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Sony-Patent könnte gehörlosen Spielern das Sehen von Klängen ermöglichen

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Sony Interactive Entertainments US-Patentanmeldung US 2026/0329526 A1 wurde am 22. Oktober 2026 veröffentlicht. Sie beschreibt ein System, das Videospiel-Sounds noch vor ihrer Wiedergabe klassifiziert. Jeder Ton kann dadurch für gehörlose und schwerhörige Spieler in ein Symbol oder Wort auf dem Bildschirm, ein LED-Signal am Controller oder ein Vibrationsmuster umgewandelt werden.

Sony Interactive Entertainment hat ein Patent für ein System angemeldet, das Videospielgeräusche für gehörlose oder schwerhörige Spieler in Bildschirmsymbole, Controller-Lichtsignale und Vibrationen umwandelt. Die US-Anmeldung mit dem Titel „Audio Processing System and Method“ wurde am 22. Oktober als US 2026/0329526 A1 veröffentlicht.

Die Patentschrift beschreibt eine Software, die jeden Sound vor der eigentlichen Wiedergabe analysiert und ermittelt, welche Wirkung er auf den Spieler haben soll. Die Patentansprüche definieren diesen Schritt als „Klassifizierung einer beabsichtigten Wirkung des Sounds auf einen Benutzer“. Zu den in der Anmeldung genannten Kategorien gehören Warnungen, Benachrichtigungen, Hintergrundstimmung, Dialoge, Umwelteffekte sowie Momente, die Spannung oder Überraschung erzeugen sollen. Zudem können Sounds als freundlich, neutral oder aggressiv eingestuft werden.

Sobald ein Sound klassifiziert ist, generiert das System einen passenden Hinweis. Zu den im Patent genannten Beispielen zählen ein Warnsymbol in der Nähe eines angreifenden Monsters, ein auf dem Bildschirm eingeblendetes Wort wie „Roar!“ sowie grafische Indikatoren um den Charakter des Spielers herum. Die Eigenschaften des Sounds selbst bestimmen dabei das Aussehen des jeweiligen Hinweises: Ein plötzliches, lautes Geräusch erzeugt eine hellere und auffälligere Warnung, während Lautstärke, Tonhöhe und gesprochener Inhalt Farbe, Form, Größe und Transparenz eines Indikators verändern können.

Jedes Geräusch wird vor der Wiedergabe nach seiner beabsichtigten Wirkung klassifiziert, etwa als Bedrohung oder zur Erzeugung einer Umgebungsstimmung, während Stereo- und Surround-Abmischungen seine Richtung erkennen lassen.
Sony hat die Anmeldung weder mit der PS5 noch mit der PlayStation 6 in Verbindung gebracht, und eine Patentanmeldung bestätigt kein Produkt.

Das System ermittelt zudem die Richtung, aus der ein Sound kommt. Es liest die Links-Rechts-Platzierung aus Stereo-Mixes sowie eine präzisere Positionierung aus 5.1- und 7.1-Surround-Audio aus und weist den Spieler auf die Quelle hin. Ein Entwurf sieht vor, gerichtete LEDs rund um das Touchpad des Controllers – den Bereich, in dem der DualSense-Controller der PS5 seine Leuchtleiste besitzt – zu nutzen, um die ungefähre Richtung eines Sounds anzuzeigen.

Weitere Vorschläge umfassen auf die jeweiligen Soundtypen abgestimmte Vibrationsmuster, Lichter um den Bildschirm oder in der Umgebung des Spielers sowie eine Begleit-App. Die Anmeldung beschreibt Hinweise, die einem einheitlichen Muster folgen, sodass ein bestimmtes Symbol oder eine Vibration stets dieselbe Bedeutung hat. Sony erklärt, dass die Analyse vor der Wiedergabe stattfinden muss, da sich einige Eigenschaften eines Tons erst während des Abspielens offenbaren – zu diesem Zeitpunkt käme eine visuelle Warnung jedoch zu spät.

Nicht jeder Sound löst jede Art von Hinweis aus; die Auswahl hängt vom Ton selbst ab und davon, wie gut das System ihn interpretieren kann. Der Ansatz erfordert nicht, dass Entwickler in jedem Spiel nachträglich Unterstützung einbauen müssen. Bei Titeln, deren Code nicht ohne Weiteres geändert werden kann, könnten das Betriebssystem der Konsole oder eine Hilfsanwendung die Audiodateien beim Laden scannen, mit Tags versehen und die für visuelle Indikatoren benötigten Metadaten generieren. Die Anmeldung beschreibt zudem ein gemeinsames Metadaten-Repository für bestehende Spiele und erlaubt es, eine geskriptete Szene zu pausieren, bis ein Hinweis auf dem Bildschirm erschienen ist.

Spiele ohne integrierte Vibrationsunterstützung könnten dennoch die Bildschirmanzeigen nutzen. Die US-Anmeldung wurde am 2. Juli 2026 als Fortführung einer früheren Anmeldung vom 31. Mai 2023 eingereicht. Als Erfinder sind Rajeev Gupta, Mark Jacobus Breugelmans, Carl Pryke und Lloyd Preston Stemple gelistet. Dem Patent-Tracker Patentlyze zufolge wartete die Anmeldung Mitte Juli noch auf einen Prüfer. Sony hat keine Pläne angekündigt, das System für die PS5 oder eine zukünftige Konsole zu veröffentlichen.

Einige Berichte haben die Einreichung zwar mit der PlayStation 6 in Verbindung gebracht, das Dokument nennt jedoch keine spezifische Konsole, und Unternehmen patentieren häufig Ideen, die nie den Weg in ein Produkt finden. Visuelle Sound-Indikatoren existieren bereits in einigen Einzeltiteln. So bietet Fortnite die Einstellung „Visualisierte Soundeffekte“ an, die eine radiale Anzeige auf dem Bildschirm platziert, um die Herkunft von Schüssen, Fahrzeugen, Kisten und Wildtieren anzuzeigen. Sonys eigener Titel The Last of Us Part II erschien 2020 mit über 60 Barrierefreiheits-Optionen.

Das Patent beschreibt stattdessen ein systemweites Werkzeug, das Spielen ähnliche Indikatoren hinzufügen könnte, die nie dafür konzipiert wurden. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge leben weltweit mehr als 1,5 Milliarden Menschen – fast 20 Prozent der Weltbevölkerung – mit Hörverlust. Davon haben 430 Millionen Menschen einen schwereren Hörverlust, eine Zahl, die laut WHO bis 2050 auf über 700 Millionen steigen wird.

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Autor: Antony Muchiri, 25.10.2026 (Update: 25.10.2026)