Wenn ein Studio, das von den leitenden Designern von Titanfall und Apex Legends gegründet wurde, einen neuen Shooter auf den Markt bringt, sind polarisierende Reaktionen vorprogrammiert. Und tatsächlich kämpft Highguard von Wildlight Entertainment derzeit auf Steam seine ganz eigene Schlacht. Das am 26. Januar 2026 veröffentlichte Spiel schoss sofort auf einen massiven Spitzenwert von 97.249 gleichzeitig aktiven Spielern. Doch diese Neugier schlug sehr schnell in Frustration um. Das Spiel ist momentan unter rund 16.500 Rezensionen begraben, von denen erschreckende 71 % negativ ausfallen.
Highguard ist ein „PvP-Raid-Shooter“, wie es die Entwickler nennen. Es handelt sich um ein Format für drei gegen drei Spieler, das versucht, die Heldenfähigkeiten von Apex mit den Basis-Angriffsmechaniken eines MOBA zu kombinieren. Man spielt als „Warden“, ein arkaner Revolverheld, und beginnt jedes Match damit, eine buchstäbliche Burg auszuwählen und zu befestigen.
Das Spiel läuft in vier Phasen ab: Eine Minute lang werden die Mauern verstärkt, zwei Minuten lang reitet man auf Reittieren über die riesige Open-World-Map, um bessere Ausrüstung zu erbeuten, und anschließend wird um ein „Shieldbreaker“-Schwert gekämpft. Wer das Schwert ergreift, beschwört ein massives Belagerungsturm-Portal herauf und verbringt die letzten Minuten damit, die Stromgeneratoren der Gegner in die Luft zu jagen, bevor diese die Bomben entschärfen können.
Das große Problem ist, dass die Idee zwar großartig klingt, die Umsetzung laut den Rezensionen jedoch enttäuscht. Die meisten Zocker beschweren sich, dass die Spielwelt für ein 3-gegen-3-Format zu weitläufig ist. Dadurch gibt es lange Phasen, die eher an einen „Pferde-Simulator“ erinnern, da man oft fünf Minuten lang keiner Menschenseele begegnet.
Die technischen Probleme sind sogar noch gravierender: Selbst auf High-End-Grafikkarten der 50er-Serie bricht die Bildrate ein und die Abhängigkeit von starkem Upscaling lässt das Spiel unscharf und ungeschliffen wirken. Hinzu kommt, dass Secure Boot für den Anti-Cheat erforderlich ist, wodurch ein großer Teil der Spieler direkt abgeschreckt wurde.
Ein Teil dieser heftigen Reaktionen könnte auch darauf zurückzuführen sein, dass der Hype um die Game Awards nachlässt. Da das Spiel den prestigeträchtigen letzten Slot („One More Thing“) bei den TGA 2025 einnahm, war die Vorfreude entsprechend groß. Kritiker bezeichnen es nun als eine „selbsterfüllende Prophezeiung des Hasses“, bei der ein verwirrender Trailer und ein noch verwirrenderes Gameplay bei den Spielern das Gefühl hinterlassen haben, die Entwickler von Wildlight hätten ihr Gespür verloren.
CEO Dusty Welch hat bereits zugegeben, dass der ursprüngliche Trailer den Gameplay-Loop nicht gut dargestellt hat. Da die Steam-Bewertung jedoch im Bereich „Größtenteils negativ“ feststeckt, befindet sich das Studio in einem Wettlauf gegen die Zeit, um das Spiel zu optimieren, bevor die Spielerzahlen der Bewertung folgen.























