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AVM untersagt Online-Händler den Verkauf von gebrauchten Fritzboxen

AVM untersagt Online-Händler den Verkauf von gebrauchten Fritzboxen
AVM untersagt Online-Händler den Verkauf von gebrauchten Fritzboxen
Der Fritzbox-Hersteller hat per einstweiliger Verfügung einem Händler untersagt gebrauchte Fritzboxen zu verkaufen. Der Händler hatte gebrandete Modelle mit der normalen Firmware aufbereitet und zu günstigen Konditionen verkauft. Die zukünftige Gerichtsentscheidung dürfte auch für andere Fälle richtungsweisend sein.
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Der Online-Händler Carlo Faber lagert bei sich derzeit rund 20.000 gebrauchte Modelle der Fritzbox 6490 Cable. Die Geräte stammen aus Mietbeständen von speziellen Kabelverträgen und hatten eine spezielle Provider-Firmware installiert und waren auch optisch (weiß statt rot) und per Logo gebrandet.

Der Händler hatte diese völlig intakten, aber durch die spezielle Firmware praktisch nutzlosen Boxen gewartet, das Logo entfernt und die übliche AVM-Firmware aufgespielt. Dadurch werden diese speziellen AVM-Modelle nun auch mit den üblichen Updates versorgt und können mit jedem Provider verwendet werden. Carlo Faber hat die gebrauchten und gewarteten Boxen dann zu günstigen Konditionen weiterverkauft.

Allerdings sind diese Gebraucht-Fritzboxen AVM scheinbar ein Dorn im Auge, denn jedes günstig gebraucht verkaufte Modell bedeutet zumindest theoretisch ein weniger verkauftes Neumodell bei AVM. Daher untersagte der Hersteller dem Online-Händler gerichtlich zunächst den Verkauf. Die Anwälte von AVM argumentieren, dass die Änderung der Firmware „eine nicht zuverlässige Produktänderung“ sei. Immerhin seien diese Modelle speziell für die Netzbetreiber und nicht für den freien Handel gedacht.

Der Händler hält dagegen und meint, dass das Aufspielen der normalen Hersteller-Firmware „keine Beeinträchtigung der Ware mit sich bringt“. Ganz im Gegenteil, dadurch hätte man erst dafür gesorgt, dass sie nun „einwandfrei funktionsfähig und sicher“ nutzbar sei.

Sollte AVM Recht bekommen, so müsste der Händler 20.000 einwandfrei funktionierende Fritzbox-Modelle auf den Müll werfen und das in Zeiten, in denen AVMs aktuelle Kabel-Box sowieso gerade schwer erhältlich ist. Alternativ müsste er die Boxen mit der teilweise 5 Jahre alten und somit unsicheren Unitymedia-Firmware verkaufen. Dann müssen sich die Kunden selbst um ein Aufspielen der AVM-Firmware kümmern. Die Gerichtsentscheidung dürfte auch Präzedenzfall für weitere Fälle ähnlicher Art werden.

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c't 8/2020 via Heise

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Autor: Christian Hintze, 30.03.2020 (Update: 30.03.2020)
Christian Hintze
Aus Interesse an Computer-Spielen habe ich ein Informatikstudium begonnen, bin dann doch Diplom-Psychologe geworden, aber den Spielen und der Hardware treu geblieben. Z.B. beim Auslandsjahr in London als Spieletester bei Sega. In meiner Freizeit finde ich neben PC-Spielen Ausgleich beim Sport (mittlerweile vorwiegend Hallenfußball und meinem Kleinkind hinterher laufen), Gitarre spielen und Bambusräder bauen (na gut, bisher nur ein einziges unter Anleitung).