Volkswagen-Konzern verliert fast 10 Prozentpunkte: China-E-Autos legen 100 % zu

Der E-Auto-Boom in Deutschland ist real, nur der Volkswagen-Konzern rutscht in der Zulassungsstatistik böse ab. Insgesamt 604.144 reine Batterie-Autos (BEV) erhielten von Januar bis September 2026 ihre Zulassung. Das katapultiert das Marktwachstum auf 58,1 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Stromer krallen sich damit einen deutlich größeren Marktanteil an allen Neuzulassungen, der von 18,1 auf satte 27,2 Prozent hochschießt.
Volkswagen-Konzern verliert im Wachstumsmarkt an Boden
Zwar verteidigt der Volkswagen-Konzern mit 207.586 BEV-Neuzulassungen seine Position als Marktführer, das eigene Wachstum von 22,5 % hinkt dem Gesamtmarkt jedoch dramatisch hinterher. Die Quittung folgt beim Marktanteil: Dieser kracht von rund 44 auf nur noch 34,4 Prozent zusammen. Ein satter Verlust von fast 10 Prozentpunkten mitten in einem hochdynamischen Automarkt.
Das absolute Sorgenkind bleibt die Kernmarke VW. Mageres Null-Wachstum und exakt 76.024 neu zugelassene Elektroautos bedeuten de facto Stillstand. Die Bilanz des Autokonzerns stützen maßgeblich die anderen Marken: Skoda pumpt 55.996 E-Autos in den Markt (plus 62 %), Audi steuert 39.525 BEV-Neuzulassungen bei (ein Zuwachs von 40,7 Prozent). Auch Seat mit 28.267 Elektroautos (plus 19,3 %) sowie Porsche mit 7.774 Einheiten (plus 9,3 %) verbuchen ein solides Plus.
Chinesische Elektroautos verdoppeln ihre Zulassungen
Besonders stark wachsen die chinesischen Elektroautohersteller. Zusammen erreichen sie laut CAM-Auswertung von Januar bis September 2026 insgesamt 69.327 BEV-Neuzulassungen in Deutschland. Das entspricht einem Plus von 100,1 Prozent. Ihr Marktanteil steigt von rund 9 auf 11,5 Prozent.
Einzelne Automarken legen noch stärker zu. Leapmotor steigert seine Neuzulassungen um 295,4 Prozent auf 15.128 Elektroautos. BYD bleibt in Deutschland weiter auf Erfolgskurs und wächst um 128,9 Prozent auf 16.355 E-Autos. Xpeng kommt auf 7.023 BEV-Neuzulassungen und legt damit um 278,6 Prozent zu. MG steigert sich um 32,9 Prozent auf 8.520 Fahrzeuge.
Auch andere große Autobauer wachsen im deutschen Elektroauto-Markt. Tesla erreicht 44.810 Neuzulassungen und legt um 201,9 Prozent zu. Mercedes-Benz kommt auf 44.081 Fahrzeuge, ein Plus von 91 Prozent. Einen massiven Sprung verzeichnet der Stellantis-Konzern, der seine BEV-Neuzulassungen um 103,4 % auf 56.407 Einheiten pusht. Bei der BMW Group stehen am Ende 63.819 Elektroautos und ein Plus von 41,6 Prozent in der Bilanz. Trotzdem bluten die Münchner beim Marktanteil: Dieser schrumpft spürbar von 11,8 auf 10,6 Prozent zusammen, es gehen also 1,2 Prozentpunkte verloren.

Harter Kontrast zwischen Innovation und realen Verkäufen
Die Zulassungszahlen sind von der Bewertung technologischer Innovationen zu unterscheiden. Im kumulierten CAM-Innovationsranking für den Zeitraum 2021 bis zum 1. Halbjahr 2026 liegt Geely mit 207 Punkten vorn. Es folgen der Volkswagen-Konzern mit 204 Punkten und BYD mit 192 Punkten. Mercedes-Benz erreicht 147 Punkte, BMW 135 Punkte.
Tesla fällt in diesem Ranking von Platz 6 auf Platz 11 und liegt damit erstmals seit Beginn der Auswertung im Jahr 2016 außerhalb der Top 10. Im 1. Halbjahr 2026 erreichten Mercedes-Benz und BYD jeweils rund 40 Innovationspunkte, der Volkswagen-Konzern kam auf 39 Punkte. Tesla erzielte 3,4 Punkte.
Reine Verkaufsmasse und echte technologische Durchschlagskraft driften hier massiv auseinander. Während sich der Volkswagen-Konzern zwar bei den deutschen Zulassungen an die Spitze klammert, aber heftige Marktanteils-Verluste hinnehmen muss, pushen die chinesischen Autobauer ihre Verkaufszahlen extrem nach oben. Prof. Dr. Stefan Bratzel zieht mit dem Center of Automotive Management (CAM) in der aktuellen Studie jedoch eine scharfe Trennlinie. Der dort integrierte Tech-Index knöpft sich ausschließlich messbare Innovationen der Fahrzeuge vor - bloße Absatzerfolge spielen für dieses Ranking absolut keine Rolle.
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