
Ricoh Meeting 360 Hub im Test: All-in-One-Konferenzsystem mit Sprecher-Tracking für Teams, Zoom & Co.
Konferenzeule.
Hybride Meetings gehören inzwischen zum Büroalltag – doch klassische Webcams stoßen schnell an ihre Grenzen. Der Ricoh Meeting 360 Hub setzt auf zwei 180-Grad-Kameras, automatische Sprechererkennung und integrierte Mikrofone. Im Test zeigt sich, wie gut das 360-Grad-Konferenzsystem in realen Meeting-Szenarien funktioniert.Christian Hintze Veröffentlicht am 🇺🇸 🇳🇱 ...
Testfazit - Für kleine Konferenzräume überzeugend – aber teuer
Der Plug & Play Ricoh Meeting 360 Hub erfasst mit seinem Rundumblick zuverlässig den aktiven Sprecher und jeden weiteren Konferenzteilnehmer im Raum. Bild- und Tonqualität (via Zoom, Teams etc.) sind bei normaler Entfernung und gutem Licht überzeugend. Seine Stärken hat das System vor allem in kleineren bis mittelgroßen Konferenzräumen.
Sind die Personen sehr weit voneinander entfernt (lange Tische oder Seminarsituationen), sind Digitalzoom und Sound nicht mehr optimal. Dann allerdings kann man auch zwei Ricoh Meeting 360 miteinander koppeln. Bei dem hohen Preis will eine Anschaffung jedoch gut überlegt sein.
Pro
Contra
Inhaltsverzeichnis
- Testfazit - Für kleine Konferenzräume überzeugend – aber teuer
- Specifications - 4K-Rundumkamera, Mikrofon-Array und Lautsprecher
- Design & Verarbeitung - Säulenartiges Kunststoffgehäuse
- Lieferumfang - USB-C-Kabel und Netzteil
- Einrichtung - Plug-and-Play per USB-C und Ricoh-Software
- Praxistest im Seminarraum: Wie gut funktioniert die Videokonferenz?
Beim hybriden Meeting mit mehreren Personen im Raum (und per Videoschalte) kommen Meeting Hubs, oft auch Konferenzeulen genannt, zum Einsatz. Diese Geräte können entweder ihre Kamera automatisch auf die gerade sprechende Person schwenken, oder sie erfassen mit einer Rundumkamera gleich den ganzen Raum und Zoomen dann dank hoher Auflösung an die gerade wichtige Person heran.
Zu der letzteren Gruppe gehört auch der Ricoh Meeting 360 Hub, der mit seinen beiden 180-Grad-Kameras alle Teilnehmer zugleich erfasst. Mit mehreren Lautsprecher, Mikros und eigener Software bewaffnet, soll er so den Konferenzalltag komfortabler und professioneller gestalten. Wir testen was das 900-Euro-Gerät alles kann.
Specifications - 4K-Rundumkamera, Mikrofon-Array und Lautsprecher
| Ausstattung | Daten |
| Kamera | 360 Grad; 4K + 3K; Output-Auflösung: 1920 x 1080 bei 30 fps |
| Videobereich | 3,6 Meter |
| Mikrofon | Array von 3 Mikrofonen für 360-Grad-Erfassung im Abstand bis zu 6 m |
| Lautsprecher | 3 x 8 W; SPL=91 dB (1 m mit Netzteil) bzw. 81 dB (1m über PC-Verbindung) |
| Netzwerk | 10BASE-T, 100BASE-TX, 1000BASE-T; WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac/ ax |
| Anschlüsse | 2x USB-C, RJ-45, Kensington |
| Unterstützte Konferenzplattformen | Microsoft Teams / Zoom / Cisco Webex / Google Meet |
| Gewicht | 1,13 kg |
| Garantie | 3 Jahre |
| Preis | 700 bis 1.000 Euro |
Im säulenförmigen Kunststoff-Gehäuse sitzen ganz oben die beiden 180-Grad-Kameras, was Sinn ergibt, so ragen sie über etwaige Laptopbildschirme etc. hinweg und kommen zumindest in die Nähe der Augenhöhe, ohne jedoch den Blick der Anwesenden aufeinander zu verstellen. Ebenfalls oben sitzen die 3 Mikrofone.
Im unteren Drittel sind die 3 Lautsprecher mit grauem Textil ummantelt. Zu beiden Seiten gibt es Lautstärketasten. Ganz unten befinden sich die Anschlüsse.
Lieferumfang - USB-C-Kabel und Netzteil
Einrichtung - Plug-and-Play per USB-C und Ricoh-Software
Idealerweise verbindet einen der USB-C-Ports mit dem Netzteil und den anderen mit einem PC. Sofern der PC Power Delivery mit mindestens 15 W unterstützt, kann man das Netzteil theoretisch auch weglassen. Dann allerdings wird der Funktionsumfang eingeschränkt. Die Lautsprecher sind leiser, die Updatefunktion geht verloren usw.
Wählt man die Standardverbindung, so kann man die "Konferenz-Webcam" sogleich nutzen, beispielsweise ist sie bereits bei der Kamera-App in Windows auswählbar.
Dazu gibt es die Ricoh Meeting 360 App. Hier kann man dann Firmware-Upgrades anstoßen (das Gerät vorher per LAN-Kabel verbinden), Layout-Vorlieben konfigurieren und andere Einstellungen vornehmen.
Praxistest im Seminarraum: Wie gut funktioniert die Videokonferenz?
Zum weiteren Testen gehen wir an die Humboldt-Uni in Berlin und testen den Konferenz Hub in einem Seminarraum mit mehreren anwesenden Teilnehmern in verschiedenen Sitzpositionen. Dazu ist uns per Zoom-Videotelefonie eine weitere Person zugeschaltet.
Wie gut funktioniert die Sprechererkennung und was ist das Idealszenario?
Die Sprecher-Erkennung funktioniert sehr gut, sofern nicht mehrere Personen gleichzeitig reden. Selbst wenn man recht weit entfernt sitzt, erkennt der Hub den Sprecher und zoomt an ihn/sie heran. Aber nur in übersichtlichen Räumen.
In meiner Küche hat das Gerät den Sprecher schon in 1,5 m Entfernung nicht mehr erkannt. Anscheinend hat die Kamera trotz einzigem Sprecher, also eindeutige Audioquelle, Schwierigkeiten mit den vielen Objekte (Regale, Kühlschrank, Küchengeräte usw.) im Raum. Im aufgeräumten Konferenzraum ist das aber kein Problem.
Die Zooms sind nur digital, sitzt man also im gezeigten Raum ganz am Ende, so ist das Bild nur noch recht klein und etwas unscharf. Das System eignet sich vor allem für kleinere Konferenzräume, wo alle möglichst am gleichen Tisch sitzen. In einem Seminarszenario kann es mit weiter entfernten Teilnehmern schwieriger werden. Ricoh gibt die Videoreichweite mit 3,6 m an.
Darüber hinaus gibt es eine nicht unwesentliche Latenz, die in mehreren Messszenarien recht groß war. Der Sprecher agiert dennoch lippensynchron.
Bildqualität der 360-Grad-Kamera bei gutem und schlechtem Licht
Bei gutem Licht ist die Darstellung dank der hohen Auflösung sehr gut, die Kameras können auf kurzer Entfernung mit ihrem klaren Bild voll überzeugen. Auffällig ist nur, dass der Hub in den Einzelbildern ziemlich viel "head room" lässt. Das wirkt nicht immer schön.
Bei wenig Licht (dunkleres Zimmer, s.o.) wirkt die Darstellung dann schnell verwaschen. Die Lichtsituation dürfte in Konferenzräumen aber kein Problem darstellen.
Audioqualität
Die Lautsprecher haben einen guten Eindruck hinterlassen, wir haben die Gegenseite jederzeit problemlos verstanden.
Die zugeschaltete Gegenseite war allerdings an dem Tag nicht mit unserem Audio zufrieden. Testhalber haben wir ein vorrätiges Alternativ-Konferenzsystem angeschlossen. Dessen Audio wurde als besser, aber ebenfalls nicht besonders gut, eingeschätzt.
Ein weiterer Test bei uns zu Hause hat aber eine gute Verständlichkeit des Audios offenbart. Mit steigender Entfernung muss das System natürlich die Lautstärke anheben und mehr Rauschen herausfiltern, das Ergebnis klingt dann künstlicher. Im Nahbereich, wenn alle um einen Tisch herum sitzen, ist die Audioqualität aber durchaus gut.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.


























