Microsoft veröffentlicht lautloses Surface Pro 12 Gen 2 mit 5G

Microsoft hat seine beliebte Surface-Reihe um die zweite Generation des Surface Pro mit 12-Zoll-Display erweitert. Der neue 2-in-1-Laptop nutzt den aktuellen Qualcomm Snapdragon X2 Plus mit sechs CPU-Kernen, der die Leistung bei lokalen KI-Anwendungen deutlich steigern soll.
Snapdragon X2 Plus: KI- und Alltagsleistung
Das Surface Pro profitiert von der überarbeiteten Snapdragon-X2-Plus-CPU, deren NPU bis zu 80 TOPS für den KI-Assistenten Copilot und andere lokale KI-Aufgaben bereitstellt. Dazu zählt etwa die Erstellung von Bildern und Videos anhand von Texteingaben. So lassen sich im Büro, zu Hause oder für Social Media Word-Dokumente, Webseiten und Social-Media-Inhalte lokal erzeugen, ohne für KI-Dienste in der Cloud bezahlen zu müssen.
In Microsofts Tests erreicht das neue Surface gegenüber dem Vorgänger eine bis zu 95 Prozent höhere NPU-Leistung im Procyon-AI-Benchmark. Die GPU-Leistung steigt laut dem Hersteller im 3DMark Steel Nomad Lite um bis zu 60 Prozent, während der Procyon Office Productivity eine um bis zu 17 Prozent höhere Office-Leistung ausweist.
Das lüfterlose Design des Surface Pro 12 ist in Bibliotheken oder bei Live-Tonaufnahmen von Vorteil, geht allerdings zulasten der Leistung. Im Notebookcheck-Test hat die erste Generation im Cinebench-R15-Multi-Dauertest durchschnittlich 844 Punkte erreicht. Das liegt unter den 1.293 Punkten eines Surface Pro 9 aus dem Jahr 2023, dessen aktiv gekühlter Intel Core i7-1255U über zehn Kerne und zwölf Threads verfügt.
Spezifikationen
Das 12-Zoll-Surface ist mit 16GB oder 24GB LPDDR5x-RAM sowie 256GB oder 512GB Speicher erhältlich und richtet sich damit klar an Nutzer mit weniger anspruchsvollen KI-Aufgaben. Höher positionierte Surface-Modelle wie das Surface Pro for Business mit 13-Zoll-Display und Intel-CPU lassen sich dagegen mit bis zu 64GB RAM konfigurieren.
Während andere Surface-Spitzenmodelle optional einen OLED-Touchscreen bieten, beschränkt sich das Surface Pro 12 der zweiten Generation auf einen LCD-Touchscreen mit 90Hz und 2196 x 1464 Pixeln. Er erkennt zehn gleichzeitige Berührungen, erreicht 500 Nits Helligkeit und bietet ein Kontrastverhältnis von 1.400:1.
Zum Zeichnen und Schreiben lassen sich die Finger oder beliebige Eingabestifte mit Unterstützung für das Microsoft Pen Protocol (MPP) verwenden. Dazu gehört der Surface Slim Pen der zweiten Generation, der zur Aufbewahrung und zum kabellosen Laden magnetisch an der Rückseite haftet. Die optionale Tastatur für das 12-Zoll-Surface-Pro wird magnetisch an der Unterkante befestigt und dient zugleich als Abdeckung. Der integrierte Standfuß lässt sich zum Tippen oder Zeichnen um bis zu 165 Grad aufklappen.
Auf der Vorderseite sitzt eine 1080p-Webcam, die die Anmeldung per Gesichtserkennung über Windows Hello ermöglicht. Auf der Rückseite befindet sich eine 10-Megapixel-Kamera. Hinzu kommen zwei Mikrofone und zwei Dolby-Atmos-Lautsprecher mit jeweils 2 Watt Leistung.
Für drahtlose Verbindungen stehen WLAN 7 und Bluetooth 5.4 bereit, optional ist ein 5G-Mobilfunkmodul erhältlich. Kabelgebundene Peripherie lässt sich über zwei USB-C-3.2-Anschlüsse verbinden, die Laden per Power Delivery mit 60 Watt, DisplayPort 1.4a und Thunderbolt 4 unterstützen.
Die zweite Generation soll bis zu 15,5 Stunden Videowiedergabe und 13 Stunden Surfen im Internet ermöglichen. Für die erste Generation nennt Microsoft 16 beziehungsweise zwölf Stunden. Das leichte Tablet wiegt 690 Gramm und misst 274 x 190 x 7,8 mm.
Kompatibilität von Windows on ARM
Die aktuellen Snapdragon-X2-Plus-Prozessoren bieten zwar deutlich mehr KI- und GPU-Leistung, sind als ARM-Chips aber anders als Intel- oder AMD-Prozessoren nicht vollständig mit herkömmlichen Windows-Anwendungen für 32- und 64-Bit-Systeme sowie deren Treibern und Peripheriegeräten kompatibel. Beispielsweise läuft Avid Media Composer nicht auf Snapdragon-Rechnern. Die Videoschnittsoftware wird bei sämtlichen Hollywood-Blockbustern mit einem Einspielergebnis von mehr als umgerechnet rund 438 Millionen Euro eingesetzt. Gängige Anwendungen wie Microsoft Office, Edge, Outlook und Teams funktionieren hingegen problemlos.
Die Websites Works on WoA und OnARM.Net geben Auskunft darüber, welche Anwendungen kompatibel sind. Eine vergleichbare Übersicht für Treiber und Peripheriegeräte gibt es jedoch nicht.











