Das Kult-Spiel Doom ist bekannt dafür, auf fast allem zu laufen. So haben Fans den dämonischen Ego-Shooter aus dem Jahr 1993 schon auf Taschenrechnern, Geldautomaten oder sogar digitalen Schwangerschaftstests zum Laufen gebracht – und nun sogar auf In-Ear-Kopfhörern. Das Projekt heißt Doombuds, basiert auf den PineBuds Pro und stammt vom australischen Webentwickler Arin Sarkisian.
Das Spiel läuft dabei tatsächlich über den Prozessor der Kopfhörer. Möglich wird das durch die offene Firmware der PineBuds Pro und umfangreiche technische Anpassungen. Der verbaute ARM-Cortex-M4F-Chip wurde von 100 auf 300 MHz übertaktet, Energiesparfunktionen deaktiviert und der verfügbare Arbeitsspeicher durch das Abschalten eines Co-Prozessors erweitert. Außerdem wurde Doom stark abgespeckt: Konstante Variablen wurden in den Flash-Speicher ausgelagert, internes Caching entfernt und statt der normalen Shareware-Datei kommt eine stark verkleinerte „Squashware“-WAD mit nur 1,7 MB zum Einsatz.
Da die Kopfhörer kein Display haben, erfolgt die Bildausgabe über eine serielle UART-Verbindung. Einzelne Frames werden als JPEGs kodiert und im Browser als MJPEG-Stream dargestellt. Bei klassischer Doom-Auflösung von 320 × 200 Pixeln erreicht das System rund 18 Bilder pro Sekunde. Theoretisch wären bis zu 27 Bilder pro Sekunde möglich, die Wiedergabe ist in der Praxis aber durch die begrenzte CPU-Leistung beim Echtzeit-JPEG-Encoding auf dem Kopfhörer beschränkt.
Über die Projektwebsite können sich Nutzer in eine Warteschlange einreihen und Doom direkt über die Kopfhörer spielen, die auf der Website des Herstellers aktuell für 69,99 US-Dollar erhältlich sind – zuzüglich 11,99 US-Dollar für den Versand nach Deutschland. Einen tatsächlichen Nutzen hat das Experiment zwar nicht, aber es ist ein weiteres kreatives Beispiel für den „Can it run Doom“-Trend und zeigt, dass sich das Spiel sogar auf Devices ohne Display wiedergeben lässt.
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