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Game Kurztest | Areia: Pathway to Dawn - Ungewöhnliches Abenteuer im Stile von The Journey

Areia: Pathway to Dawn - Ungewöhnliches Abenteuer im Stile von The Journey
Areia: Pathway to Dawn - Ungewöhnliches Abenteuer im Stile von The Journey
Sand und Wasser, Materielles und Spirituelles, Zweifaltigkeit. In Areia begibt sich der Spieler auf ein spirituelles Abenteuer mit Rätseleinlagen, immer auf der Suche nach dem Weiterkommen hin zu einem ungewissen Ziel. Das erinnert gerade anfangs an The Journey, entfaltet aber doch einen eigenen Spielstil. Macht das angeblich "meditative" Spielerlebnis auch Spaß?
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Was hat es mit dem rätselhaften Berg hinter uns auf sich?
Was hat es mit dem rätselhaften Berg hinter uns auf sich?

Windgeräusche und Sandpartikel pfeifen uns um die Ohren, die Sicht ist getrübt, die Spielwelt in ein fast betäubend allgegenwärtiges Orange gefärbt. Euer Spielcharakter kniet im Sand, scheint erstmals zu Bewusstsein zu kommen, betrachtet ungläubig Arme und Hände – ist dies sein Körper? Hinter uns schießt aus einem Berg aus glitzerndem Etwas ein ebenso glitzernder Strahl nach oben und reißt ein Loch in die Orange-bedeckte Himmelsdecke.

Wind verlangsamt uns (& beschränkt die Levels)
Wind verlangsamt uns (& beschränkt die Levels)
Kristallsplitter ebenso
Kristallsplitter ebenso

Was tun? Es gibt keine helfenden Anzeigen wie bei anderen Spielen, keinen markanten Punkt in der Gegend, bis auf den Berg hinter uns. Also dorthin. Aber nein, sogleich weht uns ein Sandsturm entgegen. Also in die andere Richtung.

Unsere Interaktionsmöglichkeiten zu Beginn sind beschränkt, wir können laufen, springen und uns in eine Art Meditationssitz niederlassen, mehr geht zunächst nicht. Wir laufen also immer der Nase nach ins Ungewisse.

Das Vorwärtskommen ist mühsam, immer stärkere Winde brausen uns entgegen und verlangsamen unsere Figur, ebenso wie die vielen umher liegenden Kristallsplitter, welche den Controller bei Kontakt vibrieren lassen.

Der Weg ist vorgegeben, das Ende aber immer weniger absehbar
Der Weg ist vorgegeben, das Ende aber immer weniger absehbar

Doch nur in den Anfangsminuten sind die Parallelen zu The Jouney derart zentral. Denn Areia ist in Wirklichkeit weitaus geradliniger. Spätestens nach der ersten halben Stunde wird dann klar, dass man weitaus mehr an der Hand geführt wird, als es zunächst suggeriert wird. Denn die zentrale Aufgabe ist es den richtigen Weg zu finden, um weiterzukommen. Und der Weg ist stets vorgegeben. Wohin er führt, ist ungewiss. Aber womöglich ist hier der vielzitierte Weg das Ziel.

Genre und Spielprinzip

Wer bin ich?
Wer bin ich?
Wir hüpfen
Wir hüpfen
Per magischer Säule kommen wir nach oben
Per magischer Säule kommen wir nach oben
Meditieren vor Probieren?
Meditieren vor Probieren?
Andere Dimensionen
Andere Dimensionen

Areia versteht sich selbst als meditatives Spiel, das zu eigener Reflexion anregen und dabei positive Gefühle der Gelassenheit und des Ausgleichs beim Spieler hervorrufen soll. Daher wird der Spieler auch nicht durch „falsche“ Aktionen bestraft. Fällt man ins Wasser, so wird man auf die nächste Plattform zurückgesetzt, eine Gesundheitsanzeige gibt es nicht.

Areia ist klar ein Abenteuerspiel: Wir hüpfen von Plattform zu Plattform, nutzen unseren magischen Umhang, um uns von einer unter uns wachsenden Säule in die Höhe tragen zu lassen und so bestimmte Hürden zu überwinden.

Aber Areia ist eben auch mehr. Immer wieder betreten wir durch Meditation andere Dimensionen, andere Welten, in denen sich Optik und Naturgesetze plötzlich unterscheiden. Es geht darum den vorgegebenen Weg zu meistern und dafür die zwei vorhandenen Elemente Wasser und Sand zu nutzen. Diese beiden Elemente symbolisieren einerseits das Materielle (Sand) und andererseits das Spirituelle (Wasser). Daher geht es auch um den Widerspruch und gleichzeitig die Vereinbarkeit beider Elemente, beider Welten.

Aufgelockert wird das Ganze durch regelmäßige Rätseleinlagen. Diese bestehen vor allem darin Paare von magischen Plattformen so miteinander zu verbinden, dass sich die Verbindungen verschiedener Paare nicht kreuzen. Erst dann geht es weiter, neue Wege tun sich auf.

Letztlich kombiniert das Spiel geschickt Abenteuer und Rätsel mit einem unverbrauchten, fremdartig anmutenden Ambiente, das von Spiritualität und der Suche nach dem Selbst geprägt ist. Dazu trägt auch die stimmige, buddhistisch angehauchte Soundkulisse bei. Über das Spiel hinweg erfahren wir so mehr über die Spielfigur, dennoch bleibt sehr viel der eigenen Interpretation überlassen.

Gameplay

Am besten spielt man Areia via Controller. Laufen, Springen, Säule herbeizaubern, Meditieren und Schweben fällt so deutlich leichter. Banal gesagt, machen diese Aktionen das Spiel aus. Aber das Spiel variiert die verschiedenen Möglichkeiten geschickt, außerdem sind die Fähigkeiten und Möglichkeiten umgebungssensitiv. 

Bei Wasserkontakt werden wir Blau gefärbt, der Umhang aktiviert
Bei Wasserkontakt werden wir Blau gefärbt, der Umhang aktiviert

Beispielsweise aktiviert sich der säulenerschaffende Umhang nur beim Kontakt der Spielfigur mit Wasser. Dann färbt sich der Avatar blau und der Umhang beginnt zu leuchten. Die Verwendung ist zudem nur begrenzt möglich und dadurch auch die Höhe der Säule, danach müssen wir die Umhangfunktion durch weiteren Wasserkontakt wieder neu aufladen.

Durch bessere Fähigkeiten werden auch die Wege anspruchsvoller. Das Gameplay an sich ist dabei grundsätzlich Adventure-typisch. Bei Meditationen und anderen Ereignissen schaltet das Spiel zu Ingame-Cutzenes über.

Technik

Verantwortlich für Areia zeichnet sich das brasilianische Entwicklerstudio Gilp. Es wurde vor sechs Jahren gegründet und hat sich vorwiegend über Mobile-Spiele (Mini Ini Mo) erste Lorbeeren verdient. Areia ist ihr erster Abstecher ins PC-Gaming.

Wenig Details, aber stimmig in Szene gesetzt
Wenig Details, aber stimmig in Szene gesetzt
Das knappe Optionsmenü
Das knappe Optionsmenü
Neben Englisch gibt es nur Portugiesisch
Neben Englisch gibt es nur Portugiesisch

Als kleines Softwarestudio verfügt Gilp sicher über ein begrenztes Budget für die Technik. Und so fallen beim Ersteindruck auch gleich die fehlende Detailfülle und die aus der Nähe wenig scharfen Texturen auf. Allerdings verfliegt dieser Eindruck schnell, denn bald wird man in das sehr stimmig in Szene gesetzte Ambiente hineingezogen. Das sehr gute Zusammenspiel von künstlerischer Optik und malerischem Sound machen Detailgrad und fehlende AAA-Optik bald vergessen und saugen den Spieler in die Szenerie hinein.

Die optischen Einstellungsmöglichkeiten im Optionsmenü sind begrenzt. Die Maximalauflösung beträgt 1.920 x 1.080, also FullHD. 4K wird nicht angeboten, bei Monitoren mit einem Seitenverhältnis von 21:9 oder breiter wird das Bild verzerrt dargestellt. Immerhin kann man zwischen drei verschiedenen Modi die Grafikqualität umschalten (Low bis High).

Die Sprachauswahl beschränkt sich derzeit auf Englisch und Portugiesisch. Das bezieht sich aber ohnehin nur auf die angezeigten Texte, denn gesprochen wir in Areia nicht. Positiv ist, dass sich das Spiel jederzeit speichern lässt, allerdings steht dafür nur ein Speicherplatz zur Verfügung.

Fazit

Areia: Pathway to Dawn
Areia: Pathway to Dawn

Areia: Pathway to Dawn ist kein gewöhnliches Abenteuer. Es bietet einerseits gewohnte 3D-Adventure-Kost, kombiniert diese aber geschickt mit Rätseln, einem mystischen Szenario und einem spirituellem Grundtenor. Das hebt den Titel klar von seinen Genrekollegen ab.

Darüber hinaus zieht das Spiel seine Faszination aus den vielen plötzlichen Wechseln an Optik, Naturgesetzen, Fähigkeiten und Soundkulisse. Dass sorgt für Kurzweil und Spannung. Dennoch besteht die Gefahr, dass das Gameplay mit der Zeit zu repetitiv wird, die Strecken werden im Spielverlauf immer größer und unübersichtlicher. Muss man über immer mehr Plattformen hüpfen, könnte der Titel seine Stärken einbüßen.

Areia bietet eine stimmige Welt in einem unverbrauchten Szenario, welches dem Spiel ein Alleinstellungsmerkmal verleiht. Durch Laufen, Springen, Schweben, Meditieren, vor allem aber den sich ändernden Naturgesetzen und Optiken beim Übertritt in andere Dimensionen, ist für Abwechslung gesorgt. 

Ob der Titel seinen selbstgesteckten Zielen der Einzigartigkeit, Emotionalität und Spiritualität letztendlich gerecht wird, kann der Spieler wohl nur nach dem Durchspielen endgültig beantworten. Denn wo die Reise letztlich hinführen wird, will und kann diese Kurzvorstellung nicht verraten.

Anvisierter Launch für Areia ist der 5. Januar 2020. Momentan befindet sich der Titel im Betastadium, wirkt aber bereits ausgesprochen rund und fehlerfrei. Zum Preis gibt es bisher keine Angaben.

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Autor: Christian Hintze, 29.08.2019 (Update: 30.09.2020)
Christian Hintze
Aus Interesse an Computer-Spielen habe ich ein Informatikstudium begonnen, bin dann doch Diplom-Psychologe geworden, aber den Spielen und der Hardware treu geblieben. Z.B. beim Auslandsjahr in London als Spieletester bei Sega. In meiner Freizeit finde ich neben PC-Spielen Ausgleich beim Sport (mittlerweile vorwiegend Hallenfußball und meinem Kleinkind hinterher laufen), Gitarre spielen und Bambusräder bauen (na gut, bisher nur ein einziges unter Anleitung).