Eine aktuelle Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, durchgeführt im Auftrag von Interzero, unterstreicht die entscheidende Relevanz des IT-Remarketings für die Reduktion von Treibhausgasemissionen im IKT-Sektor. Wie aus der von Interzero publizierten Pressemitteilung hervorgeht, spart die Wiederaufbereitung von Laptops im Refurbishment-Szenario rund 31 Prozent der Emissionen gegenüber dem konventionellen Lebenszyklus ein.
Schonung von Ressourcen
Die Ergebnisse der Lebenszyklusanalyse zeigen klar auf, in welchem Ausmaß die Verlängerung der Produktlebensdauer von Kommunikationselektronik zur Schonung von Ressourcen beitragen kann. Die Studie, deren Methodik auf einer detaillierten Analyse aller Produktphasen basiert, liefert erstmals aktuelle, spezifische Daten zur Umweltwirkung wiederverwendeter IT-Geräte. Der primäre ökologische Vorteil der Kreislaufwirtschaft liegt in der Vermeidung der energie- und ressourcenintensiven Neuproduktion. Die Studie mit dem Titel „Treibhausgaseinsparungen durch Wiedernutzung ausgewählter IKT-Geräte“ fokussiert die Treibhausgasemissionen und vergleicht den konventionellen Lebenszyklus eines Gerätes mit einem verlängerten Zyklus, der die Aufbereitung (Reuse/Refurbishment) und die Zweitnutzung berücksichtigt.
Deutliche Einsparungen nach Gerätetyp
Die detaillierte Auswertung belegt ein deutliches Einsparpotenzial über alle betrachteten Geräteklassen hinweg. Bei der Wiederaufbereitung von Laptops, die als besonders ressourcenintensiv gelten, liegt die CO2-Einsparung im Refurbishment-Szenario bei rund 31 Prozent (107 Kilogramm Treibhausgas-Emissionen). Hierbei berücksichtigt Refurbishment den Austausch einzelner Komponenten, während Reuse lediglich die Aufbereitung und Weiterverwendung ohne größere Reparaturen beinhaltet. Das größte Einsparpotenzial verzeichneten Smartphones, deren erneute Nutzung bis zu 37 Prozent (34,7 Kilogramm THG-Emissionen) der Emissionen des konventionellen Lebenszyklus vermeiden soll. Tablets erreichen laut der Analyse Einsparungen von 34 Prozent. Selbst bei Desktop-PCs, die aufgrund ihrer modularen Bauweise ohnehin eine längere Primärnutzung aufweisen können, liegen die Einsparungen noch bei respektablen 18 Prozent (163 Kilogramm THG-Emissionen).
Ökonomische und strategische Bedeutung
Philipp Rittershaus, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer UMSICHT, hebt hervor, dass die Ergebnisse der Untersuchung die ökonomischen Vorteile von Remarketing mit den ökologischen Hand in Hand gehen lassen. Die Ergebnisse der Analyse dienen Interzero als Basis für die Vergabe ihrer sogenannten „resources SAVED“-Zertifikate, mit denen Unternehmen ihre Umweltleistungen im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung transparent belegen sollen. Für Endverbraucher und Unternehmen wird damit die Entscheidung für aufbereitete (Refurbished) Geräte auf eine faktische Grundlage gestellt.
Angesichts der steigenden regulatorischen Anforderungen und des wachsenden Umweltbewusstseins im Technologiesektor dürften diese zertifizierten Nachweise die Attraktivität von Gebraucht-IT weiter erhöhen. Die methodische Basis der Studie umfasste sowohl alle Phasen des Lebenszyklus als auch Primärdaten von Interzero zu den Aufwänden der Aufbereitung. Der Fokus auf Laptops und Desktop-PCs lag dabei auf dem Refurbishment-Szenario, während bei Smartphones und Tablets primär das Reuse-Szenario im Vordergrund stand.
Die vollständige Studie kann als PDF über Interzero angefordert werden.





















