Neues Dumbphone synchronisiert sich mit Smartphones, hat aber einen Haken

Ein Start-up, das aus einem Nachbarschaftsexperiment zum digitalen Abschalten hervorgegangen ist, hat nun sein zweites Gerät auf den Markt gebracht. Das Unternehmen setzt darauf, dass das Gegenmittel gegen Bildschirmsucht nicht vollständige Trennung ist, sondern etwas, das "gerade dumm genug" ist.
Das Unternehmen dumb.co verkauft ab sofort das Dumbphone 2 für 20 US-Dollar. Das Gerät kann sich mit einem vorhandenen Smartphone synchronisieren. Es basiert auf einem angepassten TCL Flip 2, einem bewährten Klapphandy mit der eigenen Software des Unternehmens, und spiegelt Kontakte, Anrufe und Nachrichten über ein "Smart Text"-System, während die Auswahl an Kernfunktionen bewusst begrenzt bleibt: Uber, Karten, WhatsApp, Spotify, eine Kamera und ein Wecker. Eine Begleit-App führt durch die Verknüpfung mit iMessage oder Google Messages.
dumb.co ist aus Month Offline hervorgegangen, einer 30-tägigen Challenge, die 2025 in der US-Hauptstadt gestartet ist. Dabei haben kleine Gruppen von Nachbarn ihre Smartphones gegen Klapphandys getauscht und sich wöchentlich getroffen, um über ihre Erfahrungen zu sprechen. Lydia Peabody, eine 27-jährige Therapeutin, die teilgenommen hat, bevor sie zur "Chief Dumb Organizer" des Unternehmens geworden ist, sagt, dass dumb.co bereits Hunderte Exemplare des neuen Modells verkauft hat und bis Jahresende ins Ausland expandieren will.
Der Haken? Das Handy wird mit einer aktivierungsbereiten SIM-Karte für einen von drei monatlichen Tarifen ausgeliefert. Die Tarife "Dumb" und "Dumber" nutzen es als Begleitgerät zu einem Smartphone, wobei der teurere Tarif zusätzlich ein Paket aus Spotify, Apple Music und Podcasts bietet. "Dumbest" macht es zu einem vollständig eigenständigen Gerät mit nur den wichtigsten Funktionen.
Erste Tester zeigen sich vorsichtig optimistisch. Jose Briones, der den Dumbphone Finder betreibt, hat den persönlichen Kundendienst gelobt, eine echte Telefonnummer, bei der tatsächlich Menschen ans Handy gehen. Allerdings hat er auch einige nachvollziehbare Kompromisse genannt: Die ältere Hardware muss irgendwann ersetzt werden, und die gebündelten Tarife binden Käufer an den Dienst von dumb.co statt an günstigere Anbieter wie Mint oder US Mobile.
"Es ist wirklich das Gerät für Menschen, die vom Smartphone wegkommen wollen", sagte Peabody gegenüber Axios, "aber vielleicht nicht vollständig von smarter Technologie getrennt sein möchten."



