Notebookcheck

LG Velvet offiziell: Wird das etwas zu teure Schmuckstück trendy?

Das LG Velvet ist in Südkorea offiziell und startet dort umgerechnet für etwa 670 Euro.
Das LG Velvet ist in Südkorea offiziell und startet dort umgerechnet für etwa 670 Euro.
In Südkorea ist nun alles bereit für das LG Velvet, die Zukunftshoffnung der abgestraften Mobilsparte bei LG, die nun auf neues Design, Premium-Midrange-Specs und etwas reduzierte Preise im Vergleich zu Galaxy S20 und Co. setzt. Hoffentlich verkalkuliert sich LG da nicht - denn dazu muss das LG Velvet bei den richtigen Leuten zum Statussymbol werden.
Alexander Fagot,
Jobs
Wir erweitern unser Test-Team und suchen Notebook-Enthusiasten für unsere Redaktion. Details

Ab dem 15. Mai können sich Südkoreaner das LG Velvet in die Tasche stecken und zahlen dafür erstmal 899.800 Südkoreanische WON, das sind umgerechnet 670 Euro. Im Rahmen eines "Customer Benefit-Programms" lässt sich der Betrag zwar rückwirkend nach 2 Jahren auf maximal die Hälfte reduzieren, de facto also eine Art Leasing-Programm, bei dem man nach 2 Jahren das Handy an LG retourniert - fraglich ist, ob das reicht, um LG wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen.

Sexy Design

Das LG Velvet ist ein durchaus attraktiv aussehendes Smartphone, mit seinem 3D-Arc-Design setzt es sehr auf Symmetrie und Kurven, auch wenn sich manche wohl etwas moderneres als eine Waterdrop-Notch für die 16 Megapixel Selfie-Cam gewünscht hätten. Die tropfenförmige Triple-Cam an der Rückseite, bei der nur die Hauptkamera ein wenig aus dem Gehäuse hervorragt, ist sicher Geschmackssache, könnte mit ihrer 48 Megapixel Hauptkamera, 8 Megapixel Weitwinkel-Cam und 5 Megapixel Tiefensensor aber Basisanforderungen an eine aktuelle Smartphone-Kamera abdecken.

ASMR-Videos

Mit 8 GB RAM und 128 GB erweiterbarem Speicher, IP68-Zertifizierung sowie 4.300 mAh Akku liefert LG das aktuell übliche, mit möglicher Wacom-Stift-Bedienung des 6,8 Zoll großen Full-HD+ OLED-Displays im Fast-Kinoformat von 20,5:9 könnte man durchaus auch potentielle Galaxy Note-Fans gewinnen. Für die Dual-Display-Fans bietet LG auch wieder ein Case mit Zweitdisplay an. Auch im Velvet stecken zudem wieder einige Multimedia-Schmankerln wie variable Frameraten bei der Time-Lapse-Aufnahme oder ASMR-Video-Aufnahme mit hoher Audioqualität (zu letzterem siehe auch Video unten ab Minute 19.00). Das könnte, abgesehen vom bunten Design-Aspekt, für viele ein attraktives Gesamtpaket werden.

Nicht günstig

Das Problem ist allerdings weiterhin der objektiv zu hohe Preis. Knapp 700 Euro sind zwar für südkoreanische Verhältnisse deutlich weniger als die umgerechnet 950 Euro, die dort ein Galaxy S20 vom Erzfeind Samsung anfangs gekostet hat - man bekommt allerdings auch nur Midrange-Specs, zwar auf Basis des 5G-fähigen Snapdragon 765 in Premium-Qualität aber eben doch eine Kategorie unterhalb des aktuell üblichen Flaggschiff-Niveaus und in diesem Preisbereich herrscht zudem viel Konkurrenz durch chinesische Hersteller wie Oppo, Xiaomi oder OnePlus. 

Trendy Velvet

Wie viel LG in Europa für das LG Velvet verlangen will, ist aktuell noch offen. Viel günstiger als 650 Euro wäre aber wohl unrealistisch und zu diesem Preis muss man ein LG Velvet schon wirklich explizit haben wollen, ein Kassenschlager wird das per se nicht. Ob die neue LG-Strategie daher aufgeht ist noch längst nicht sicher - aber möglicherweise schafft LG ja das Undenkbare und wird wieder trendy bei den richtigen Influencern und ihren Followern - dann wäre der Preis wohl auch, wie bei Apple, Nebensache. Dass man definitiv in diese Richtung plant, zeigt etwa auch das etwas langatmige südkoreanische Promo-Video "LG Velvet on the Digital Runway" (siehe unten), bei der wohl explizit Mode-affines und jugendliches Zielpublikum angesprochen werden soll.

Alle 4 Beträge lesen / Antworten
static version load dynamic
Loading Comments
Diesen Artikel kommentieren / Antworten
Teilen Sie diesen Artikel um uns zu unterstützen. Jeder Link hilft!
> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2020-05 > LG Velvet offiziell: Wird das etwas zu teure Schmuckstück trendy?
Autor: Alexander Fagot,  7.05.2020 (Update: 19.05.2020)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Managing Editor News
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.