David Rosen, Mitgründer des Videospielunternehmens SEGA, ist friedlich in seinem Haus in den Hollywood Hills, Los Angeles, verstorben, während viele von uns die Feiertage verbracht haben. Zum Zeitpunkt seines Todes war er 95 Jahre alt und im Kreise seiner Familie, wie das RePlay Magazine berichtete. David Rosen war für eine der bedeutendsten Ären der Videospielindustrie verantwortlich und trieb die Transformation der Arcade-Szene sowie der Heimkonsolen voran, die die Gamer in den 1990er-Jahren begeisterten.
David Rosen wurde am 22. Januar 1930 in Brooklyn, New York, geboren und wuchs während des Zweiten Weltkriegs auf. 1948 trat er in die United States Air Force ein, in der er bis 1953 diente. Er war im Koreakrieg im Einsatz, wurde in Japan stationiert und flog als Pilot. Anschließend ließ er sich für eine Weile in Japan nieder und beobachtete die Bemühungen des Landes beim Wiederaufbau nach dem Krieg. Er sah, wie die japanische Bevölkerung versuchte, das Beste aus ihrer Situation zu machen.
1954 heiratete er Masako Fujisaki und gründete Rosen Enterprises. Zu seinen Dienstleistungen zählten damals der Versand japanischer Kunst nach Amerika sowie die Erstellung von Passfotos, die während des Wiederaufbaus in Japan sehr gefragt waren. Gegen Ende der 1950er-Jahre bemerkte er ein wachsendes Interesse an Hobbys und Freizeitaktivitäten. Mit seinem Gespür für Trends entschied er sich, sein Geschäft auf den Import von münzbetriebenen Flipperautomaten und Jukeboxen aus den USA umzustellen und diese in Geschäften, Restaurants und Kinos in ganz Japan zu etablieren.
Seine Bemühungen erwiesen sich als Volltreffer bei den japanischen Konsumenten. In dieser Zeit unterzeichnete er einen Fusionsvertrag, wonach Rosen Enterprises mit Nihon Goraku Bussan, einem von Amerikanern geführten Unternehmen, das unter dem Namen Service Games bekannt war, verschmelzen sollte. Rosen wurde umgehend CEO und Geschäftsführer der Firma.
Dank Rosens Weitsicht entwickelte sich Sega von einem Importeur zu einem eigenständigen Spieleentwickler. Das Unternehmen begann mit der Herstellung und dem Export von Arcade-Automaten wie dem U-Boot-Simulator „Periscope”, der 1966 ein Hit wurde, in die USA. Dies läutete eine Phase des Wohlstands für Sega ein. Ende der 1960er-Jahre fädelte Rosen eine Vereinbarung mit Gulf and Western Industries (den damaligen Eigentümern von Paramount) ein, um Sega zu verkaufen. Nachdem der Unternehmensleiter Charles Bludorn im Jahr 1983 verstorben war, verkaufte der Konzern jedoch seine Vermögenswerte.
Da Rosen erkannte, dass die Zukunft von SEGA auf dem Spiel stand, schloss er sich mit Isao Okawa und Hayao Nakayama zusammen, um das Japan-Geschäft zurückzukaufen und Sega Ltd. zu gründen. Anschließend kehrte Rosen in die USA zurück, half beim Aufbau von SEGA of America und wurde Vorsitzender des Unternehmens. Bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1996 blieb er Direktor von SEGA Japan.
Während seiner Amtszeit etablierte sich Sega mit Spielen wie „Outrun” und „Virtua Fighter” als dominierende Kraft in der Arcade-Szene. Im Bereich der Heimkonsolen nahm er mit dem Master System und dem SEGA Genesis (in Europa als Mega Drive bekannt) den Kampf gegen Nintendo auf. In einem Interview nach dem „Atari-Crash“ äußerte sich Rosen über den Konkurrenten Nintendo:
Nintendo war verantwortlich für die Wiederbelebung des Heimkonsolenmarktes nach dem Atari-Zusammenbruch von 1983. Wir wollten sehen, ob wir ein konkurrenzfähiges Gerät bauen könnten. Leider scheiterte unser erster Versuch am Markt, da das System lediglich aus Bauteilen von der Stange bestand. Erst 1986 brachten wir das Master System heraus.
Rosen war zudem ein Marketing-Genie. Für den Start des SEGA Genesis holte er Michael Katz an Bord und erklärte:
Wir standen zeitlich mit dem Rücken zur Wand. Er hatte die ganze Erfahrung von Coleco und kannte die Spieler definitiv. Ich dachte, er könnte helfen, das Produkt einzuführen und gleichzeitig Struktur in das Unternehmen zu bringen, was er auch tat.
Dies führte zu einer der denkwürdigsten Werbekampagnen aller Zeiten: „Sega does what Nintendon’t” – ein Slogan, der Sega dabei half, eine Nische auf dem Videospielmarkt für Jugendliche zu erobern.
Während seines Ruhestands erkannten ihn Fans manchmal wieder und riefen das berühmte „SEGA!“-Intro aus den Werbespots und Spielsequenzen des Unternehmens aus. Er erhielt einen Platz in der Hall of Fame der American Amusement Machine Association und wurde von vielen als der „Gründervater“ der Blütezeit japanischer Spielhallen bezeichnet. David Rosen wurde 95 Jahre alt. Seine Beisetzung fand am 2. Januar 2026 auf dem Inglewood Park Cemetery statt. Er hinterlässt seine Familie, darunter seine Adoptivtochter.
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