Irgendwie kann man es ja verstehen: Wenn man ein Smartphone für nicht mal 100 Euro verkauft, wie beispielsweise das Motorola Moto G06 (99 Euro bei amazon.de), dann ist es schwierig, in so einem knappen Budget auch noch Platz zu finden für eine lange Updateversorgung. Schließlich müssen die Updates für jedes Gerät angepasst werden, um individuelle Treiber und anderes Besonderheiten zu berücksichtigen.
Motorola könnte rechtliche Probleme bekommen
Dennoch sieht die EU-Ökodesignrichtlinie vom Juni 2025 vor, dass alle Smartphones, welche auf dem europäischen Markt verkauft werden, lange Zeit Softwareupdates bekommen müssen. Eine Preisuntergrenze ist in der Richtlinie nicht zu finden. Die EU schreibt konkret vor, dass es 5 Jahre nach dem Ende des Verkaufs noch Softwareupdates geben muss.
Motorolas Anwälte haben sich den Text offenbar genau angesehen und nun will es der Hersteller auf eine Konfrontation mit der EU-Kommission ankommen lassen: Man legt die Vorschriften so aus, das die EU gar nicht vorschreibe, dass Updates angeboten werden müssen, sondern nur, dass diese gratis sein müssen. Es gibt allerdings keinen uns bekannten Fall, in dem irgendein Handyhersteller jemals Geld für Sicherheitsupdates verlangt hätte.
Ein Schatten auf eigentlich guten Geräten
Vielleicht will sich Motorola auch nur Zeit erkaufen, um seine internen Abläufe umzustellen. Andere Hersteller wie Samsung oder Google bieten schließlich schon seit einiger Zeit bis zu 7 Jahre Updates für ihre Geräte an.
Unmöglich ist es also nicht und eine unzureichende Updateversorgung könnte für Motorola ja auch zu einem Wettbewerbsnachteil werden. Allerdings hat sich auch Samsung bei günstigen Geräten eine Hintertür offengehalten.
Generell ist es sehr schade, dass Motorola hier meint, tricksen zu müssen. Denn das Motorola Moto G06 zeigt, dass der Hersteller sehr gute Phones auch im günstigen Segment bauen kann. Besonders beeindruckt haben uns das Gehäuse und der helle Bildschirm, wie Sie unserem ausführlichem Testbericht entnehmen können.









