VW ID. Golf: Entwicklung vorerst auf Eis gelegt

Volkswagen stoppt vorerst die Entwicklung des geplanten ID. Golf. Wie VW-Markenchef Thomas Schäfer in einem internen Interview erklärte, fehlt dem Konzern derzeit das Geld für die Arbeiten am Elektro-Kompaktwagen, der in Wolfsburg gebaut werden soll.
Die Fakten im Überblick:
- Entwicklungsvorleistungen für den Elektro-Kompaktwagen werden vorübergehend ausgesetzt, eine Streichung ist nicht geplant
- Dem Stammwerk Wolfsburg fehlen rund 300 Millionen Euro zum Sparziel für das laufende Jahr
- Emden und Zwickau halten ihre Fabrikkosten dagegen im Rahmen
Schäfer begründete die Entscheidung mit der angespannten Finanzlage. Nur Wolfsburg hinkt den Vorgaben hinterher; Emden und Zwickau erreichen ihre Kostenziele wie geplant. Erst wenn weitere Einsparungen greifen, sollen die Ingenieure zurück an die Projekte. Die 300 Millionen Euro bezeichnen die Lücke des Werks zum Kostenziel, nicht die Kosten des Golf-Projekts. VW-Finanzvorstand David Powels bestätigte die Pause in der Mitteilung zu den Neunmonatszahlen der Markengruppe Core.
ID. Golf folgt dem Elektro-T-Roc auf SSP
Geplant ist ein Start Anfang der 2030er Jahre auf der Elektroplattform SSP, deren Anlauf sich bereits verzögert hat. Ursprünglich wurde der E-Golf für 2028 oder 2029 erwartet. In Wolfsburg entsteht zunächst ein elektrischer T-Roc auf der SSP-Plattform, der ID. Golf folgt danach. Der Betriebsrat geht davon aus, die Pause kompensieren zu können; am anvisierten Startzeitraum halte man fest.
Marktstart wackelt trotz Betriebsrats-Versprechen
Erstmals seit dem Pandemiejahr 2020 schrieb die Marke VW wieder rote Zahlen im Quartal. Die elektrischen Modelle tragen bislang weniger Marge bei als vergleichbare Benziner und Diesel, zudem erhöhen chinesische Hersteller den Preisdruck. Ein Termin für die Wiederaufnahme der Entwicklungsarbeiten wurde nicht genannt.
Quelle(n)
Reuters, autocar.co.uk Bildquelle: Volkswagen





