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Meta Muse Wonder: Spitzenmodell startet, Europa schaut vorerst zu

Hand hält ein Smartphone vor einem großen Meta-Logo
ⓘ Julio Lopez / Pexels
Meta hat mit Muse Wonder neue KI-Modelle für Agenten vorgestellt (Symbolbild)
Meta hat mit Muse Wonder und Muse Wonder Full seine bisher stärksten KI-Modelle vorgestellt. Entwickler können Wonder sofort über die Meta Model API und Muse Code nutzen, in der Muse-App kommt es erst später und zuerst für zahlende Kunden. Die App selbst gibt es nur in den USA und Kanada. Was die Benchmarks taugen und was Nutzer in Deutschland davon haben.

Meta hat am 12. Oktober zwei neue Sprachmodelle vorgestellt. Muse Wonder und die größere Variante Muse Wonder Full bauen auf Muse Spark auf und sind laut Meta auf Agenten zugeschnitten, also auf KI, die für dich Aufgaben erledigt. Als Beispiele nennt der Konzern einen Versicherungsfall bearbeiten, einen Mietvertrag verstehen oder eine funktionierende App bauen. Meta hebt dabei Active Memory hervor, das Wichtiges über mehrere Gespräche hinweg behalten soll, und Active Focus. Damit soll das Modell bei schwierigen Aufgaben dranbleiben, andere Wege probieren und vor wichtigen Schritten nachfragen. Beide Modelle verarbeiten laut Decrypt bis zu eine Million Token Kontext.

Wer Muse Wonder jetzt nutzen kann

Sofort verfügbar ist Muse Wonder für Entwickler über die Meta Model API und über Metas Coding-Agenten Muse Code. Wonder Full bekommen nur Abonnenten von Muse Code. In der Muse-App, Metas persönlichem KI-Agenten, soll Wonder erst bald arbeiten und zuerst bei zahlenden Kunden ankommen. Einen Termin für Gratisnutzer gibt es nicht. Eine Länderliste für die API nennt Meta in der Ankündigung ebenfalls nicht.

Für Deutschland ist die App ohnehin keine Option. Muse startete im September in den USA, seit Mitte September ist die App auch in Kanada erhältlich. Europa fehlt weiterhin, wie wir zuletzt beim Start der iPad-App berichtet haben. Meta ist damit nicht allein. Googles Agent Gemini Spark, der seit dem 12. Oktober als Task-Knopf direkt im Gemini-Chat steckt, ist laut Google-Hilfe im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz und in Großbritannien nicht verfügbar.

Was die Benchmarks taugen

Meta wirbt vor allem mit eigenen Zahlen, und auf dem selbst entwickelten Personal Superintelligence Index kommt Wonder Full auf 59,1 Punkte, Claude Opus 5.5 auf 55,2 und GPT-6 Astra auf 54,5. Wie dieser Index berechnet wird, hat Meta nicht offengelegt. Den Coding-Vergleich SWE-Marathon nennt der Konzern selbst nicht kontrolliert, sein Modell lief dabei mit maximalem Aufwand.

Unabhängig gemessen sieht es nüchterner aus. Im Intelligence Index von Artificial Analysis, einem Mittel aus zehn Tests, liegt Claude Opus 5.5 mit 58 Punkten vorn. Wonder Full teilt sich mit 56 Punkten den Platz mit Claude Sonnet 5.5. Das normale Muse Wonder, das Entwickler kaufen können, kommt auf 52 und liegt einen Punkt hinter GPT-6 Astra und Claude Fable 5.1. Meta rückt damit nah an die Spitze heran, vorn liegt das Modell aber nicht.

Preis und Datenschutz

Über die API kostet Muse Wonder 4 US-Dollar pro Million Eingabe-Token und 20 US-Dollar pro Million Ausgabe-Token. Das entspricht dem Preis von Claude Opus 5.5, OpenAIs GPT-6 Astra verlangt laut Decrypt 10 und 50 US-Dollar. Wer einfach nur chatten will, ist ohne Abo bei anderen Anbietern besser aufgehoben, ChatGPT etwa hat GPT-6 Luna gerade in den kostenlosen Chat gebracht.

Weil Agenten Zugriff auf Mails, Kalender und Dokumente bekommen, hat Meta die Modelle nach eigener Aussage darauf trainiert, private Informationen nicht ohne Erlaubnis weiterzugeben. Einen ausführlichen Sicherheitsbericht kündigt der Konzern nur für später an, ein Datum fehlt. Für Nutzer in Europa ist heute ohnehin eine andere Einstellung wichtiger. Meta trainiert seine KI mit öffentlichen Beiträgen von Facebook und Instagram, und den Widerspruch dagegen erklärt unser Ratgeber zum KI-Training.

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Autor: Steffen Zahn, 13.10.2026 (Update: 13.10.2026)