Bei der Xbox Developer Direct wurde angekündigt, dass das Fable-Reboot im Herbst plattformübergreifend erscheint. Gleichzeitig startet Forza Horizon 6 zunächst exklusiv für Xbox, bevor es später für die PS5 veröffentlicht wird. Das sorgt bei Besitzern der Xbox Series X|S für Verunsicherung – viele fragen sich, ob die Konsole künftig noch echte plattformspezifische Vorteile bietet. Darüber spricht GamesRader einem aktuellen interview mit Xbox-Chef Craig Duncan, der versucht, Microsofts Strategie einzuordnen.
Begrenzte Exklusivität bleibt bestehen
Duncan wurde gefragt, nach welchen Kriterien Microsoft entscheidet, welche Titel direkt zum Launch auch auf anderen Plattformen erscheinen. In Anlehnung an frühere Aussagen von Phil Spencer erklärt er: „Wir wollen unsere Spiele so vielen Spielern wie möglich zugänglich machen.“
Er räumt ein, dass die Portierungen von Sea of Thieves und Forza Horizon 5 für die PlayStation die Reichweite der Titel deutlich vergrößert haben. Dennoch erscheinen auch zu Beginn des Jahres 2026 weiterhin bestimmte Projekte zunächst exklusiv für Xbox. Der Manager gibt offen zu, dass der plattformübergreifende Ansatz nicht in allen Fällen einheitlich umgesetzt wird.
Verschiedene Faktoren, wie zum Beispiel die Ressourcen des Entwicklerstudios, können den Release-Zeitpunkt maßgeblich beeinflussen. Zudem benötigen Entwickler zusätzliche Zeit, um Spiele für unterschiedliche Systeme zu optimieren. So bietet etwa der DualSense-Controller der PS5 haptische Feedback-Funktionen, die eine angepasste Umsetzung erfordern. Dennoch hat das andere Publisher nicht davon abgehalten, ihre Titel direkt zum Start für mehrere Konsolen anzubieten.
Weitere Gründe für verzögerte PS5-Umsetzungen
Sowohl Forza Horizon 6 als auch das Fable-Reboot entstehen unter der Leitung von Playground Games. Selbst für ein gut ausgestattetes Studio könnte es schwierig sein, einen gleichzeitigen Launch auf Xbox-Konsolen, PC und PS5 umzusetzen. Gleichzeitig dürfte Microsoft ein Interesse daran haben, Rennspiel-Fans zunächst einen Anreiz zu bieten, ein Xbox Game Pass-Abo abzuschließen.
Duncan erklärte zudem, dass der Publisher bei Plattformentscheidungen bewusst flexibel bleiben wolle. Man werde sich eine „optionality“ bewahren, also je nach Projekt unterschiedliche Prioritäten setzen. „Bei manchen Spielen starten wir vielleicht zuerst auf dem PC, bei anderen zunächst auf der Konsole“, so der Xbox-Chef. Als Beispiel nannte er Grounded 2, wobei ein Early-Access-Titel nicht unbedingt als idealer Vergleich gilt.
Unter dem Strich liefert das Interview jedoch kaum eine klarere Perspektive auf Microsofts langfristige Strategie. Der Artikel weist aber zumindest darauf hin, dass der Publisher bereits im Jahr 2025 sechs First-Party-Xbox-Spiele auf die konkurrierende PS5 gebracht hat. Diese Zahl dürfte weiter steigen. Wann zeitlich begrenzte Exklusivität vollständig verschwinden könnte, bleibt weiterhin offen.



















