielrechner von anderswo genutzt werden kann.
Auch wenn dies auf den ersten Blick Programmen wie VNC oder Remote Desktop ähnelt, unterscheiden sich KVM-Lösungen dadurch, dass sie unabhängig von der installierten Software nutzbar und dadurch beispielsweise auch Zugriff auf das BIOS des Systems haben. Dadurch ist es möglich, einen Rechner neu zu starten, wenn das Betriebssystem nicht mehr reagiert, BIOS-Einstellungen zu ändern oder sogar das Betriebssystem aus der Ferne neu zu installieren.
Der Mini-KVM gehört zu dieser Produktkategorie und war das erste Produkt von Openterface, welches im Crowdfunding fast eine halbe Million Dollar einsammeln konnte. Auf Basis dieses Erfolgs startet der Hersteller nun mit dem neuen KVM-Go erneut durch, der sein Finanzierungsziel ebenfalls übertroffen hat.
Der KVM-Go bietet solide technische Daten, darunter einen experimentellen 4K-Modus mit 60Hz sowie Anschlüsse für HDMI, DisplayPort und VGA. Ein integrierter microSD-Slot ermöglicht die Speicherung verschiedener Betriebssysteme und Treiber, die über das Gerät installiert werden können. Die zugehörige Verwaltungssoftware ist für Windows, Linux, macOS und Android verfügbar.
Openterface hebt sich durch seinen Open-Source-Ansatz von anderen Hersteller in dieser Kategorie ab. Sämtliche Schaltpläne, Layouts und 3D-Modelle sollen nach Abschluss der Entwicklung als Open Source veröffentlicht werden. Auch der Quellcode der verschiedenen Anwendungen ist über GitHub zugänglich, unter anderem für macOS, Windows und Linux.
An alternativen KVM-Lösungen besteht unterdessen aber kein Mangel, von Eigenbau-Varianten auf Basis eines Raspberry Pi bis hin zu fertigen Produkten wie dem Gl-iNet Comet (ab 110 Euro im Preisvergleich). Der KVM-Go kostet rund 102 Euro zuzüglich Versand und ist damit ebenfalls etwas teurer als manche vergleichbare Geräte. Der Open-Source-Ansatz sowie der geringe Verkabelungsaufwand könnten dennoch ein starkes Kaufargument für manche Interessenten sein.








