Ronald Wayne verließ Apple 12 Tage nach der Gründung

Am 12. April 1976 erreichte Apple einen der ersten Wendepunkte seiner Geschichte. Ronald Wayne, der das Unternehmen Apple Computer nur elf Tage zuvor – am 1. April – gemeinsam mit Steve Jobs und Steve Wozniak gegründet hatte, trat offiziell aus der Partnerschaft aus. Damit gab er seine Anteile an dem damals noch winzigen kalifornischen Startup auf, dessen gesamtes Fundament ein einziger, selbstgebauter Computer war.
Apple war noch ein „Apple-1“-Start-up
Apple war zu diesem Zeitpunkt noch weit davon entfernt, ein Gigant der Unterhaltungselektronik zu sein – von der iPhone-Ära, mit der man das Unternehmen heute verbindet, ganz zu schweigen. Das Unternehmen existierte primär, um Wozniaks „Apple-1“ zu verkaufen, einen Einplatinencomputer für Bastler. Laut dem Computer History Museum erkannte Jobs die Chance, Wozniaks Design zu vermarkten, nachdem der „Byte Shop“ 50 fertig montierte Geräte bestellt hatte – ein Deal, der die beiden erst dazu brachte, Apple überhaupt offiziell zu gründen. Insgesamt wurden etwa 200 Apple-1-Platinen verkauft, bevor Apple zum weitaus erfolgreicheren Apple II überging.
Waynes Rolle: kurz, aber bedeutend
Obwohl Wayne in populären Erzählungen oft nur eine Randnotiz ist, war er in den Anfangstagen weit mehr als nur ein dritter Name auf dem Papier. Er war Teil der ursprünglichen Partnerschaft und half dabei, das Unternehmen zu etablieren, während Jobs und Wozniak damit beschäftigt waren, das Produkt zu bauen und zu verkaufen. Auch wenn sein Engagement nicht lange anhielt, war es für die ersten Schritte des Unternehmens entscheidend.
Der Ausstieg: Das Risiko war zu groß
Bei Waynes Entscheidung, das Unternehmen zu verlassen, ging es weniger darum, Apples Potenzial zu verkennen, sondern vielmehr um die persönliche Haftung. Da Apple als einfache Personengesellschaft strukturiert war, hätte er persönlich für Schulden oder rechtliche Probleme des neuen Unternehmens geradestehen müssen.
Laut einem TIME-Bericht wurde am 12. April eine Vertragsänderung eingereicht, die Wayne als Partner strich und seine Verpflichtungen gegen eine Abfindung von 800 Dollar auf Jobs und Wozniak übertrug. Später erhielt er weitere 1.500 Dollar. Genau das macht den 12. April zu einem so denkwürdigen Datum der Tech-Geschichte.
Auf der einen Seite standen Wozniaks Apple-1, Jobs' Geschäftssinn und ein Startup, das gerade erst laufen lernte. Auf der anderen Seite war da Wayne, der auf dasselbe Unternehmen blickte und entschied, dass das persönliche Risiko den Einsatz nicht wert sei. Rückblickend wurde dies zu einem der berühmtesten „Was-wäre-wenn“-Szenarien der Technikwelt. Damals war es einfach die Geschichte eines Gründers, der ausstieg, bevor aus dem kleinen Startup das Phänomen Apple wurde.







