Nach Jahren der Ruhe beschleunigt ein Pulsar plötzlich dreimal seine Rotation

Obwohl sie nach wie vor weitgehend rätselhaft sind, handelt es sich bei Pulsaren um Neutronensterne, die sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten drehen. Ihre Rotation kann sich jedoch plötzlich beschleunigen – ein Phänomen, das als Glitch bezeichnet wird. Astronomen zufolge tritt dieses Verhalten bei jüngeren Pulsaren häufiger auf, wie auch bei PSR J1637−4642 beobachtet wurde.
Der erst 41.000 Jahre alte Pulsar benötigt für eine vollständige Umdrehung 154 Millisekunden. Trotz seines jungen Alters und seiner hohen Energie zeigte er sich seit seiner Entdeckung jedoch rund zehn Jahre lang unauffällig. Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Zhaoyi Wang von der Universität Xiamen hat nun Beobachtungsdaten über einen Zeitraum von 15,5 Jahren ausgewertet. Die Daten wurden zwischen Februar 2009 und Oktober 2024 mit dem Murriyang-Radioteleskop gesammelt.
Dabei entdeckten die Forscher drei Glitches, von denen der erste im Jahr 2018 auftrat. Damals erhöhte sich die Rotationsfrequenz des Himmelskörpers um etwa 17,54 Mikrohertz. Drei Jahre später folgte ein weiterer Anstieg um 14 Nanohertz, bevor die Rotationsfrequenz im Jahr 2024 nochmals um 179 Nanohertz zunahm.
Die Ergebnisse könnten Wissenschaftlern dabei helfen, die Eigenschaften und das Verhalten von Pulsaren besser zu verstehen. Wie das Team in seiner Studie erklärt:
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass selbst ‚ruhige‘ Pulsare erhebliche Glitch-Aktivität aufweisen können.“

Tatsächlich stützen diese Beobachtungen eine von Wissenschaftlern aufgestellte Hypothese, wonach die Schwankungen durch die Übertragung von Drehimpuls aus dem Inneren des Neutronensterns auf seine Kruste verursacht werden. Dadurch nimmt die Rotationsgeschwindigkeit des Sterns plötzlich zu, bevor sie sich in den folgenden Monaten wieder allmählich verlangsamt.
Quelle(n)
Bildquelle: NASA Hubble Space Telescope - Unsplash / NASA/CXC/Univ. of Toronto/M. Durant, et al.






