Notebookcheck

Test AVM FritzBox 7590: Bedienung und Funktionsumfang sind Trumpf

Klaus Hinum 👁, 01.10.2019

Funktionsriese! Die Fritzbox 7590 ist das aktuelle Topmodell von AVM und bietet neben der Funktionalität als WLAN-Router auch ein DSL Modem, DECT Telefonie, WLAN-Mesh und eingeschränkte Smart-Home-Features. Wir sehen uns das Topmodell im Test an.

Hardware

Das Design der Fritz!Box ist angenehm dezent ausgefallen und dank der fehlenden WLAN-Antennen stört sie optisch nicht. Die meisten Anschlüsse sind auf der Rückseite wodurch man auch die LAN Kabel gut verstecken kann. Haptisch ist der verwendete Kunststoff keine Offenbarung, aber erfreulicherweise sieht man Kratzer und Staub auf dem weißen Kunststoff nicht so stark wie bei den üblichen schwarzen Hochglanzoberflächen. Insgesamt hinterlässt der Router also einen sehr guten Eindruck.

Software

Gut strukturiertes und umfangreiches Web-Interface der Fritzbox
Gut strukturiertes und umfangreiches Web-Interface der Fritzbox

Die große Fritzbox bietet neben zahlreichen Hardwarefeatures auch ein umfangreiches Software-Repertoire. Der Hersteller AVM legt auf eine einfache Bedienung großen Wert. Dies zeigt sich von der Installation bis zur nachträglichen Konfiguration. Das per fritz.box erreichbare Webinterface ist klar strukturiert und ließ im Test kaum Wünsche offen. Over-the-Air-Updates, Diagnose-Funktionen und App-Support gehören zu den Highlights.

WLAN Router

Die 7590 unterstützt leider noch nicht das neue Wi-Fi 6 (802.11ax) sondern begnügt sich noch mit Wi-Fi 5 (802.11ac). Sie kann gleichzeitig im 2.4 und 5 GHz Band operieren und optional auch nur mit einer SSID und automatischer Umschaltung zwischen den beiden Bandbreiten. Dies funktionierte im Test mit Macs und iPads jedoch nur mäßig. In der Grauzone wo 5 GHz noch empfangbar ist aber keine guten Datenraten bzw. keine stabile Verbindung erreicht, schaltete die Fritzbox nicht automatisch um. Dieses Problem hat man zwar auch bei den Endgeräten mit getrennten Netzen (SSIDs), aber man hat die Option im Grenzbereich manuell auf den 2.4 GHz Bereich umzustellen.

Bei der Geschwindigkeit merkt man etwas die fehlenden externen Antennen im Vergleich zu unserem Linksys EA8500 Referenzrouter. Wenn sich eine Betondecke und eine Ziegelwand zwischen Router und Notebook befinden, messen wir deutlich geringere Datenraten als mit dem Linksys Router. Trotzdem erreichen wir eine stabile Verbindung und die Performance ist ausreichend um ein kleines Einfamilienhaus zu versorgen (bei zentraler Aufstellung).

Emissionen

Die Fritz!Box 7590 wurde im Test relativ heiß. Wir messen 41°C an der weißen Oberseite und bis zu 48°C bei den Lüftungsschlitzen. Der Stromverbrauch ist mit 10 - 11 Watt im Rahmen (= max. 96 kWh und somit etwa 29 Euro bei 30 Cent/kWh pro Jahr). 

Fritz!WLAN Repeater 1750E

Zum einfachen Erweitern des WLAN-Netzwerkes und der Reichweite
Zum einfachen Erweitern des WLAN-Netzwerkes und der Reichweite
Der Repeater wird relativ heiss mit 3 Hotspots auf der Oberfläche.
Der Repeater wird relativ heiss mit 3 Hotspots auf der Oberfläche.

Sollte die Reichweite nicht ausreichen, kann man das WLAN-Netz per Mesh erweitern. Wir haben im Test den Fritz!WLAN Repeater 1750E benutzt um die Reichweite zu erhöhen. Der Repeater ist schnell eingerichtet (gleichzeitiger Knopfdruck bei Erstinstallation reicht am Router und am Repeater) und erweitert das Netzwerk zuverlässig. Die Reichweite des Repeaters ist jedoch auch eingeschränkt und die Position muss gut gewählt werden (da er ja selbst noch einen guten Empfang zum Router benötigt). Praktisch ist der verbaute Gigabit LAN Port mit dem man den Repeater auch per LAN zum Router verbinden kann oder eine WLAN Brücke zu einem drahtgebundenen Gerät (z.B. einen Desktop) erzeugen kann.

Mit 3-4 Watt Stromverbrauch (= max 10,5 Euro pro Jahr) benötigte der Repeater im Test nicht übermäßig viel Energie, jedoch wird die Oberfläche relativ heiß. Wir messen 42°C an der Oberseite.

FRITZ!Powerline 1260E

Powerline Performance ist abhängig von den Stromleitungen
Powerline Performance ist abhängig von den Stromleitungen

Eine weitere Möglichkeit das Netzwerk ohne zusätzliche Verkabelung zu erweitern, ist das 1260E Powerline-Set. Damit können die vorhandenen Stromkabel im Haus genutzt werden. In dem für den Test genutzten etwa 15 Jahre alten Reihenhaus klappte dies jedoch nur im selben Stromkreis mit guten Datenraten. Verschiedene Stromkreise in unterschiedlichen Stockwerken führten nur noch zu niedrigen Geschwindigkeiten und keinerlei Vorteil zu der direkten WLAN Verbindung. Die Einrichtung war jedoch wie bei den anderen AVM Produkten einfach zu bewerkstelligen. 

FRITZ!DECT 200

Fernsteuerbare Steckdose mit Strommessung
Fernsteuerbare Steckdose mit Strommessung

Zusätzlich zu den Netzwerkfunktionen kann man mit der Fritzbox und den eingebauten DECT Funktionen (für drahtlose Telefone) auch Smart-Home Funktionen realisieren. Die Fritz!Dect 200 ist eine intelligente Steckdose, die sich per Router und App steuern lässt und auch den Strom der angeschlossenen Geräte messen kann. Auch hier war die Einrichtung wieder relativ einfach und der kleine Stecker funktionierte problemlos.

Fazit

Die Fritz!Box 7590 ist ein aktueller WLAN Router mit einfacher Bedienung und umfangreichen Funktionen. Durch die fehlenden externen Antennen erreicht AVM ein unauffälliges Design, welches sich in jede Wohnung gut einbinden lässt. Dafür opfert man etwas WLAN Reichweite und Performance. Die Bedienung per Web-Interface und App gefiel uns im Test sehr gut und das umfangreiche (optionale) Zubehör gefällt durch die einfache Einrichtung und den Funktionsumfang. Dadurch können wir die Fritz!Box und auch die Zubehörprodukte guten Gewissens weiterempfehlen und sind gespannt auf die kommenden Wi-Fi 6 (802.11ax) Produkte aus dem Hause AVM.

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Autor: Klaus Hinum,  1.10.2019 (Update:  1.10.2019)