Rockstar Games: Lösegeldforderung nach angeblichem Datenleck mit Frist bis 14. April

Rockstar Games sieht sich Berichten zufolge einer weiteren schweren Sicherheitslücke gegenüber. Datenlecks sind für das Unternehmen kein Neuland – bei dem aufsehenerregenden Vorfall im Jahr 2022 wurde frühes Entwicklungsmaterial von Grand Theft Auto VI durch einen Social-Engineering-Angriff auf das interne Slack-System des Unternehmens geleakt.
Die aktuelle Bedrohung zielt, sofern sie sich bestätigt, eher auf das geschäftliche Daten-Backend des Studios ab als auf die aktive Spielumgebung. Die Behauptung stammt von ShinyHunters, einer Hackergruppe, die bereits mehrfach durch Angriffe auf groß angelegte Identitätssysteme und API-Integrationen aufgefallen ist. Die Gruppe wurde zuvor mit massiven Datendiebstählen bei Ticketmaster, AT&T und Microsoft in Verbindung gebracht.
Im Gegensatz zum Leak von 2022, der das Werk einer Einzelperson war, scheint diese Operation Teil einer größeren Kampagne gegen Unternehmen zu sein, die spezifische cloudbasierte Data-Warehousing- und Monitoring-Tools nutzen. Laut RansomLook.io und CyberSec Guru haben die Angreifer das Netzwerk von Rockstar nicht direkt infiltriert. Stattdessen nutzten sie angeblich eine automatisierte Integration über Anodot, eine Cloud-Plattform zur Kostenüberwachung.
Die Gruppe behauptet, Zugriff auf Rockstars Snowflake-Umgebung erhalten zu haben (in der das Unternehmen unter anderem Analysedaten und Spieler-Telemetrie speichert und verwaltet), indem sie Authentifizierungs-Token von Anodot abfing. Mit dieser Methode können Angreifer die Standard-Multi-Faktor-Authentifizierung umgehen, indem sie legitime Service-Token nutzen, die über längere Zeiträume gültig bleiben.
Diese Art der Supply-Chain-Schwachstelle scheint sich Ende 2025 und Anfang 2026 zu einem Hauptangriffsvektor für ShinyHunters entwickelt zu haben. Rockstar ist nicht der einzige große Name in dieser koordinierten Welle. Die Gruppe listete gleichzeitig weitere Opfer wie Amtrak und McGraw Hill auf und behauptet, insgesamt über 100 Millionen Datensätze durch Drittanbieter-Integrationen von Salesforce kompromittiert zu haben.
Die Angreifer haben eine Lösegeldfrist bis zum 14. April gesetzt und drohen mit der Veröffentlichung der Daten, falls ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Rockstar Games und die Muttergesellschaft Take-Two Interactive haben bisher weder eine offizielle Stellungnahme abgegeben noch eine aufsichtsrechtliche Meldung zu dem Vorfall eingereicht.










