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Mehr ist nicht immer mehr: Vivo X500 Pro Max Zeiss-Kamera-Test und Reisebericht aus Brasilien Teil 2

Funkelt im Sonnenlicht: Die Vivo X500 Pro Max Kamera begleitet mich einen Monat durch Brasilien.
ⓘ Alexander Fagot, Notebookcheck
Funkelt im Sonnenlicht: Die Vivo X500 Pro Max Kamera begleitet mich einen Monat durch Brasilien.
Der zweite Teil meiner Reise durch Brasilien wird dich unter Anderem zu gigantischen Wasserfällen, einer teils überfluteten Kleinstadt im Kolonialstil und nach Rio de Janeiro führen. Immer mit dabei: Das Vivo X500 Pro Max als treuer Begleiter, an dem ich aber auch einiges zu kritisieren habe. Während mich die Zeiss-Kamera-Qualität in fast allen Situationen beeindruckt, ist die Erfahrung als Kamera-Ersatz in manchen Aspekten erstaunlich unausgereift für ein Kamera-Flaggschiff.

In Teil 1 meines Erfahrungsberichts mit dem Vivo X500 Pro Max in Brasilien habe ich Salvador, Recife und die wunderschöne Altstadt von Olinda besucht, in Teil 2 geht es jetzt Richtung Süden, zuerst mit dem Flugzeug nach Rio und von dort per Bus entlang der Costa Verde nach São Paulo, mit Stop in der Kolonialstadt Paraty. Ein kurzes Wort zum Thema Fliegen in Brasilien: Bei lokalen Flüge innerhalb dieses riesigen Landes fühlt man sich an die Zeit vor 9/11 zurück erinnert. Man muss zwar den Laptop aus dem Handgepäck nehmen, niemand interessiert sich allerdings für Flüssigkeiten oder gar Akkus. Mein Handgepäck voll mit Technik und mehreren Wasserflaschen passierte auf insgesamt vier Flügen sämtliche Scanner im Security-Bereich ohne auch nur einmal näher begutachtet zu werden - ganz ohne moderne CT-Geräte. Ob das aus sicherheitstechnischen Gründen ein Vorteil ist, sei dahingestellt, es war jedenfalls eine Wohltat im Vergleich zum üblichen Prozedere in den meisten anderen Ländern. Übrigens bieten alle brasilianischen Airlines, mit denen ich geflogen bin (Latam, GOL, Azul) ein Mindestmaß an Service , sprich etwa kostenfreier Snack und ein anti-alkoholisches Getränk in Economy, selbst die Discount-Airlines. Kaum in Argentinien gelandet, war es dagegen wieder wie bei Ryanair und Co.
 

Reiseziel 3: Rio der Janeiro

Rio war vor allem aus wettertechnischen Gründen eine Enttäuschung für mich. Das Zentrum von Rio war zwar spannend, die klassischen Fotosujets mit Blick über Christo Redentor und Sugarloaf Mountain blieben mir allerdings verwehrt beziehungsweise waren angesichts der praktisch permanent über Rio hängenden dicken Wolkendecke sinnlos. Am Tag meiner Ankunft war noch perfekter Sonnenschein, den ich (leider) für den Besuch der Copacabana nutzte, der Besuch der Jesus-Statue war für den nächsten Tag geplant. Es wird zwar empfohlen, hierfür und für die Nutzung der Seilbahn auf den Pão de Açúcar Karten online zu reservieren, das hat allerdings den schwerwiegenden Nachteil, dass man unter Umständen bei Schlechtwetter da oben ist, was für Fotos wirklich wenig bringt. Ein Umtausch der Karten ist zwar möglich war mir aber viel zu bürokratisch, billig ist der Spaß ebenfalls nicht. Für die beste Sicht auf Rio. inklusive Sugarloaf Mountain und den Berg Corcovado wo sich die Jesus-Statue befindet, sollte man wohl ohnehin einen anderen Aussichtspunkt dahinter suchen - macht aber wie gesagt nur bei guter Sicht Sinn.
 

Ich vermisse den Vivo X200 Ultra Kamera-Button

An einem Abend gab es dann doch mal einen überraschenden Sonnenuntergang, den ich allerdings nur dank Telekonverter aus dem obersten Stockwerk meines Hotels einfangen konnte - immerhin. Angesichts des verregneten Wetters habe ich vergleichsweise oft auf den Schwarz/Weiß-Stil in der Kamera-App zurückgegriffen, der die gefühlte Stimmung besser einfängt als alle anderen. Im ersten Teil dieser Foto-Story habe ich die teils überfrachtete Kamera-App von Vivo kritisiert, in diesem zweiten Teil möchte ich auf einen zweiten Aspekt der Vivo-Flaggschiffe eingehen, der mich bereits seit dem Vivo X300 Pro frustriert: Der Shortcut-Button.

In meinem Vivo X300 Pro Kamera-Test habe ich primär die Position dieses Buttons an der "falschen" Seite kritisiert, diesmal möchte ich ein Problem ansprechen, das mich regelmäßig bei der Nutzung der Vivo-Flaggschiffe als Kamera frustriert. Es mag ein simpler Bug sein, jedenfalls löst dieser Shortcut-Button regelmäßig den Start einer Videoaufnahme aus, wenn er als Kamera-Button fungiert und innerhalb der Kamera-App absichtlich oder unabsichtlich gedrückt wird. Als jemand, der seine "Kamera" gerne mal auf ein Geländer abstützt, um diese zu stabilisieren, ein permanentes Ärgernis. Offensichtlich bin ich der einzige, der sein Smartphones auf diese Art nutzt, sonst wäre das wohl schon mal wo Thema gewesen. Das folgende Video demonstriert das Problem:
 

Vivo-Flaggschiffe als Kamera

Diese Geschichte mit dem Shortcut-Button aber auch die in mancher Hinsicht überfrachtete Kamera-App sind für mich ein kleines Mysterium, das ich mir nicht erklären kann. Seit Jahren versucht sich Vivo als perfekte Lösung für ambitionierte Fotografen und Videofilmer zu positionieren, die den Smartphone-Formfaktor bevorzugen. Die Qualität der Sensorik, das Processing und der Preis sind definitiv auf hohem Niveau, das Handling als Kamera-Ersatz ist aber erstaunlich mühsam und kompliziert. Dass Vivo (im Gegensatz etwa zu Apple) auf den dedizierten Kamera-Button des Vivo X200 Ultra nach einer Generation wieder verzichtet hat und stattdessen einen derart schlecht positionierten und in der Praxis teils unbrauchbaren Shortcut-Button implementiert hat, ist mir eigentlich unverständlich für eine Marke, die sich im hochwertigen Kamera-Segment positioniert. Für kommende Generationen wünsche ich mir, dass sich Vivo mehr Gedanken über die Usability als Kamera macht, mit Schwerpunkt Schnelligkeit, Konsistenz und Stabilität. Das ist insofern auch der Fokus meines Kamera-Tests, zumal die Qualität der Fotos glaube ich für sich spricht und wenig zu wünschen übrig lässt. Es ist allerdings unnötig kompliziert, das Vivo X500 Pro Max im Alltag als Kamera zu nutzen.
 

Fast ein perfekter Kamera-Ersatz, nur die Usability lässt im Alltag etwas zu wünschen übrig.
ⓘ Alexander Fagot, Notebookcheck
Fast ein perfekter Kamera-Ersatz, nur die Usability lässt im Alltag etwas zu wünschen übrig.

Reiseziel 4: Paraty

Dass Teile der kolonialen Vergangenheit Brasiliens bei einsetzender Flut bewusst überschwemmt werden, war nur einer der faszinierenden Aspekte von Paraty. Als Fotograf liefert das natürlich eine perfekte Gelegenheit für eindrucksvolle Aufnahmen, für die Einwohner muss das allerdings frustrierend sein. Manche Teile des historischen Zentrums versinken auch richtig im Schlamm, generell kommt man auf dem extrem unebenen Kopfsteinpflaster nur sehr langsam voran und muss auch ständig aufpassen, wo man hin tritt. Dennoch: Paraty war ein Highlight dieser Reise, auch eine Bootstour in die Umgebung mit ihren vielen Inseln und Buchten, die praktisch zur Pflichtübung von Touristen gehört und von unzähligen mehr oder weniger kreativ geschmückten und bunten Booten angeboten wird.
 

Kulinarik in Paraty

Bereits in Rio habe ich das erste mal Açaí Bowls probiert, richtig hübsch angerichtet war das sehr eis-ähnliche Produkt allerdings bei Manu in Paraty. Auch die in hundertfachen Varianten angebotenen Pastéis (hier etwa mit Fisch- und Brokkoli-Füllung) sind eine Erwähnung wert. Die begegnen einem in Brasilien aber überall, ähnlich wie Empanadas etwa in Argentinien.
 

10x Zoom auf einer Bootstour

Kurz ansprechen möchte ich auch die drei Bilder eines (laut ChatGPT) Caracara Raubvogels, der sich wohl vom Essen angezogen fühlte und es sich ein wenig auf dem Netz des Schooners gemütlich gemacht hatte. Unten drei Bilder mit 85mm (native Brennweite des Telefotos, 135mm und 250mm (10x Zoom) ohne Telekonverters. Angesichts des durchaus etwas schwankenden Boots und des nicht ganz ruhigen Vogels auf den ersten Blick durchaus gut gelungen, allerdings sieht man insbesondere bei 10x Zoom schon ein paar AI-Artfefakte. Mit Tele-Extender wäre das wohl besser gelungen aber den hat man eben nicht immer mit dabei. 
 

Reiseziel 5: São Paulo

Nach Paraty habe ich auf dem Weg nach São Paulo noch einen kurzen Zwischenstop in Caraguatatuba und São Sebastião eingelegt, würde mich rückblickend aber eher für Ubatuba oder Ilha Grande entscheiden. Als Stadtkind war ich aber ohnehin mehr fasziniert von São Paulo, das von Touristen gewöhnlich eher ignoriert wird. Ich fand die größte Stadt Brasiliens aber durchaus interessant, sie hat jedenfalls mit Abstand den modernsten Flair, zumindest unter den Reisezielen, die ich bisher in Brasilien besucht habe. Neben den vielen bunten Graffitis auf Hausfassaden, fällt einem dort auch stark das sogenannten Pichação auf, kryptische Zeichen auf unzähligen Gebäuden, die offenbar auch eine politische Dimension haben. Das letzte Foto unten zeigt ein prominentes Beispiel hierfür aus dem Zentrum der Stadt. Die neue Monorail-Linie zum Flughafen Congonhas (Linie 17) hat mich einen ganzen Nachmittag beschäftigt. Das Video unten zeigt eine der beiden Weichen in Action, aufgenommen mit dem 400mm Tele-Extender.
 

Authentic Lighting funktioniert noch wie gehabt

Auch im Foto-Paar unten sind die kryptischen Zeichen unübersehbar. Eigentlich ging es mir hier aber um den Vergleich zwischen dem standardmäßig sehr intensiven HDR-Processing von Vivo und dem nun Authentic Lighting benannten Feature (früher Raw Lighting). Funktioniert auch am Vivo X500 Pro Max analog zum Vivo X300 Pro.
 

Das Standard-HDR-Processing der Vivo Kamera-App gefällt nicht immer.
ⓘ Alexander Fagot, Notebookcheck
Das Standard-HDR-Processing der Vivo Kamera-App gefällt nicht immer.
Mittels Authentic Lighting kann man es aber auch abschalten - mehr Kamera-like.
ⓘ Alexander Fagot, Notebookcheck
Mittels Authentic Lighting kann man es aber auch abschalten - mehr Kamera-like.

Der Moment-Modus ist ein versteckter Porträt-Modus

Bereits im ersten Teil kam der neue Moment-Modus zur Sprache, der sich nun ganz links im Modus-Rad der Kamera-App verbirgt. Eher durch Zufall habe ich einen weiteren Aspekt dieses ehemaligen Humanistic Street Photography Modus entdeckt. Er erzeugt standardmäßig Porträt-Aufnahmen, sprich Fotos mit nachträglich veränderbarem Bokeh. Das sieht man nicht nur in der Kamera-App am Bokeh-Label sondern auch auch am ungewöhnlichen F/8.0 Blendenwert im Wasserzeichen. Warum dieser Moment-Modus Porträt-Aufnahmen erzeugt, obwohl er doch eigentlich aus dem Street Photography Modus hervorgegangen ist, bleibt ein Rätsel - zumindest für mich. Das machte allerdings schon das Vivo X300 Pro so, ist mir damals nur nicht aufgefallen, da ich ihn eigentlich ignoriert hatte. Der intensive Blauton von Film 400 passt meiner Meinung nach sehr gut zu dieser Szene, realistisch ist das Ergebnis natürlich nicht.
 

Der neue Film 400 Stil im Moment-Modus erzeugt Porträt-artige Aufnahmen mit anpassbarem Bokeh.
ⓘ Alexander Fagot, Notebookcheck
Der neue Film 400 Stil im Moment-Modus erzeugt Porträt-artige Aufnahmen mit anpassbarem Bokeh.
Zum Vergleich: Das gleiche Motiv im Standard-Fotos-Modus mit Zeiss/Natural-Stil.
ⓘ Alexander Fagot, Notebookcheck
Zum Vergleich: Das gleiche Motiv im Standard-Fotos-Modus mit Zeiss/Natural-Stil.

Der "ultimative" Megapixel-Vergleich

Ich habe im Verlauf dieser Reise mehrmals das gleiche Motiv mit 12/25/50 und im Fall des Telefotos auch 200 Megapixeln aufgenommen. Mangels Stativ ist das aber vielleicht kein allzu fairer Vergleich, zumal insbesondere 50 und 200 Megapixel Aufnahmen länger benötigen als 12/25 Megapixel Fotos. Apropos: Das Aufnehmen eines 200 Megapixel Fotos ist nun deutlich schneller als beim Vivo X300 Pro, letzteres baut das 200 MP Fotos in mehreren Phasen auf, beim Vivo X500 Pro Max ist das in etwa einer Sekunde erledigt. In der Analyse konnte ich allerdings nie einen eindeutigen und reproduzierbaren Vorteil für die höher pixeligen Fotos finden. Zeitweise gibt es minimale Vorteile bei der Schärfe, aber eben nicht konsistent.

Aktuell deswegen ein Vorgriff auf Buenos Aires, wo ich aktuell residiere, bevor ich in Kürze von Ushuaia aus in die Antarktis aufbreche. Ich habe das Vivo X500 Pro Max auf einem flachen Fenstersims gegen die Scheibe gelehnt und den 3-Sekunden-Timer aktiviert, um auch ein etwaiges Verwackeln durch das Drücken des Shutters zu eliminieren. Die folgende Bilderserie ist mit dem 15mm Ultraweitwinkel, der 24mm Hauptkamera und dem 200 Megapixel Telefoto entstanden, jeweils in allen zur Verfügung stehenden Auflösungen. Leider kann unser Bildtool aktuell nicht zum Vergleich unterschiedlicher Auflösungen herangezogen werden, ihr könnt euch bei Interesse aber die Photos unten in einem Bildbearbeitungsprogramm eurer Wahl laden und selbst vergleichen, ich nutze hierfür das sehr empfehlenswerte und kostenlose Tool RapidRaw.
 

15mm Ultraweitwinkel: 12/25/50 Megapixel Vergleich im Detail.
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15mm Ultraweitwinkel: 12/25/50 Megapixel Vergleich im Detail.
24mm Hauptkamera: 12/25/50 Megapixel Vergleich im Detail.
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24mm Hauptkamera: 12/25/50 Megapixel Vergleich im Detail.
85mm Telefoto: 12/25/50/200 Megapixel Vergleich im Detail.
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85mm Telefoto: 12/25/50/200 Megapixel Vergleich im Detail.
85mm Telefoto: 12/25/50/200 Megapixel Vergleich im Detail.
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85mm Telefoto: 12/25/50/200 Megapixel Vergleich im Detail.

Mehr bedeutet nicht immer mehr

Links oben ist immer das 12 Megapixel Foto, dann geht es im Uhzeigersinn nach oben. Angesichts der Tatsache, dass die Dateigröße mit der Anzahl der Megapixel deutlich steigt und Speicher derzeit sehr teuer ist, muss man sich tatsächlich fragen, ob mehr Megapixel auch tatsächlich mehr Details bedeuten. Zumindest mein Fazit lautet auch bei diesem (und allen bisherigen Tests) eher nein. Beim Ultraweitwinkel ist eine minimale Verbesserung mit steigender Pixelzahl erkennbar, beim 85mm Telefoto scheint mir das 25 Megapixel Foto am Schärfsten zu sein, ab 50 Megapixel nimmt die Schärfe sogar eher wieder ab. Einzig bei der 24mm Hauptkamera ist der Unterschied deutlicher erkennbar, hier liefert das 50 Megapixel Foto tatsächlich die schärfste Abbildung, zumindest beim Vergleich oben. 

Man müsste diesen Test vermutlich mit RAW-Aufnahmen und mehreren Fotos wiederholen, zudem mit wirklich bombenfestem Stativ. Aber ich würde mal aus der Hüfte behaupten, dass bei einer freihändigen Aufnahme, wie sie die meisten Menschen im Alltag machen, relativ egal ist, ob man nun mit 12, 25, 50 oder 200 Megapixel aufnimmt. Eigentlich reicht 12 Megapixel in den meisten Fällen aus, wie meine Erfahrung mit dem Vivo X500 Pro Max bisher nahelegt. Kleine Korrektur zu Teil 1 dieser Serie in der ich behauptet hatte, dass die Megapixel-Werte der Fotos stark von diesen Werten abweichen: Das finale Bild enthält das Wasserzeichen, das habe ich nicht berücksichtigt. Rechnet man das weg, stimmen die Angaben aus der App grob.

Reiseziel 7: Iguaçu Wasserfälle im Super El Niño Jahr

Mein letzter Stop in Brasilien war Fox de Iguaçu, an der Grenze zu Puerto Iguaçu in Argentinien (sowie Ciudad del Este in Paraguay). Das Dreiländereck war ein spannender Abschluss meiner Brasilienreise, zumal die Wasserfälle im Vorfeld Schlagzeilen gemacht haben. Mancherorts war zu lesen, dass sie geschlossen seien, das betraf glücklicherweise aber nur einen Steig direkt über die Wasserfälle auf der brasilianischen Seite (Mirante da Garganta do Diabo) sowie den korrespondierenden und deutlich längeren Weg von der Garganta Station zum Garganta del Diablo in Argentinien. Sogar die entsprechende Zug-Station war geschlossen, sodass man auf der argentinischen Seite ein Drittel weniger zu sehen bekam als üblich. 

Dennoch war das Ganze ein gigantisches Erlebnis, das sich in den Photos leider so gar nicht transportieren ließ. Eigentlich hatte ich auch einen ND-Filter für Langzeibelichtungen eingeplant, das klappte aber aus vielerlei Hinsicht nicht, einerseits war der angesichts der unglaublichen Helligkeit rund um die Wasserfälle völlig unterdimensioniert, zweitens sprachen der schmale Pfad (insbesondere auf der brasilianischen Seite) und die riesen Menschenmengen gegen eine ruhige Hand. Schade, dabei wollte ich ausprobieren ob das CIPA 7.0 Versprechen von Vivo tatsächlich eine freihändige Lanzeitbelichtung erlaubt. Immerhin ist mir in Sao Paulo die folgende freihändige 0,6 Sekunden Aufnahme im Pro-Mode gelungen.
 

Freihändig (nur mit Anlehnen an ein Geländer). Naturgemäß nicht so scharf wie auf einem Stativ aber nicht schlecht für ein Handy.
ⓘ Alexander Fagot, Notebookcheck
Freihändig (nur mit Anlehnen an ein Geländer). Naturgemäß nicht so scharf wie auf einem Stativ aber nicht schlecht für ein Handy.

Zu gigantisch für Fotos

Ich hätte mir wohl die Hubschrauber-Tour leisten sollen - angesichts der teils gesperrten Wasserfälle werde ich aber ohnehin nochmal zurück kommen müssen, dann hoffentlich auch besser vorbereitet. Um etwa den Menschenmengen zu entgehen, kann man auf der brasilianischen Seite auch ein (deutlich teureres) Ticket für Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang kaufen, da hat man den Nationalpark dann praktisch für sich alleine. Das würde ich mir vermutlich nächstes Mal leisten. Drohnen sind nicht erlaubt, wer also das gigantische Ausmaß der Wasserfälle in Fotos transportieren will, wird wohl den Hubschauber bemühen müssen. Nach diesem Disclaimer, hier ein paar der Fotos von der brasilianischen Seite, diesmal auch mit Selfies. Die drei Schmetterlinge begegneten mir übrigens erst auf der argentinischen Seite.
 

Mein (zweites) Fazit zum X500 Pro Max

Der Vergleich mit dem Vivo X300 Pro kommt hoffentlich demnächst, allerdings frühestens Ende November, zumal ich jetzt mal zwei Wochen auf einem Schiff Richtung Antarktis unterwegs bin. Nach einem Monat mit dem aktuellen Vivo-Flaggschiff bin ich in Sachen Foto-Qualität zu 95 Prozent sehr begeistert. Bereits das Vivo X300 Pro lieferte sehr konsistente und auf Wunsch (Neutral/Zeiss Stil, Authentic Lighting) sehr neutrale Fotos, die es oft auch mit einer Systemkamera aufnehmen können. Auch auf das Vivo X500 Pro Max konnte ich mich in fast allen Situationen verlassen, einzig nach einer Marathon-Session bei den Iguazu-Wasserfällen mit unzähligen Videos und Fotos reagierte die Kamera-App etwas instabil und brauchte wohl paar Sekunden Ruhe. 

Was es noch zu verbessern gäbe

Die Qualität der Fotos spricht wohl für sich, beim Thema Video greife ich kurz künftigen Artikeln vor: Im direkten Vergleich mit dem Vivo X300 Pro war die Vorschau bei 4K240 Videos etwas ruckelig und das Display oft zu dunkel. Hier muss ich das Ergebnis noch genauer mit dem Vivo X300 Pro vergleichen, mir blieb allerdings in Erinnerung, dass ich bei der Aufnahme am Vivo X500 Pro Max oft nicht viel am Display erkennen konnte, am Vivo X300 Pro dagegen schon. In direkter Nähe der Wasserfälle wurden einige Fotos auch komplett überbelichtet, etwa die folgenden:
 

Ultraweitwinkel nur bis maximal 4K60

Das waren allerdings Ausnahmen, die mir explizit nur in dieser Umgebung aufgefallen sind. Wenn wir bei den (wenigen) Negativ-Punkten sind, möchte ich auch das Ultraweitwinkel erwähnen, dass auch in diesem Jahr maximal 4K60 Aufnahmen unterstützt. Selbst 4K120 ist nicht möglich, das empfinde ich für ein derart teures und hochwertiges Kamera-Flaggschiff in 2026 nicht mehr zeitgemäß. Ich erwarte mir hier keine gleichwertige Qualität wie beim Ultra-Modell aber zumindest 4K120 wäre schon nett, wenn man bei der Hauptkamera mittlerweile 4K240 unterstützt. Das größte Manko der Vivo-Flaggschiffe als Kamera ist für mich aktuell die Usability, wie ich im Zuge der beiden Artikel dargelegt habe. In diesem Bereich hat Vivo aus meiner Sicht mittlerweile den größten Nachholbedarf. Ach ja - ein Modell mit 256 GB Speicher kann ich in 2026 auch nicht mehr empfehlen. Ich habe in diesem Monat bereits zwei Mal alle Bilder sichern und löschen müssen, weil der Speicher voll war. Aber gut, ich habe auch viel mit 200 Megapixel Fotos und 4K240 Videos experimentiert. 

Waters of Brazil: Ein 4K240 Testvideo

Eigentlich sollte oben schon Schluss sein, habe mich nun aber doch noch aufgerafft, Davinci Resolve anzuwerfen und ein paar meiner 4K240 Clips aus Brasilien zu einem kurzen Video zusammenzubauen, entschuldigt die nicht ganz perfekten Übergänge teilweise, bin noch ein Davinci Resolve Newbie. Während manche 4K240 Schwenks ohne Gimbal weniger gut gelingen, vor allem wenn sie zu langsam aufgenommen wurden (sie wackelten dann ein wenig, vor allem in der Vertikalen), zeigen die kurzen Sequenzen unten wohl schon das Potential, das hinter der extremen Zeitlupe steckt, aktuell aber limitiert auf 24mm und 50mm, also die Hauptkamera. Mal sehen ob das im Frühjahr 2027 auch global erwartete Vivo X500 Ultra dieses Feature dann auf die anderen beiden Kameras erweitern wird. Das Vivo X500 Pro Max ist aktuell auf Amazon mit 100 Euro Rabatt erhältlich, ihr könnt es auch in drei Speicheroptionen direkt bei Vivo mit diversen Vorbestellerdeals bekommen.
 

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Autor: Alexander Fagot, 31.10.2026 (Update: 31.10.2026)