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Lenovo Quartalszahlen: Smartphone Geschäft weiterhin ein Schwachpunkt

Lenovo: Smartphone Geschäft weiterhin ein Schwachpunkt
Lenovo: Smartphone Geschäft weiterhin ein Schwachpunkt
Das Geschäft mit Smartphones bereitet Lenovo weiterhin Probleme, auch der schrumpfende PC-Markt hilft dem chinesischen Unternehmen nicht, wie man an den heute bekanntgegebenen Quartalszahlen sieht.

Der führende PC-Hersteller Lenovo tut sich weiterhin schwer die Übernahme von Motorola zu verdauen, außerdem ist Lenovo was Smartphones angeht besonders in China in einer schwierigen Lage. Der Umsatz des chinesischen Konzerns sank im vergangenen Quartal um 19,1 % auf 9,1 Milliarden Dollar, für das gesamte Jahr hat Lenovo einen Umsatz von 44,9 Milliarden Dollar vorzuweisen, 3 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Im letzten Quartal konnte Lenovo einen Gewinn von 180 Millionen Dollar einfahren, was einem Plus von 80 % im Vergleich zum selben Quartal des letzten Jahres bedeutet. Dies wurde durch Umstrukturierungen innerhalb des Unternehmens möglich, durch die man in der zweiten Jahreshälfte das abgelaufenen Finanzjahres insgesamt 690 Millionen Dollar sparen konnte. Insgesamt hat man für das gesamte Geschäftsjahr 2015/2016 jedoch einen Verlust von 128 Millionen Dollar zu verkraften.

Mobile Business Group: Probleme in China und enttäuschende Motorola Integration

Einen schuldigen Geschäftsbereich für dieses Ergebnis kann man schnell finden, wenn man sich die Ergebnisse von Lenovos Smartphone Sparte ansieht: Vor allem China bereitet Lenovo große Probleme. Während man außerhalb Chinas 63 % mehr Smartphones ausliefern konnte, insgesamt 51 Millionen über das gesamte Jahr gesehen, verlor Lenovo im Heimatmarkt massiv Marktanteile. In China musste man bei Smartphones einen Absatzrückgang von 85 % verkraften. Die Schuld daran gibt Lenovo den aktuellen Trends des Marktes, der sich hin zu höherpreisigen Geräten und offene Verkaufsmodelle über das Internet statt über die Netzbetreiber bewegt. Das versucht Lenovo mit dem neuen Sub-Brand ZUK zu kontern, der Kunden von Marken wie Xiaomi, Oppo oder Vivo zurückgewinnen soll.

Ein weiteres Problem stellt die Integration von Motorola da, zu der Lenovo unumwunden zugibt, dass sie die Erwartungen nicht erfüllen konnte bisher, der erhoffte große Erfolg mit der bekannten Marke blieb weiterhin aus. Trotzdem trug Motorola 1 Milliarde Dollar an Umsatz im abgelaufenen Quartal bei, die Mobilesparte insgesamt verbuchte einen Umsatz von 1,7 Milliarden Dollar. Profit machte Lenovo damit nicht, allerdings verbuchte Lenovo damit auch erstmals seit der Motorola Übernahme keinen Verlust im Smartphone Geschäft im letzten Quartal.

PC Group:  Auch Lenovo hat mit dem PC Markt zu kämpfen

Das PC Geschäft bleibt weiterhin Lenovos größter Umsatz- und Profitlieferant, auch wenn der Trend tendenziell nach unten zeigt. Mit 6,2 Milliarden Dollar machten die PC Verkäufe 68 % von Lenovos Umsatz aus, womit Lenovos Abhängigkeit vom PC Markt relativ deutlich wird. Insgesamt 312 Millionen Dollar Profit brachte die PC Sparte Lenovo im vergangenen Quartal, in dem Lenovo 12,1 Millionen PCs auslieferte, was einen Marktanteil von 20,2 % bedeutet.

Um dem Negativtrend im PC Markt gegenzusteuern setzt Lenovo auf wachsende Marktregionen, wobei Lenovo hier den Bereich Gaming und Detachables als Ziele ausweist. Weiterhin betont man, dass man im letzten Quartal im "erweiterten PC Markt", der PCs, Detachables und Tablets umfasse, auf einer Stufe mit Apple stehe.

Enterprise Business Group: Server als weiteres Standbein?

Neben den beiden anderen Geschäftszweigen könnte das Servergeschäft für Lenovo in Zukunft ein weiteres Standbein sein. Der Umsatz des gesamten Jahres lag bei 4,6 Milliarden Dollar, 73 % mehr als im vorigen Jahr. Lenovo ist weiterhin mit der Integration der von IBM übernommenen System x Sparte beschäftigt, dennoch konnte das Servergeschäft einen Gewinn ausweisen.

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Autor: Benjamin Herzig, 27.05.2016 (Update: 27.05.2016)
Benjamin Herzig
Benjamin Herzig - Editor
Ab 2010 habe ich mich mehr und mehr mit Technologie beschäftigt, insbesondere Notebooks haben es mir seitdem angetan. Klar, dass ich sehr schnell auf die detaillierten Tests von Notebookcheck stieß. Mit der Zeit habe ich mehr und mehr über Notebooks gelernt und angefangen, in Foren und Blog-Seiten kleine Reviews zu Notebooks zu schreiben. Um während des Studiums Geld dazu zu verdienen habe ich mein Hobby dann zum Beruf gemacht und stieß 2016 zum Team von Notebookcheck hinzu, mein persönliches Interesse liegt insbesondere bei Business-Notebooks.