Weil Paolo Nicoletti den Namen seines neuen Spiels The Crazy Hyper-Dungeon Chronicles maschinell ins Japanische übersetzen ließ, erschien der Titel dort kurzfristig unter dem Namen „Kuso Dungeon“ – was übersetzt so viel wie „Scheiß-Dungeon“ bedeutet. Der kuriose Übersetzungsfehler ließ das Spiel viral gehen und bescherte dem kleinen Studio Fix-a-Bug unerwartet große Aufmerksamkeit.
Der Erfolg begann mit einem Screenshot, den ein Nutzer auf X teilte (auf Japanisch) und der sich rasend schnell in der japanischen Gaming-Community verbreitete. In einem Interview mit GameSpark (auf Japanisch) erklärte Nicoletti, dass dieser Post eine entscheidende Rolle spielte: „Alle haben gelacht – ich auch wie verrückt!“ Das Missverständnis sei zwar peinlich gewesen, habe sich letztlich aber als unbeabsichtigtes „Marketing in Bestform“ erwiesen.
The Crazy Hyper-Dungeon Chronicles ist ein klassisches Dungeon-Crawler-RPG, in dem Spieler die Kontrolle über verschiedene Charaktere übernehmen und prozedural generierte Verliese voller Kämpfe und Rätsel erkunden. Als Alleinstellungsmerkmal dient das ungewöhnliche Kampfsystem: Die Gefechte laufen rundenbasiert ab, doch jeder Angriff löst ein Quick-Time-Event aus. Mit gutem Timing gelingen kritische Treffer oder zusätzliche Effekte – wer den Moment verpasst, verursacht weniger Schaden oder trifft gar nicht. Untermalt wird das Ganze von einer charmanten Pixel-Optik und einem nostalgischen Synth-Soundtrack, der Erinnerungen an klassische 16-Bit-RPGs weckt.
Auf Steam steht The Crazy Hyper-Dungeon Chronicles bei einer zu 88 Prozent positiven Wertung aus mittlerweile 142 Reviews. Die Community lobt vor allem die humorvolle Inszenierung, die schrägen Dialoge und den engagierten Entwickler. Kritik gibt es hingegen für das langsame Pacing und den begrenzten Platz im Inventar. Beim Kampfsystem gehen die Meinungen auseinander: Einige empfinden es als zu repetitiv, andere sehen darin das Herzstück des Spiels.
The Crazy Hyper-Dungeon Chronicles ist auf Steam für rund 12,80 Euro erhältlich. Wer sich noch unsicher ist, kann vor dem Kauf einen Blick in die kostenlose Demo werfen. Auf dem Steam Deck (erhältlich auf Amazon für 500 Euro) ist das Spiel zwar bisher nicht verifiziert, sollte angesichts seiner geringen Systemanforderungen aber problemlos auf den meisten Handheld-Konsolen laufen.
Nicoletti hat den Titel inzwischen wieder korrigieren lassen. Seine Mutter solle schließlich nicht denken, er habe ein Spiel namens „Scheiß-Dungeon“ veröffentlicht, scherzte er. Auf den Erfolg habe sich der Fehler trotzdem nachhaltig ausgewirkt: Die Wunschlisten-Zahlen stiegen rasant an, und die Demo wurde seit dem viralen Post deutlich häufiger heruntergeladen.














