
Outdoor-TV trotzt selbst direktem Sonnenschein: Sylvox Frameless Pro im Praxis-Test
Fernsehen im Freien.
Der Sylvox Frameless Pro bringt das Fernseh-Erlebnis ins Freie. Der nahezu rahmenlose Outdoor-TV punktet im Test unter anderem mit seinem Bild, muss aber auch einige Kritikpunkte einstecken. Das gilt auch für das ebenfalls ausprobierte Sideboard mit TV-Lift.Marcus Schwarten Veröffentlicht am 🇺🇸
Sylvox Frameless Pro Testfazit: TV-Erlebnisse im Freien
Dank seiner hohen Bildhelligkeit liefert der Sylvox Frameless Pro im Test auch bei Sonnenschein ein beachtliches Fernseh-Erlebnis im Freien. Noch mehr überzeugt der Smart-TV im schattigen Bereich. Dann liefert das LCD-Panel eine ordentliche Vorstellung, auch wenn das Bild bei weitem nicht in allen Belangen überzeugen kann. Nicht ganz so gut gefallen haben uns im Test das ständige Rauschen des Lüfters sowie der dumpfe Ton. Google TV eröffnet viele Möglichkeiten, auch wenn es gelegentlich zu kurzen Wartezeiten kommt.
Mit dem Outdoor TV Lift Schrank liefert Sylvox für alle, die keine Wandmontage wünschen, die passende "Verpackung". Das Sideboard mit TV-Lift muss sich im Test aber einige Kritik gefallen lassen. Zudem ist es fast genauso teuer wie der ebenfalls üppig bepreiste Fernseher.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Die unverbindliche Preisempfehlung für den Sylvox Frameless Pro hängt von der Diagonale ab. Los geht es bei 2.799 Euro UVP für 43 Zoll. Für 55 Zoll fallen 3.699 Euro UVP an, für 65 Zoll 4.999 Euro und für 75 Zoll 6.599 Euro. Erhältlich ist er unter anderem direkt beim Hersteller sowie bei Amazon.
Wer im Freien Fernsehen schauen möchte, setzt in der Regel auf einen Projektor oder schleppt den Fernseher aus dem Wohnzimmer auf die Terrasse, beispielsweise zum Public Viewing mit Freunden bei einer Fußball-WM. Das muss aber nicht sein. Wer regelmäßig Sport, Filme und Co im eigenen Garten bzw. auf dem Balkon schauen möchte, kann dies ganz einfach mit einem Outdoor-TV.
Sylvox bietet verschiedene Smart-TVs für den Außenbereich. Der Hersteller hat zur IFA 2026 die Frameless Pro Serie vorgestellt. Was diese auszeichnet und wie gut sich der Outdoor-TV in der Praxis geschlagen hat, verrät unser Sylvox Frameless Pro Testbericht. Im Test hatten wir den Fernseher in Kombination mit dem "Outdoor TV Lift Schrank", in dem der wetterfeste TV geschützt gelagert werden kann.
Spezifikationen
| Größe | 43, 55, 65, 75 Zoll |
| Auflösung | 4K UHD |
| Helligkeit | 2.000 Nits |
| Betriebssystem | Google TV |
| Schutzklasse | IP56 |
| UVP | ab 2.799 Euro |
Ausstattung & Lieferumfang: LCD-Panel im robusten Metallgehäuse
Sylvox bietet den Frameless Pro mit einer Diagonale von 43, 55, 65 und 75 Zoll an, was auch die typischen Größen für Smart-TVs im Innenbereich sind. Kein Wunder, schließlich ist hier ein klassisches LCD-Panel verbaut, das durch die wetterfeste Hülle für den Außenbereich gewappnet wird. Das Übergießen mit Wasser hat diesem im Tests nichts ausgemacht, ebenso das Wetter im Testzeitraum.
Verpackt ist das Display in einem robusten Metallgehäuse, das in unserem Fall ordentlich verarbeitet war - wobei die Silikondichtung zwischen Panel und Rahmen stellenweise gerne noch sauberer gefertigt sein dürfte. Das Gerät ist laut Hersteller gemäß IP56 gegen Staub und starkes Strahlwasser geschützt und damit für den Außeneinsatz gewappnet. Als zulässigen Temperaturbereich gibt der Hersteller -30°C bis +50°C an, was wir im Rahmen unserer Möglichkeiten leider nicht überprüfen konnten. Im Praxis-Test hatten wir die Version mit 65 Zoll, die gut 25 kg auf die Waage bringt und ca. 145 x 84 x 8,7 cm misst.
Die Besonderheit des Frameless Pro sind die relativ dünnen Ränder rund um das Panel, die dem Modell auch seinen Namen geben. Links, rechts und oben messen sie nur ca. 9 mm, unten ca. 2,7 cm. Damit nimmt der Bildschirm rund 95 Prozent der Geräteoberfläche ein (Screen-to-Body-Ratio), was für einen Outdoor-TV ein beachtlicher Wert ist.
Die Auflösung liegt bei den heute üblichen 4K UHD, sprich 3.840 x 2.160 Pixel. Die Helligkeit gibt der Hersteller mit bis zu 2.000 Nits an. Was das bedeutet, schildern wir weiter unten in unserem Sylvox Frameless Pro Test. Als Betriebssystem setzt Sylvox auf Google TV. An der Unterseite stehen dreimal HDMI (einmal mit eARC), zweimal USB-A, ein optischer Digital-Audioport, ein Antennenanschluss, Ethernet und ein 3,5-mm-Kopfhöreranschluss zur Verfügung.

Im Lieferumfang enthalten sind neben dem Fernsehgerät selbst eine Fernbedienung, das Netzkabel, Montageschrauben für eine VESA-Halterung sowie eine Anleitung - aber keine Standfüße oder eine Wandhalterung. Optional bietet der Hersteller verschiedenes Zubehör an, darunter verschiedene Montagemöglichkeiten, Soundbars sowie ein Outdoor-TV-Sideboard mit integriertem Lift, auf das wir weiter unten in unserem Test zu sprechen kommen.
Betriebssystem & Praxis: Google TV für Streaming & Co
Die Inbetriebnahme des Sylvox Frameless Pro ist sehr einfach. Neben der Montage an einer VESA-Halterung muss nur das mitgelieferte Stromkabel angeschlossen werden. Dann lässt sich der Fernseher einschalten, wobei es an der Unterseite eine Power-Taste am Gerät gibt. Zudem müssen zwei AAA-Batterien, die leider nicht im Lieferumfang enthalten sind, in die nach IP66 geschützte Fernbedienung eingesetzt werden. Hierfür gilt es zuvor auf der Rückseite vier kleine Schrauben zu lösen.
Nach dem Einschalten startet das Betriebssystem Google TV. Zunächst ist eine Einrichtung erforderlich, die in gewohnter Manier besonders einfach in Kombination mit einem Smartphone gelingt. Hier sind die üblichen Schritte zu durchlaufen, wie sie auch bei Indoor-TVs und Projektoren mit Google TV anstehen, darunter der Login in ein Google-Konto und die Auswahl der zu installierenden Apps.
Die Einrichtung ist in rund 15 Minuten erledigt. Dann kann der TV-Genuss draußen losgehen, zu dem wir noch ein paar Praxiseindrücke jenseits der im folgenden Abschnitt thematisierten Bild- und Tonqualität schildern wollen. Etwas negativ aufgefallen ist uns der schwierige Zugang zu den Anschlüssen, die an der Unterseite unter einer Abdeckung versteckt sind. Das ist der Wetterfestigkeit geschuldet und zu verkraften, zumal man in der Regel ohnehin hier nicht allzu häufig heranmuss.
Zu bedenken gilt es in jedem Fall vor dem Kauf, dass für klassischen TV-Empfang ein Antennensignal (DVB-T2/C/S2) erforderlich ist. Das aber nur am Rande erwähnt. Zumeist wird das Gerät in der heutigen Zeit vermutlich für das Streamen von Inhalten genutzt, wofür nur WLAN-Empfang oder ein LAN-Kabel am Aufstellungsort benötigt werden. Hier ist Google TV die perfekte Basis, da das Betriebssystem Zugang zu unzähligen Apps bietet - darunter alle gängigen Streamingplattformen wie Netflix, YouTube, Prime Video und Disney+.
Für die beiden erstgenannten Dienste sind auf der Fernbedienung eigene Tasten untergebracht, um einen möglichst schnellen Zugang zu ermöglichen. Zudem ermöglicht die Sprachfernbedienung auch die Bedienung per Sprachbefehl über den Google Assistant (nicht Gemini), was im Praxistest ordentlich funktioniert hat. Weitere Features sind individuelle KI-Hintergründe bei Nichtnutzung des Gerätes sowie drahtlose Übertragungen vom Smartphone via Google Cast (aber nicht AirPlay).
Neben dem Gewicht und der Gerätedicke von fast 9 cm, die nach dem Aufstellen aber nicht mehr so ins Gewicht fallen, ist uns auch das recht laute Lüftergeräusch negativ aufgefallen. Bei sehr leisen Szenen bzw. ausgeschaltetem Ton ist dieses selbst aus gut 2 m Abstand noch deutlich wahrnehmbar. Zudem ist der Prozessor nicht der schnellste, was sich auf die Flüssigkeit der Bedienung auswirkt, unter anderem beim Starten des Gerätes sowie von Apps.
Bild & Ton: Auch bei Sonnenschein nutzbar
Wie eingangs erklärt, verbaut Sylvox im Frameless Pro ein LCD-Panel. Dank UHD-Auflösung ist die Darstellung hochauflösend. LCD-typisch mangelt es der Darstellung im Vergleich zu OLED-Panels allerdings an Brillanz bei der Farb- und Schwarzwiedergabe sowie beim Kontrast (3.000:1). Diesbezüglich ist das Ergebnis aber dennoch mehr als solide, das Bild bietet kräftige Farben und einen ordentlichen Kontrast.
Extrem wichtig ist bei einem Outdoor-TV die Helligkeit. 2.000 Nits gibt der Hersteller an. Damit erzielt das Gerät einen beachtlichen, aber keinen überragenden Wert. Noch entscheidender als die Theorie ist uns die Praxis. Und da hat der Frameless Pro im Test ordentlich performt, auch wenn er leider nur HDR10 und kein HDR10+ oder Dolby Vision unterstützt.
Im direkten Vergleich mit einem halb im Schatten und halb in der Sonne stehenden Gerät ist die Brillanz des Bildes auf der schattigen Seite natürlich deutlich besser. Aber auch mit Sonneneinstrahlung ist das Ergebnis noch absolut solide. Natürlich leiden Schwarz- und Farbwiedergabe. Bei hellen Szenen ist das Bild aber immer noch gut erkennbar. Bei dunklen Szenen wird es mit der Erkennbarkeit manchmal etwas schwierig. Ein Fußballspiel bei Sonnenschein schauen, funktioniert also problemlos, einen düsteren Film hingegen nicht ganz so gut.
Besser ist das Erlebnis aber natürlich, wenn die Sonne nicht direkt auf den Screen scheint - auch wenn es auf dem matten Screen so gut wie keine Spiegelungen gibt. Daher empfehlen wir den Einsatz (wenn möglich) vor allem in schattigen Bereichen bzw. eine Aufstellung der Sonne abgewendet. Leider nicht ideal ist der Frameless Pro für schnelle Bewegtszenen sowie für Gamer, da er nur mit maximal 60 Hz aktualisiert und keine 120 Hz unterstützt - ganz zu schweigen von HDMI 2.1 und weiteren Gaming-Features.
Ebenfalls zum TV-Genuss gehört natürlich der Ton. Sylvox wirbt mit Dolby Atmos über die eingebauten Stereo-Lautsprecher im Frameless Pro. Der Klang lässt sich mit den Klangstilen in den Einstellungen gegenüber dem Standard in begrenztem Rahmen an die eigenen Wünsche anpassen. Letztendlich ist der Ton aber ohne Power in den Tiefen (wie bei vielen Fernsehern) und relativ dumpf.
Im Außeneinsatz fällt dies aber letztendlich weniger auf als im Wohnzimmer. Und für Live-Sport und Co langt der Sound allemal. Optional bietet der Hersteller verschiedene Soundbars an, die sich mit dem Outdoor-TV kombinieren lassen und ebenfalls für den Außeneinsatz gewappnet sind. Hiervon stand aber keine für den Test zur Verfügung - ganz im Gegensatz zu folgendem...
Outdoor TV Lift Schrank: Kritik trübt die Freude
Für den Test hat Sylvox neben dem Frameless Pro auch den Outdoor TV Lift Schrank als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Hierbei handelt es sich um ein Outdoor-Möbelstück, in dem der 65 oder 75 Zoll große Smart-TV bei Nichtnutzung geschützt auf Terrasse oder Balkon bzw. im Garten gelagert werden kann. Auf Knopfdruck fährt der Fernseher mit leichtem Surren innerhalb von knapp 50 Sekunden um gut 90 cm heraus oder in die entgegengesetzte Richtung auch wieder in den Schrank hinein.
Der Schrankt misst im Fall des von uns getesteten 65-Zoll-Modells gut 180 cm in der Breite, 75 cm in der Tiefe (mit ausgefahrenen Beinen) sowie 100 cm in der Höhe. Es ist also selbst in der kleineren 65-Zoll-Ausführung ein Möbelstück beachtlicher Größe, für das ausreichend Platz vorhanden sein muss. Dank vier 360-Grad-Rollen auf der Unterseite, die sich über herunterdrehbare Bremsklötze arretieren lassen, lässt sich der über 50 kg (ohne TV) wiegende Schrank dennoch einfach bewegen.
Das Auspacken aus dem riesigen Karton war am Ende einfacher als erwartet. Da das TV-Sideboard vormontiert ist, muss letztendlich nur der Fernseher an der VESA-Halterung des elektrisch ausfahrbaren Arms montiert werden. Hierfür wird die obere Abdeckung abgenommen. Diese ist nur mit Klett an der TV-Halterung befestigt, was war für schnellen Zugriff sorgt, aber einen nicht sonderlich stabilen und langlebigen Eindruck macht.
Wobei der Grund für diese Lösung vermutlich ist, um die Gefahr von schwereren Verletzungen zu verhindern. Denn es gibt keinerlei Sensorik, die den Antrieb stoppt, sollte beim Herunterfahren ein Hindernis zwischen Schrankwand und Deckel stecken. Das ist eine Gefahr und aus unserer Sicht ein ganz klarer Minuspunkt. Ein erwachsener Finger mag genug Widerstand bieten, dass sich der Klett löst und keine allzu heftigen Folgen entstehen. Was mit einem Kinderfinger passieren würde, möchten wir uns aber nicht vorstellen. Es ist also Vorsicht geboten, wenn der TV in den Schrank einfährt.
Leider ist dies nicht der einzige Kritikpunkt, den wir im Test des Outdoor TV Lift Schrank festgestellt haben. Ein Blick ins Innere zeigt einen Aufkleber, laut dem der den Lift antreibende Motor nur nach IP20 (also nicht gegen Feuchtigkeit und Wasser geschützt) ist. Das ist bei einem Außengerät äußerst fragwürdig. Sollte bei der Nutzung plötzlich starker Regen einsetzen, könnte dieser in Kombination mit leichtem Wind problemlos durch den Schlitz zwischen ausgefahrenem Fernseher und Schrank ins Innere eindringen und würde dort direkt auf den Motorblock treffen. Zudem ist der Motor nur gut eine Fingerbreite über dem Boden. Aufspritzender Regen oder eine sich bildende Pfütze könnten ebenfalls zu Problemen führen - im absolut ungünstigsten Fall sogar zu einem Stromschlag. Eine Rückmeldung vom Hersteller hierzu steht noch aus.
Zudem gibt es einige Wünsche, die wir bei 4.299 Euro UVP gerne sehen würden. Los geht es damit, dass das TV-Board leider keinen Platz für eine Soundbar bietet. Das ist schade, denn zum Sound des Fernsehers hatten wir weiter oben ja bereits etwas gesagt. Praktisch wäre es auch, wenn der Schrank mit über die TV-Fernbedienung steuerbar wäre. Hier können wir aber verstehen, dass der Hersteller den Aufwand gescheut hat. So wird das Sideboard mit einer Mini-Fernbedienung mit zwei Pfeiltasten zum Ein- und Ausfahren und zwei Speichertasten geliefert.
Über das Design wollen wir nicht so viel sagen, da dies eine subjektive Sicht ist. Wir würden uns auf jeden Fall verschiedene Designoptionen wünschen. Die Kombination aus der Fake-Holzbeschichtung und dem schwarzen Aluminiumgestell ist aus unserer Sicht nicht besonders schick. Hier wäre es deutlich schlichter, wenn die Wände in einer Designoption auch einfach in dunklem Aluminium gehalten wären. Aber das ist wie gesagt Geschmackssache und auch Frage der sonstigen Einrichtung auf Terrasse oder Balkon.
Insgesamt ist der Outdoor TV Lift Schrank eine durchaus praktische Lösung, die aber wahrlich nicht frei von Kritik ist - und noch einmal fast genauso viel kostet wie der Outdoor-TV selbst. Wer am geplanten Aufstellungsort keine Möglichkeit hat, den Fernseher an eine Wand zu hängen, findet hier eine einigermaßen galante Lösung, das Gerät zu "verstecken". Wer sich dafür entscheidet, dem sei aber (aus eigener Erfahrung) geraten: Steht der Outdoor TV Lift Schrank an Ort und Stelle, sollten unbedingt die vier Füße ausgeklappt und arretiert werden. Denn trotz seines hohen Gewichts von rund 75 kg inklusive Fernseher ist der Schrank recht windanfällig und kann bei stärkeren Böen durchaus umkippen.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller oder einem Shop zu Testzwecken leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Leihstellers auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.


































