Wir schreiben das Jahr 2000. Microsoft war bislang vor allem für Windows und PC-Software bekannt, doch ein massives, aus Aluminium gefertigtes X mit grün leuchtendem Kern sollte das für immer verändern. Die Rede ist vom Prototyp der ersten Xbox, bei der es sich damals allerdings nur um ein Showpiece handelte – nicht spielbar, sondern ein Marketing-Symbol zur Abgrenzung von PC-Designs. Die Herstellungskosten lagen zum damaligen Zeitpunkt bei etwa 18.000 US-Dollar.
25 Jahre später ist der Xbox-Prototyp zurück. Das verdanken wir dem US-amerikanischen Tech-YouTuber Tito Perez, dem auf seinem Kanal Nacho Macho Productions über 380.000 Fans folgen. Er hat den ikonischen Prototypen nachgebaut – und zwar in spielbarer Form. Über 6.000 US-Dollar investierte er in das Projekt, davon allein 5.623 Dollar in die Aluminiumteile, die von der Firma PCBWay CNC-gefräst wurden. Das Gehäuse erhielt ein zweigeteiltes Finish: matt auf der Rückseite, hochglänzend auf der Front – von Hand bis Körnung 5.000 poliert.
Die Maße wurden anhand des Originals aus dem Microsoft Store in New York digital rekonstruiert. Für das 3D-Design sorgte der CAD-Experte Wesk. Im Inneren arbeitet echte Xbox-Hardware – allerdings stark modifiziert: Das Netzteil wurde durch USB-C ersetzt, ein HDMI-Mod-Kit und eine SATA-SSD sorgen für zeitgemäße Bildausgabe und schnelle Ladezeiten. Physische Spiele kann der Nachbau allerdings nicht wiedergeben.
Highlight: Das leuchtende Juwel ist jetzt ein Display
Das leuchtende „Jewel“ im Zentrum des Aluminium-X, einst nur grünes Plastik mit Lichtquelle, ist nun ein animiertes LCD-Display, das über ein Raspberry Pi Pico (rund 10 Euro auf Amazon) betrieben wird und beim Start eine Animation des Xbox-Logos zeigt. Künftig soll der Nachbau sogar auf Retro-Events und Gaming-Messen gezeigt werden.
Fans wollen die CAD-Dateien
In den Kommentaren unter dem Video zeigen sich die Zuschauer überwältigt und zollen Macho Nacho Anerkennung für die Detailverliebtheit und den enormen handwerklichen Aufwand. Viele User äußern zudem den Wunsch, dass der YouTuber die verwendeten CAD-Dateien veröffentlicht. Angesichts des enormen Kostenaufwands des Aluminium-Prototyps dürfte ein Großteil der Nutzer vor allem aus Interesse an einer 3D-Druck-Fertigung fragen, die in Verbindung mit einem Display und einem Raspberry Pi optisch einen ähnlichen Effekt erzielen könnte.
Quelle(n)
Macho Nacho Productions via YouTube






















