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AWOL Vision Aetherion Max Test

Laser-TV als XXL-Alternative zum Fernseher: AWOL Vision Aetherion Max im Praxis-Test

Stylischer UST-Projektor.

Der Aetherion Max ist ein brandneuer 4K-UST-Projektor von AWOL Vision. Wir haben uns den Laser-TV genau angeschaut. Unser Praxis-Test des Aetherion Max verrät, was die Alternative zum klassischen Fernseher kann und für wen sie geeignet ist.
Marcus Schwarten Veröffentlicht am
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Aetherion Max Testfazit: Brillantes Bild, aber auch Kritik

Der AWOL Vision Aetherion Max hat im Test mit seinem brillanten Bild begeistert - vor allem in abgedunkelter Umgebung. Hier punktet er mit sattem Schwarz, leuchtenden Farben und hoher Helligkeit sowie vielen Einstellungen. Ein weiterer Pluspunkt ist Google TV mit seinen vielen Möglichkeiten.

Ein paar kleinere Kritikpunkte muss sich der stylische 4K-UST-Projektor im Praxis-Test aber auch gefallen lassen. Unter anderem hat die beworbene automatische Trapezkorrektur wenig mit "automatisch" zu tun. Das verbaute Soundsystem liefert einen soliden Klang, erfordert für wirkliches Heimkino-Spektakel aber definitiv externe Unterstützung. Das ist aber wenig überraschend. 

Im Test hatten wir den Aetherion Max mit der bodenaufsteigenden Cinematic+ ALR-Leinwand in 100 Zoll des Herstellers. Diese unterstützt den Beamer hervorragend, ist aber ebenfalls nicht komplett frei von Kritik.

Insgesamt liefert der Aetherion Max im Test eine gute Leistung mit ein paar kleineren Einschränkungen ab. Je nach Anwendungs-Setting kann der Laser-TV einen Fernseher ersetzen, vor allem in den Abendstunden. Noch besser macht er sich aber in einem Heimkino-Setup als Ersatz für einen klassischen Projektor.

Pro

+ brillantes 4K-Bild
+ bei Tageslicht nutzbar
+ Google TV
+ geringer Energieverbrauch
+ für Gaming geeignet

Contra

- "automatische" Trapezkorrektur
- etwas dumpfer Sound

Preis und Verfügbarkeit

Der Awol Vision Aetherion Max ist noch nicht offiziell im Handel erschienen. Derzeit lässt er sich (unter Berücksichtigung der üblichen Risiken) in einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne bei Kickstarter erwerben. Dort geht es ab 2.199 US-Dollar (1.919 Euro) los. Als unverbindliche Preisempfehlung im Handel sind 4.499 US-Dollar geplant.

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1.599,00 €
AWOL VISION Beamer Leinwand Elektrisch für die Nutzung mit einem Ultra-Kurzdistanz-Beamer im Heimkino oder für Buisnessprojektionen - 100 Zoll - 221,4 x 124,5 cm - 4K 8K UHD

Ultrakurzdistanz-Projektoren (UST) bzw. Laser-TVs erfreuen sich stetig wachsender Beliebtheit als Ersatz für einen klassischen Fernseher. Diverse Hersteller tummeln sich hier und werben um die Gunst der Kaufinteressenten.

Einer von ihnen ist AWOL Vision, von dem wir vor einiger Zeit bereits den LTV-3500 Pro (ca. 2.200 Euro bei Amazon) in einem Testbericht ausführlich vorgestellt hatten. Auf der CES 2026 hatte der Hersteller mit der Aetherion-Serie nun seine neue Generation Laser-TVs präsentiert. Wir verraten, wie sich das Top-Modell Aetherion Max im Test geschlagen hat, auf welche Stärken sich Käufer freuen dürfen und mit welchen Schwächen zu leben ist.

Wichtige Info vorab: Nicht unerwähnt lassen wollen wir, dass wir ein Vorserienmodell für den Test zur Verfügung hatten. Es kann sein, dass AWOL Vision bis zum offiziellen Launch und dem bei Kickstarter angegebenen Versandbeginn im April 2026 noch punktuelle Verbesserungen vornimmt.

Datenblatt AWOL Vision Aetherion Max

Auflösung 4K / UHD (3.840 x 2.160 Pixel)
Chip DLP, 0.47 Zoll DMD mit TI Display Controller DLPC8445
Bildgröße 80 bis 200 Zoll
Projektionsverhältnis 0,2:1
Lichtquelle (Lebensdauer) RGB Pure Triple Laser
Helligkeit 3.300 ISO Lumen
Nativer Kontrast 6000:1
Farbwiedergabe 110% Rec.2020
Soundsystem 2 x 25W, 2 x 20 W
Betriebssystem Google TV
Konnektivität 3x HDMI 2.1, 1x DP, 1x USB 3.0, 1x USB 2.0, S/PDIF, Klinke, LAN, Wi-Fi 7, Bluetooth 5.4
Abmessungen/Gewicht 56,2 x 32,3 x 13,95 cm / 8,75 kg
UVP 4.499 US-Dollar

Ausstattung & Installation: 4K-Laser-TV mit stylischem Design

Der Aetherion Max ist der neue High-End-UST-Projektor von AWOL Vision und positioniert sich über dem weniger hellen Aetherion Pro. Schaut man auf die Produktseite beim Hersteller, wirbt dieser mit zahllosen Features, darunter besonders hoher Bildklarheit bis in die Ecken, Technologie gegen Regenbogeneffekte und besonders tiefes Schwarz dank Noirscene System II.

An dieser Stelle wollen wir gar nicht bis ins kleinste Detail auf die einzelnen Features eingehen. Wen dies interessiert, findet auf der Webseite des Herstellers tiefergehende Informationen. Uns geht es primär um die grundlegenden Merkmale und letztendlich vor allem um das Ergebnis, was auf der Leinwand ankommt. Dazu weiter unten mehr.

AWOL Vision Aetherion Max im Test
AWOL Vision Aetherion Max im Test
Rückseite des UST-Projektors
Rechte Gehäuseseite mit Lüftungsgitter sowie Power-Taste und USB 3.0
Linke Seite mit Kopfhörerausgang und Lüftungsgitter
Motorisierte Linsenabdeckung
Anschlüsse auf der Rückseite
Ledercover zum Schutz des Laser-TVs

Der Aetherion Max basiert auf DLP-Technologie mit 0,47 Zoll DMD Chip und Texas Instruments Display-Controller DLPC8445. Für die laut Herstellerangaben bis zu 3.300 ISO Lumen Bildhelligkeit sorgt eine RGB Pure Triple Laser-Lichtquelle, die ein 4K/UHD-Bild mit 80 (203 cm) bis beachtlichen 200 Zoll (508 cm) Größe auf die Projektionsfläche wirft. Das Projektionsverhältnis beträgt 0,2:1. Das bedeutet, dass beispielsweise mit knapp 16 cm Abstand zwischen der Geräterückseite und der Leinwand ein 100 Zoll (254 cm) großes Bild möglich ist. Bei 80 Zoll sind es nur knapp 7 cm, bei 200 Zoll rund 57 cm erforderlich.

Nehmen wir unser Test-Setup mit der weiter unten beschriebenen Leinwand mit 100 Zoll, ist insgesamt ein Platzbedarf von nur rund 56 cm Tiefe von Vorderkante Projektor bis Hinterkante Leinwandgehäuse erforderlich. Somit lässt sich das UST-Heimkino samt Leinwand auf einem 60 cm tiefen TV-Board problemlos aufstellen, wenn dieses auch die passende Breite aufweist.

Der Aetherion Max benötigt für 100 Zoll nur wenige Zentimeter Abstand zum Leinwandgehäuse.
Der Aetherion Max benötigt für 100 Zoll nur wenige Zentimeter Abstand zum Leinwandgehäuse.

Alternativ kann die Installation auf dem Fußboden erfolgen, wobei das Bild dann unter 40 cm tief über dem Boden schwebt. Das ist beispielsweise für gemütliches Lümmeln auf einem Sofa recht tief - erst recht, wenn noch Couchtisch mit Gläsern und Co dazwischen steht. Das nur als Einschätzung für alle, die mit der Anschaffung eines Laser-TVs liebäugeln und über die Aufstellung grübeln. In jedem Fall benötigt es aber deutlich weniger Raumgröße als mit einem klassischen Beamer, wo je nach gewünschter Bilddiagonale und Modell etliche Meter zur Leinwand Abstand erforderlich sind.

Aber zurück zur Ausstattung. Der Hersteller gibt unter anderem Unterstützung von Dolby Vision, HDR10+, IMAX Enhanced, Filmmaker Mode und Active 3D sowie Dolby Atmos und DTS:X an. Damit sind viele gängige Bild- und Ton-Standards an Bord. Die Projektionseinheit schützt eine motorisierte Abdeckung der Projektionseinheit, die beim Ein- und Ausschalten allerdings mit einem leicht quietschenden Geräusch zur Seite fährt und damit nicht sonderlich wertig wirkt. Dies kann aber auch ein Problem unseres Testgeräts sein.

Der Großteil der Anschlüsse sitzt auf der Rückseite.
Der Großteil der Anschlüsse sitzt auf der Rückseite.

Die Anschlüsse des Aetherion Max positionieren sich überwiegend auf der Rückseite. Neben dem Stromanschluss gibt es hier dreimal HDMI 2.1 (HDMI 2 mit eARC), einen DisplayPort, je einmal USB 3.0 und 2.0, Gigabit-LAN sowie Audio (3,5-mm-Klinke) und S/PDIF. Für drahtlose Konnektivität sorgen neben schnellem Wi-Fi 7 und Bluetooth 5.4 auch AirPlay 2, Chromecast und Miracast.

Verpackt ist dies alles in einem kantigen Design, das etwas an einen High-End-Sportwagen oder einen Tarnkappenbomber erinnert. Die Front ist nicht nur von einem Gittermuster durchzogen, sondern beherbergt auch einen breiten LED-Streifen. Dieser leuchtet bei Nutzung sowie im Standby-Betrieb im K.I.T.T.-Style hin und her, lässt sich aber in den Einstellungen auch deaktivieren. Wen das Design stört, kann den UST-Projektor mit dem mitgelieferten Ledercover bei Nichtnutzung auch abdecken und so zudem schützen.

Fernbedienung des Aetherion Max
Fernbedienung des Aetherion Max

Die teils beleuchtete Fernbedienung präsentiert sich in einem kantigen Metalldesign mit abgerundeter Unterseite. Die Tasten können den hochwertigen Eindruck nicht komplett weiterführen. Gerade die vier weißen Shortcut-Tasten für YouTube, Netflix, Prime Video und Disney+ wirken etwas billig und stechen optisch stark hervor. Das große Steuerkreuz im quadratischen Format macht da wieder einen deutlich besseren Eindruck und führt problemlos durch die Menüs. Darunter reihen sich neben Zurück, Home und Menü gleich zwei Tasten für das Aufrufen des Live-TVs auf. Diese schalten aber nur auf HDMI-Port 1.

Einen integrierten TV-Receiver gibt es nicht. Es muss für klassischen TV-Empfang ohne Streaming also in jedem Fall eine externe Lösung angeschlossen werden. Wie man es von Geräten mit Google TV kennt, gibt es auch eine Taste für den Google Assistant, um beispielsweise direkt per Sprache nach Inhalten zu suchen. Positiv ist, dass sich die Fernbedienung in den Einstellungen auch via Bluetooth mit dem Projektor verbinden lässt. Dies erfordert keine direkte Sichtverbindung, um das Gerät zu bedienen.

Lieferumfang (Ledercover nicht im Bild)
Lieferumfang (Ledercover nicht im Bild)

Neben der Fernbedienung samt zwei AAA-Batterien liegen dem Aetherion Max neben der bereits erwähnten Lederabdeckung das obligatorische Stromkabel (das leider nicht abgewinkelt ist und damit nach hinten deutlich aus dem Gerät herausragt), ein USB-C-Kabel (4K@60Hz, 20 Gbps, 240 W), ein USB-A-auf-Micro-USB-Kabel sowie ein 3,5-mm-Klinke-auch Cinch-Adapter bei. Ebenfalls mitgeliefert werden eine Anleitung sowie ein Putztuch. Ein HDMI-Kabel ist hingegen nicht Teil des Lieferumfangs.

Software: Google TV löst frühere Probleme

Beim Test des AWOL Vision LTV-3500 Pro war das Betriebssystem noch ein Kritikpunkt. Beim Aetherion Max setzt der Hersteller nun auf das bekannte Google TV, was verschiedene Vorteile mit sich bringt, unter anderem die für viele von Smart-TVs oder anderen Projektoren bekannte Benutzeroberfläche. Die Einrichtung dauert ein paar Minuten, kann aber bequem über das Smartphone statt kompliziert über die Fernbedienung erfolgen. Das ist beispielsweise bei der Eingabe des WLAN-Codes oder der Login-Daten ein großer Vorteil.

AWOL Vision nutzt Google TV mit altbekannter Benutzeroberfläche (aufgenommen bei Tageslicht)
AWOL Vision nutzt Google TV mit altbekannter Benutzeroberfläche (aufgenommen bei Tageslicht)

Google TV ermöglicht den zuverlässigen Zugang ohne Umwege zu zahlreichen Apps, darunter alle beliebten Streaming-Dienste wie Netflix, Prime Video, Disney+ und mehr. Der App-Store bietet viele verschiedene Apps, um die Möglichkeiten zu erweitern. Über das Einstellungs-Menü lassen sich über zahllose Optionen Bild, Ton, Netzwerk, System und Co an die eigenen Wünsche und Bedürfnisse anpassen.

Eine eigene App bietet AWOL Vision nicht, dafür aber eine eigene Menüleiste, die über die Fernbedienung am unteren Bildschirmrand eingeblendet wird. Hier gibt es Schnellzugriff auf allerhand Bildsettings, KI-Features und mehr. So lässt sich unter anderem das Bild individuell optimieren, auf Wunsch unterstützt von den intelligenten Features des Projektors abgestimmt auf die jeweilige Wiedergabe.

Bild: Beeindruckend, aber nicht problemfrei

Bevor der Spaß losgehen kann, muss das Bild auf die Leinwand ausgerichtet werden. Dies erfolgt zunächst über die Positionierung des Gerätes, das auch mit höhenverstellbaren Füßen ausgerichtet werden kann. Das Feintuning erfolgt dann über die Software.

AWOL Vision wirbt mit einer automatischen Trapezkorrektur. Mit einer automatischen Lösung, wie man sie von modernen Projektoren wie beispielsweise dem Nebula X1 Pro oder dem Valerion VisionMaster Max kennt, hat dies allerdings in der Praxis wenig zu tun. Wird die Option in den Einstellungen aktiviert, wird nicht das Bild automatisch ausgerichtet. Stattdessen wird ein QR-Code samt Zahlencode auf der Leinwand angezeigt, der mit der Smartphone-Kamera gescannt werden muss.

"Automatische" Trapezkorrektur mit Umweg
Manuelle Trapezkorrektur
Manuelle Trapezkorrektur

Dies ruft eine Webseite (per unsicherer http-Verbindung, was bei aktiviertem "https-only" auf einem iPhone im Test zunächst zu einer Fehlermeldung führte) auf, auf der die Zahlen eingegeben werden müssen. Anschließend stellt der UST-Projektor ein Gittermuster dar, dass mit dem Smartphone abfotografiert und das Foto dann hochgeladen werden muss. Dieses wird dann analysiert und das Bild entsprechend angepasst - zumindest in der Theorie.

In unseren Praxis-Versuchen hat die "automatische" Trapezkorrektur selten ein wirklich überzeugendes Ergebnis erzielt. Das machen viele Alternativen besser. Erst eine manuelle Trapezkorrektur im Anschluss, bei der wahlweise die vier Ecken oder acht Punkte über Pfeile verschoben werden, war das Bild passend zur Leinwand. Steht der Laser-TV nicht dauerhaft an der gleichen Stelle oder wird er beispielsweise beim Staubwischen auch nur minimal verschoben (bereits wenige Millimeter reichen für ein komplett verzogenes Bild), geht das Spiel vor der Nutzung wieder von vorne los. Wirklich komfortabel ist das nicht.

Der Fokus muss manuell eingestellt werden.
Der Fokus muss manuell eingestellt werden.

Ist das Bild auf die Leinwand ausgerichtet, zeigten sich deutliche Unschärfen in den beiden oberen Ecken auf. Dies ist eine übliche Schwäche von UST-Projektoren, die bei Filmen zwar weniger gewichtig ist, beispielsweise beim Gaming mit Anzeigen in den Ecken durchaus ins Gewicht fällt. Und es widerspricht dem Herstellerversprechen eines 4K-scharfen Bildes bis an den Rand. Aber an dieser Stelle Entwarnung: Es gibt keinen Auto-Fokus. Durch die manuelle Anpassung des Fokus lassen sich die Unschärfen in den Ecken schnell beseitigen, sodass das Herstellerversprechen tatsächlich eintritt. 

Das verwendete iPhone 16 Pro kann die Bildqualität des Aetherion Max nur bedingt einfangen.
Das verwendete iPhone 16 Pro kann die Bildqualität des Aetherion Max nur bedingt einfangen.

Ist die Ausrichtung erst einmal erfolgt, entschädigt der Aetherion Max für den vorherigen Aufwand. Die Bildqualität ist bei Demo-Content bereits "out of the box" hervorragend. Gerade in abgedunkelter Umgebung überzeugt der Aetherion Max im Test im Standardsetting mit einem satten Schwarz, leuchtenden Farben und hohem Kontrast. Auf Wunsch lässt sich durch die zahllosen Einstellungsmöglichkeiten das Ergebnis mit oder ohne KI noch weiter optimieren, z. B. hinsichtlich der Bildmodi, der Schwarzwerte oder der Farbkalibrierung.

Bei Tageslicht (Fensterfront rechts)
Bei Tageslicht (Fensterfront rechts)
Bei eingeschaltetem Raumlicht
Bei eingeschaltetem Raumlicht
Abgedunkelter Raum
Abgedunkelter Raum

Soll der UST-Beamer als Ersatz für einen klassischen Fernseher dienen, muss er aber nicht nur in abgedunkelter Heimkino-Umgebung punkten, sondern auch bei Tageslicht. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Mit seiner beachtlichen Helligkeit erreicht der Aetherion Max auch in einer Tageslicht durchfluteten Wohnzimmer-Umgebung mit Sonnenschein von einer seitlichen Fensterfront ein ordentliches Ergebnis. Die nächtliche Brillanz des Bildes ist natürlich bei weitem nicht mehr gegeben. Stattdessen ist die Wiedergabe deutlich blasser und das sonst tiefe Schwarz verkommt zum Dunkelgrau der Leinwand.

Um am Samstagnachmittag mal ein Fußballspiel oder anderen Sport zu schauen, reicht es bei maximaler Helligkeit einigermaßen aus, solange die Sonne nicht direkt auf die Leinwand scheint. Hohe Erwartungen an die Bildqualität dürfen dann aber nicht gestellt werden. Hier ermöglicht ein klassischer Fernseher selbst mit einem einfachen LCD-Panel eine konstantere Leistung. Allerdings gibt es beim Laser-TV den großen Vorteil, dass sich Lichtquellen nicht so spiegeln, wie es bei vielen Fernsehern der Fall ist.

Bei eingeschaltetem Licht am Abend hat der Aetherion Max deutlich besser als TV-Ersatz funktioniert als bei Tageslicht. So lässt sich problemlos eine Serie oder ein Film genießen, ohne dass der Raum komplett abgedunkelt sein muss. Auch für Gaming ist der UST-Projektor gut geeignet, unter anderem dank minimalem Input Lag, VRR (Variable Refresh Rate) und ALLM (Auto Low Latency Mode).

Sound: Okay, aber externe Lösung ratsam

Stehen Leinwand und Laser-TV auf einem Schrank wie einem TV-Board, nehmen sie bereits viel Platz ein. Dann dort noch eine Soundbar zu platzieren, ist schwierig. Gleiches gilt für ein Center-Speaker eines Surround-Soundsystems. Daher wäre es sehr praktisch, wenn der Aetherion Max bereits von Hause aus einen guten Klang liefern würde. Vorteilhaft ist in jedem Fall, dass der Ton dank UST von der Leinwand kommt, nicht wie bei anderen Beamer aus einem anderen Bereich des Raumes.

Die integrierten Lautsprecher sitzen hinter einem Gittermuster in der Front, gemeinsam mit der LED-Lichtleiste.
Die integrierten Lautsprecher sitzen hinter einem Gittermuster in der Front, gemeinsam mit der LED-Lichtleiste.

AWOL Vision verbaut laut Datenblatt vier Lautsprecher: zwei Full-Range-Treiber mit je 25 W und zwei Hochtöner mit je 20 W. Dazu unterstützt der Aetherion Max laut Herstellerangaben Dolby Atmos und DTS:X. Für das Anschauen von Nachrichten oder Sport liefern die im Projektor verbauten Lautsprecher einen soliden Klang samt hoher Maximallautstärke. Der Sound ist allerdings nach unserem Eindruck etwas dumpf und kann nicht mit der Bildqualität mithalten. Etwas mehr hätten wir uns in dieser Preisklasse schon gewünscht. 

So sollte mindestens für Filme auf eine externe Lösung zurückgegriffen werden. Beispielsweise bietet Aetherion ein eigenes ThunderBeat Wireless-Audio-System mit 4.1.2 Kanälen an (ca. 1.200 Euro bei Amazon), bei denen der UST-Projektor als Center dient. Alternativ stehen eine Reihe von Anschlüssen auf der Rückseite parat, darunter eARC via HDMI 2.1, S/PDIF, 3,5-mm-Klinke sowie Bluetooth 5.4. So lassen sich externe Soundlösungen vom Kopfhörer bis hin zum Surround-System anschließen.

Energie und Lautstärke: Nicht energiehungriger als ein Fernseher

Den Stromverbrauch des Aetherion Max haben wir bei maximaler Laser-Helligkeit (Stufe 10) mit rund 130 Wh pro Stunde gemessen. Damit liegt der UST-Projektor auf Augenhöhe mit modernen, aber deutlich kleineren Smart-TVs. Nehmen wir einen Strompreis von 30 Cent pro Stunde an, ergeben sich für einen zwei Stunden dauernden Film Stromkosten von rund 8 Cent. Heimkino im Großformat ist mit einem Laser-Projektor (ob nun UST oder nicht) also längst nicht mehr so teuer und energiehungrig, wie es früher mit klassischen Beamer ohne Laserlichtquelle der Fall war.

AWOL Vision Aetherion Max im Einsatz
AWOL Vision Aetherion Max im Einsatz

Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Lautstärke der Lüfter, welche die Technik im Projektor kühlen. Schließlich erzeugt dies ein mehr oder weniger lautes Rauschen, was gerade bei ruhigen Szenen während eines Films schon als störend wahrgenommen werden kann. Gemessen haben wir den Aetherion Max (mit einem Meter Abstand) bei maximaler Helligkeit mit rund 35 dB. 

Der Vorteil bei einem UST-Modell ist aber, dass das Gerät und damit die Lärmquelle weit entfernt von der Zuschauerposition steht, was bei einem klassischen Langdistanz-Beamer in der Regel nicht der Fall ist. Bei einem Sitzabstand von über 3 m ist der Projektor aber immer noch mit einem deutlichen Rauschen zu hören. Am Ende gibt es also dennoch deutlich wahrnehmbare Eigengeräusche, die bei einem Fernseher nicht auftreten.

Leinwand: Sparrings-Partner mit Hochkontrast

Im Test hatten wir den Aetherion Max mit einer motorisierten, bodenaufsteigenden Leinwand von AWOL Vision mit 100 Zoll Diagonale. Zur Verfügung gestellt wurde die Cinematic+-Version (1.599 Euro bei Amazon), also eine Hochkontrastleinwand (Floor Rise UST ALR Screen). Dies ist der perfekte Ergänzung für einen hochwertigen Laser-TV wie diesen, da sie mit ihrem dunkelgrauen TPU-Material Schwarzwert, Kontrast und Farbwiedergabe verbessern kann. Sie unterbindet störende Lichteinstrahlungen von der Seite zum Großteil und lenkt das Beamerlicht in Richtung Zuschauer.

Verbaut ist die 254 cm in der Diagonale große Leinwand in einem 237 x 11 x 16 cm (Breite x Höhe x Tiefe) messenden Kasten aus schwarzem Metall. Dazu bringt sie fast 30 kg auf die Waage und ist damit alles andere als handlich. Der gängige Verwendungszweck dürfte aber ohnehin eine feste Positionierung beispielsweise in einem Heimkino-Zimmer sein.

Wer die Leinwand samt Laser-TV hingegen in einer alltäglich genutzten Wohnumgebung als TV-Ersatz nutzen möchte, dem dürften gegebenenfalls ein paar optische Dinge negativ aufstoßen. Abgesehen von den silberfarbenen Schrauben an den beiden Stirnseiten des schwarzen Gehäuses hätte auch der Bereich rund um den Anschluss des Stromkabels gerne etwas ansprechender und unauffälliger gestaltet sein können. Stehen Leinwand und Projektor beispielsweise im Wohnzimmer auf einem TV-Board, gibt es definitiv optisch ansprechendere Lösungen - auch vom Hersteller selbst, der eine vergleichbare Leinwand integriert in ein Möbelstück samt Fach für den Laser-TV offeriert.

Stromanschluss und Bedieneinheit an der Leinwand
Stromanschluss und Bedieneinheit an der Leinwand
Fernbedienung für die Leinwand
Fernbedienung für die Leinwand

Die Bildqualität in Kombination mit dem Aetherion Max ist hervorragend. Im unteren Bereich wartet die Leinwand zudem mit grauem, leicht transparentem Stoff auf. Dieser ist durchlässig für Audiowellen, wenn ein Soundsystem wie ein Center-Speaker hinter der Leinwand positioniert sein sollte. Mechanisch gibt es nichts zu kritisieren. Die Leinwand ist in unserem begrenzten Testzeitraum etliche Male zuverlässig heraus- und wieder hineingefahren, macht zudem einen stabilen und wertigen Eindruck.

Bedient wird der ALR-Screen über die mitgelieferte Fernbedienung mit drei Tasten (hoch, runter, Stop). Die Fernbedienung, die optisch gerne etwas ansprechender hätte ausfallen können, funkt bei 868,35 MHz. Alternativ ist auch die automatische Steuerung mit dem Einschalten des Projektors möglich. Hierfür liegt ein USB-A-Stick bei, der in einen der beiden USB-A-Ports des Gerätes eingesteckt werden muss. Dann fährt die Leinwand mit dem Einschalten des UST-Beamer automatisch hoch, was im Test aber leider nicht immer zu 100 Prozent zuverlässig geklappt hat. Zudem wären in Zeiten von Matter noch mehr Vernetzungsmöglichkeiten wünschenswert. Der Aetherion Max selbst lässt sich mit Google Home, Amazon Alexa, Apple HomeKit sowie Control 4 vernetzen.

Letztendlich ist die motorisierte, bodenaufsteigende Leinwand von AWOL Vision mit 100 Zoll Diagonale (alternativ gibt es auch 120 Zoll) ein guter Sparrings-Partner für den Aetherion Max. Sie unterstützt die Bildqualität durch ihr Hochkontrasttuch. Es gibt aber auch ein paar kleine Kritikpunkte. Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, was für eine Leinwand mit einem UST-Projektor kombiniert werden soll. Auch Modelle für eine feste Wandmontage oder die Installation an der Decke sind beispielsweise umsetzbar.

Transparenz

Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller oder einem Shop zu Testzwecken leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Leihstellers auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.

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Autor: Marcus Schwarten, 15.03.2026 (Update: 15.03.2026)