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„Gamer sind schuld“ geht nach hinten los: Highguard-Entwickler erntet heftige Kritik für Rundumschlag gegen Reviews und Memes

Promotional-Artwork zu Highguard.
ⓘ Wildlight Entertainment
Promotional-Artwork zu Highguard.
In einem mittlerweile gelöschten X-Post machte einer der Entwickler Spieler und Content Creator öffentlich für das Scheitern von Highguard verantwortlich.

Highguard ist ein Free-to-Play-Hero-Shooter, in dem Spieler in 3-gegen-3-Duellen gegeneinander antreten – mit deutlichen Anleihen bei hero-basierten Arena-Shootern und MOBA-typischen Fähigkeiten. Der bekannte Streamer Shroud sagte, das Spiel erinnere ihn an Realm Royale. Vollends überzeugt zeigte er sich zwar nicht, äußerte jedoch die Hoffnung, dass kommende Updates und Patches einige der Schwächen ausbügeln könnten. „Sie müssen jetzt wirklich ins Schwarze treffen, denn das Spiel startet praktisch schon mit einem klaren Nachteil – viele haben es bereits abgelehnt, bevor es überhaupt erschienen ist“, ergänzte er mit Blick auf das knappe Zeitfenster für Verbesserungen. Shrouds Einschätzung fiel im Vergleich zu anderen Stimmen im Netz noch vergleichsweise moderat aus, doch viele Kommentare drehten sich um ähnliche Kritikpunkte: technische Probleme und ein misslungener erster Eindruck. Zwei Wochen nach dem Launch wurde schließlich durch einen LinkedIn-Beitrag eines entlassenen Senior-Level-Designers öffentlich, dass „der Großteil des Teams bei Wildlight Entertainment“ seinen Job verloren habe.

Zu den lauteren Stimmen gehörte auch der bekannte YouTuber Asmongold, der das Spiel kurzerhand als „Concord 2 abstempelte. Bei einem der Entwickler, Josh Sobel, kam diese Einordnung offenbar alles andere als gut an. Über seinen X-Account veröffentlichte Sobel daraufhin einen ausführlichen Beitrag, in dem er seine eigene Sicht der Dinge schilderte.

Offenbar als indirekte Reaktion auf Asmongold – ohne ihn namentlich zu erwähnen – veröffentlichte Josh Sobel auf seinem inzwischen gelöschten Account einen Beitrag mit dem Titel „Reflecting on shipping my first game (Highguard)“. Darin beschrieb er die Stimmung im Team vor der Enthüllung bei den Game Awards sowie die Reaktionen, nachdem Geoff Keighley das Spiel als letzten Titel der Show präsentiert hatte. „Nach 2,5 Jahren leidenschaftlicher Arbeit an Highguard waren wir bereit, es der Welt zu zeigen. Die Zukunft schien vielversprechend.“ Er betonte zudem, dass sowohl sein persönliches Umfeld als auch das „interne Feedback vor der Enthüllung“ von „unvoreingenommenen Quellen“ durchweg optimistisch ausgefallen seien. „Doch dann wurde der Trailer veröffentlicht – und ab da ging es nur noch bergab.“

In einer Reaktion auf den Beitrag hieß es: „Glaubst du wirklich, dass all deine Freunde und Verwandten dir sagen werden, dass dein Spiel schlecht ist? Nein. Sie werden die guten Seiten sehen und versuchen, alles positiv darzustellen, um dich glücklich zu machen. Das ist toxische Positivität.“

In seinem Beitrag argumentierte Josh Sobel, dass Content Creator häufig auf negative Inhalte oder sogenanntes „Ragebait“ setzen, um Aufmerksamkeit und Klicks zu generieren. Asmongold widersprach dieser Darstellung deutlich und bezeichnete sie als Trugschluss: Content Creator würden in erster Linie das aufgreifen, was der allgemeinen Stimmung entspreche. „Jeder liebt Baldur's Gate 3. Wenn du Views willst, sprich darüber, dass Baldur’s Gate 3 gut ist“, erklärte er und führte mehrere Beispiele zur Untermauerung seiner These an.

Sobel folgte damit dem Muster ähnlicher Projekte, die bei Misserfolgen die Verantwortung auf das eigene Publikum abwälzen. So zumindest der Vorwurf: Nahezu jede Reaktion oder Rückmeldung, die nicht seiner eigenen Sichtweise entsprach, habe er rasch als „Hass“ eingeordnet. Das reichte von Kommentaren, die Figuren wie den Start-Helden Atticus als „John Video Game“ verspotteten, bis hin zu Nutzern, die ironisch Bewerbungen bei McDonald’s posteten. „Zum Launch erhielten wir über 14.000 Review-Bombings von Spielern mit weniger als einer Stunde Spielzeit. Viele haben nicht einmal das erforderliche Tutorial abgeschlossen“, erklärte Sobel weiter und kritisierte erneut die Reaktionen der Community auf den Titel.

Asmongold setzte sich in seinem Video ausführlich mit den Aussagen des Entwicklers auseinander. Sein Tonfall war dabei zwar spürbar schärfer als nötig, doch aus seiner Sicht ändert das nichts an der Substanz der Kritik, die er – ebenso wie andere – geäußert habe. Dabei gehe es nicht nur um die Qualität des Spiels selbst, sondern auch um den Umgang der Entwickler mit Rückmeldungen. Seit einige Studios bei Misserfolgen vermehrt die Spielerschaft in die Verantwortung nehmen, stoßen ähnliche Vorwürfe gegenüber Gamern häufig auf besonders heftige Gegenreaktionen.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-02 > „Gamer sind schuld“ geht nach hinten los: Highguard-Entwickler erntet heftige Kritik für Rundumschlag gegen Reviews und Memes
Autor: Rahim Amir Noorali, 17.02.2026 (Update: 17.02.2026)