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Game Kurztest | Morphies Law - Vollkommen schräges Indie-Game mit Masse

Nicht nur das ungewöhnliche Spielprinzip, sondern auch der Gesamteindruck bringt uns einen schrägen, unterhaltsamen Multiplayer-Ego-Shooter mit einem neuen, erfrischenden Ansatz im Comic-Stil. Wir ballern uns mal für einen Kurztest den Weg durch Fan Antonio frei.

Morphies Law ist ein teambasierter Ego-Shooter vom Entwickler Cosmoscope GmbH mit einem äußerst interessanten Ansatz, denn hier dreht sich alles um die Masse. Wird der Gegner getroffen, wird seine Masse zum Schützen übertragen, und zwar der Körperteil, der getroffen wurde. Im Laufe des Spiels schrumpft oder wächst dann sozusagen die eine oder andere Gliedmaße. Hört sich nach einem verrückten Spielprinzip an, bringt aber einige taktische Überlegungen mit sich.

Morphies Law ist bereits 2018 in einer ersten Version erschienen, hatte allerdings anfangs einen holprigen Start, da nicht genügend Spieler auf den Servern unterwegs waren. Für ein Spiel, das in erster Linie auf Multiplayer-Vergnügen aufbaut beinahe ein Todesstoß, bevor es überhaupt so richtig losgegangen ist. Wahrscheinlich nicht ohne Grund hat deshalb Cosmoscope GmbH vor 2 Wochen stolz erste Zahlen veröffentlicht, wieviele Spieler sich derzeit auf den Servern tummeln. Laut dem Entwickler waren es zu diesem Zeitpunkt (10. August 2019) auf den Servern 2.200 Spieler täglich, über 9.200 Spieler sollen sich das Spiel bereits heruntergeladen haben. 

Genre und Spielprinzip

Das Spielprinzip eines Ego-Shooters mit Veränderung der Masse bringt neue Spielkonzepte und wechselnde Fähigkeiten während des Gameplays mit sich. Mit längeren Beinen kann höher gesprungen oder eine große Hand als Enterhaken genutzt werden. Aber die Größe bringt nicht nur Vorteile, sondern lässt einen zu einer einfach zu treffenden, großen laufenden und springenden Zielscheibe werden, während kleinere Spieler naturgemäß schwerer zu treffen sind. Gewisse Kartenbereiche sind auch nur für geschrumpfte Figuren zugänglich, somit sind gewisse taktische Überlegungen unumgänglich.

Die Größe verschiedener Körperteile bringt den einen oder anderen Vorteil.
Die Größe verschiedener Körperteile bringt den einen oder anderen Vorteil.
Der Spieler "Wittgenstein" hat wohl schon einige Headshots gelandet und öfters den linken Arm des Gegners getroffen.
Der Spieler "Wittgenstein" hat wohl schon einige Headshots gelandet und öfters den linken Arm des Gegners getroffen.

Das Ganze spielt sich auf bunten Fantasie-Maps in Mexiko ab, von diesen existieren derzeit insgesamt acht. Die Spielfiguren und vor allem die Köpfe sind ganz nach dem mexikanischen Brauch des “Dia de Muertos”, also Tag der Toten, als Totenköpfe bemalt. Spätestens nach dem Film "James Bond: Spectre" im Jahr 2015 ist dieser Brauch wohl auch bis zu uns Gringos vorgedrungen. Diese illustre Szene mit unterschiedlich großen Gliedmaßen und Totenköpfen gibt dem Spiel den Rest an Verrücktheit. Auch die Hintergrundmusik ist gut gelungen und macht mexikanische Stimmung mit Lust auf Urlaub und Nachos.

Technik

Morphies Law ist sowohl auf dem PC (Windows 7, 8, 10 64-bit), als auch auf der Nintendo Switch spielbar. Idealerweise haben die Entwickler das Spiel Crossplay-fähig herausgebracht, das kommt der derzeit noch eher kleinen Anhängerschaft natürlich zu Gute. Wir haben für diesen Kurztest die PC-Version angetestet.

Die Einstellungsmöglichkeiten im Spiel sind dabei auf das Notwendigste beschränkt. Wir finden weniger Einstellungen zur Grafik, als für den Sound. Neben den verschiedenen Auflösungen, lässt sich die Gesamt-Grafikqualität in vier Stufen regeln, sowie das Antialiasing - und das war es auch schon. Die Hardware-Anforderungen halten sich ebenfalls in Grenzen, benötigt wird zumindest ein Intel Core i5-3470 mit 3,20 GHz oder ein AMD FX-4350 mit 4,2 GHz in Verbindung mit einer GeForce GTX 650 Ti (1 GB) oder AMD Radeon HD 6870 (1 GB). Auf der Festplatte kommt Morphies Law mit nur 2 GB Speicher aus.

Lange müssen wir uns nicht in den Grafikeinstellungen aufhalten, denn viel gibt es nicht zu verstellen.
Lange müssen wir uns nicht in den Grafikeinstellungen aufhalten, denn viel gibt es nicht zu verstellen.

Gameplay

Als erstes darf man seinen “Morphie” personalisieren. Einige Anpassungen können gleich vollzogen werden, andere Veränderungen oder die Auswahl an Ausrüstungsgegenständen und Waffen müssen erst durch Level-Aufstiege verdient oder durch Kauf mit Schraubenmuttern bezahlt werden. Die Muttern erhält man durch einfaches Spielen oder erfolgreiches Abschliessen von Missionen.

Je höher man die Level-Leiter hochklettert, desto mehr Auswahl steht zur Verfügung.
Je höher man die Level-Leiter hochklettert, desto mehr Auswahl steht zur Verfügung.
Aber auch mit "Muttern" können Upgrades gekauft werden.
Aber auch mit "Muttern" können Upgrades gekauft werden.
Auch die Ausrüstung darf mit der Zeit freigeschalten werden.
Auch die Ausrüstung darf mit der Zeit freigeschalten werden.

Es gibt Tagesmissionen, wie “Reise 150m in einem Spiel mit deiner Arschrakete” oder “Beende das Spiel 6 Male als größter Spieler”, für die dann eine Trophäe verliehen wird. Hat man alle 3 Tagestrophäen innerhalb eine Woche gesammelt, gibts zur Belohnung eine Pinata zum Aufschlagen, in der dann wieder Überraschungen stecken.

Abgeschlossene Tagesmissionen führen zur Pinata.
Abgeschlossene Tagesmissionen führen zur Pinata.

Fünf verschiedene Spielmodi gibt es zum Starten. Den “Lokalen Mehrspielermodus”, “Offline gegen KI”, “Schnelles Match”, “Spiel erstellen” und “Online gegen KI”. Die meisten werden wohl das “Schnelles Match” auswählen, wo man weltweit mit anderen Spielern auf einem Server zusammengewürfelt wird. Hier darf dann eine von vier Spielvarianten ausgesucht werden.

Fünf verschiedene Spielemodi stehen zur Auswahl.
Fünf verschiedene Spielemodi stehen zur Auswahl.
Danach wird ausgewählt, auf welche Weise gekämpft wird.
Danach wird ausgewählt, auf welche Weise gekämpft wird.
Hier wird beispielsweise die Kopfjagd beschrieben.
Hier wird beispielsweise die Kopfjagd beschrieben.

Man startet dann entweder als Mitglied des Team Rot oder Blau auf einer der acht Maps, “Fan Antonio” beispielsweise ist ein kleines Dörfchen mit engen Gassen und hohen Gebäuden auf einem Berg. Große Ventilatoren erschweren das Herumrennen, da kann es schon vorkommen, dass man entweder Richtung Abgrund geblasen oder gegen eine mit Holzpfählen bestückte Decke geschleudert wird. Je nach Spielvariante wird entweder versucht alles umzunieten, oder taktisch in “Capture the flag”-Manier, oder bei Morphies Law wohl besser “Capture the head”, vorzugehen. Dabei wachsen oder schrumpfen die Gliedmaßen, je nachdem wo man getroffen wurde. Für jeden Kill oder Erfüllen von Missionszielen gibts dann XP-Punkte und Muttern. 

Fazit

Das Indie-Spiel ist ideal, um mal zwischendurch ein bisschen Spass zu haben. Die XP-Points und das Upgrade-System können durchaus auch zu längeren Sessions motivieren. Die Idee ist auf jeden Fall für diejenigen erfrischend, die genug von realistischen Shootern haben. Für ein hauptsächlich Multiplayer-lastiges Spiel ist der weitere Verkaufserfolg entscheidend, wie es mit den Spielerzahlen bergauf geht.

Der Entwickler hat sich zwar neben der Crossplay-Fähigkeit auch einige Spielmodi einfallen lassen, um Morphies Law auch offline spielen zu können, aber so richtig Spass macht es natürlich nur online gegen echte Gegner, und nicht gegen die KI.

An Konkurrenz kommt es Morphies Law mit Players Unknown Battleground oder Fortnite sicherlich nicht zu kurz, aber das einzigartige Spielprinzip und die verrückte Aufmachung sprechen möglicherweise auch andere Zielgruppen an. Das Spiel ist auf Steam um 19,99 Euro erhältlich.

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Autor: Daniel Puschina, 27.08.2019 (Update: 27.08.2019)
Daniel Puschina
Daniel Puschina - Editor
Ich bin die Generation, die in den 90er Jahren auf einem 386er mit der 20MHz Turbotaste die ersten Computer-Erfahrungen gesammelt hat. Es war eine Gratwanderung zwischen der Leistungsgrenze meines Rechners und dem knappen Taschengeld, umso größer war aber dadurch die Motivation, das letzte Stück Leistung hier noch rauszuholen. Das Herauskitzeln eines einzelnen Kilobytes in der config.sys Datei war bei 2MB RAM absolut bestimmend über „Spiel startet“ oder „Spiel startet nicht“. Ab diesem Zeitpunkt habe ich auch damit begonnen, mich hardwareseitig immer eingehender mit Benchmarktests, Leistungsvergleiche und Tuning der Komponenten zu beschäftigen, was mich in den letzten Jahren zum Dauerbesucher der Notebookcheck-Seite machte. Es ist mir somit eine große Freude, hier nun selbst aktiv für diese Seite schreiben und testen zu können.