Sony überrascht Spieler mit automatischer Rückerstattung für Highguard-Mikrotransaktionen

Sony hat damit begonnen, Spielern automatische Rückerstattungen für Mikrotransaktionen in Highguard zu gewähren, obwohl diese selbst keinen Antrag gestellt hatten. Hintergrund ist die Abschaltung der Server am 12. März, wodurch das Spiel zu einem Fehlschlag auf dem Niveau von Concord wurde. Gerade deshalb fällt der Schritt auf: Dass Sony bei einem bereits eingestellten Free-to-Play-Titel nachträglich Geld für Ingame-Käufe zurückerstattet, ist eher untypisch. Normalerweise gilt das Unternehmen bei seiner Erstattungspolitik als ausgesprochen streng.
Die Meldung tauchte zunächst in einem inzwischen gelöschten Reddit-Thread auf. Dort berichtete ein Spieler, der den Titel während seiner kurzen Laufzeit positiv bewertet hatte, dass er auf seiner PlayStation eine Benachrichtigung erhalten habe. Darin sei ihm mitgeteilt worden, dass seine Mikrotransaktions-Käufe in Highguard vollständig erstattet werden. In dem mittlerweile entfernten Beitrag schrieb er: „Ehrlich gesagt war mir eine Rückerstattung gar nicht wichtig. Ich hatte Spaß mit dem Spiel und habe es gern unterstützt. Aber falls jemand auf eine Erstattung gehofft hat: Sie werden gerade verschickt.“
Laut Nutzerberichten sind die Rückerstattungen für Highguard-Mikrotransaktionen derzeit auf PlayStation-Spieler beschränkt, obwohl das Spiel auch auf Steam und für Xbox Series X|S erschienen ist. Viele Steam-Nutzer, die Ingame-Käufe getätigt haben, versuchen deshalb aktuell, ihre Rückerstattung manuell zu beantragen.
Besonders für PlayStation-Spieler kam der Schritt überraschend, da Sony rund um den 17. März 2026 offenbar in großem Umfang Rückerstattungen veranlasste – von Battle-Pass-Fortschritten bis hin zu kosmetischen Skins.
Leider war die Lebensdauer von Highguard praktisch vorbei, bevor sie überhaupt richtig begonnen hatte. Das Spiel wurde im Dezember 2025 bei den Game Awards angekündigt und stieß dort bereits auf eine eher negative Resonanz. Auch der ambitionierte Shadow-Drop – angelehnt an den Überraschungsstart von Apex Legends – verlief nicht wie erhofft. Zwar erreichte Highguard kurzzeitig rund 100.000 Spieler, doch die Zahlen brachen schnell ein, und das Spiel fand nie mehr zu seiner anfänglichen Aufmerksamkeit zurück.
Das Entwicklerstudio Wildlight wurde vom Misserfolg von Highguard offenbar schwer getroffen. Zunächst schrumpfte das Team infolge von Entlassungen auf nur noch 20 Mitarbeiter, bevor Anfang März schließlich das gesamte Studio aufgelöst wurde. Da das Spiel die von Tencents TiMi Group erwarteten Leistungsziele nicht erreichte, gingen die Server am 12. März endgültig offline.
Damit brachte es Highguard auf eine Lebensdauer von gerade einmal rund sechs Wochen. Zwar veröffentlichte das Studio zum Abschied noch einen letzten Patch, danach war das Kapitel jedoch endgültig abgeschlossen – ein Fehlschlag auf dem Niveau von Concord. Auch Wildlight selbst ist inzwischen verschwunden: Sowohl die offizielle Website als auch die LinkedIn-Seite des Studios wurden vollständig entfernt.
Ob Microsoft oder Valve ebenfalls automatische Rückerstattungen für Highguard anbieten werden, ist derzeit noch offen. Der Fall zeigt jedoch einmal mehr, wie schnell Live-Service-Spiele scheitern können, wenn Spielerzahlen, Engagement und langfristige Bindung hinter den Erwartungen zurückbleiben – mitunter schon wenige Wochen nach dem Start.





