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Test Nokia Streaming Box 8000 Set Top Box – Sogar für analoge Fernseher

Leistungsstarkes Smart-TV-Upgrade. Die Streaming Box 8000 ist Nokias erste Set-Top-Box, mit ihr kann man jeden Fernseher zum Smart-TV machen. Für knapp 100 Euro gibt es jede Menge Anschlüsse, Google Assistant und eine beleuchtete Fernbedienung. Warum wir die Box als gutes Angebot empfinden, erfahren Sie im Test.
Nokia Streaming Box 8000

Nokia tritt mit der Streaming Box 8000 in Konkurrenz zu Amazons FireTV-Familie und Nvidias Shield TV, hat sich aber mit 99 Euro einen Preispunkt zwischen den beiden etablierten Anbietern ausgesucht: Während die FireTV-Sticks alle deutlich günstiger sind und sich nur der FireTV Cube in ähnlichen Preisregionen bewegt, muss man für Nvidias sehr schnelles Shield TV mindestens 50 Euro mehr zahlen, das Shield TV Pro schlägt sogar mit über 200 Euro zu Buche.

Die Unterschiede sind aber auch deutlich: Während Amazon vor allem die eigenen Kunden anspricht und die Software stark auf das hauseigene Prime Video ausgelegt ist, versteht sich das Shield TV eher als "Gaming Konsole Light", mit der man alle Games aus dem Google Play Store auf dem großen Fernseher zocken kann.

Nokia wiederum will eine hochwertige Set-Top-Box bieten für alle, denen das Shield TV zu teuer ist und die eher ein pures Android TV haben wollen, als die mit Werbung versehenen Sticks von Amazon.

Spezifikationen

Maximale Auflösung 4K UltraHD
Audio-Dekodierung Dolby Digital Plus
Betriebssystem Android 10
Chipsatz Amlogic S905X3
CPU Quad-Core Cortex-A53
GPU ARM Mali-G31 MP2
RAM 2 GB DDR3
Speicher 8 GB eMMC-Flash
Anschlüsse HDMI, USB-A 3.0, optisches Audio, 3,5mm-AV, USB-C, Ethernet, DC IN
WLAN WiFi 4 2,4 GHz, WiFi 5 5 GHz
Bluetooth 4.2
Stromverbrauch max. 12 Watt
Maße und Gewicht 112x112x24 mm, 250 Gramm
Lieferumfang Streaming Box, Bluetooth-Fernbedienung, Netzteil, HDMI-Kabel, Batterien, Installationsanleitung
Preis (UVP) 99,- EUR

Design und erster Eindruck - Skandinavischer Purismus

Die Box der finnischen Marke Nokia kommt eigentlich aus Mitteleuropa, Amerika und dem fernen Osten: Die österreichische Firma Streamview hat nämlich die Lizenz für Smart TVs unter der Marke und war entsprechend auch verantwortlich für die erste Set-Top-Box unter dem Namen Nokia. Designed wurde das Gehäuse in Kalifornien, wie man der Unterseite der Streaming Box entnehmen kann und zusammengebaut schließlich wurde das Gerät in China.

Das Design des globalen Produkts ist dennoch skandinavisch, nämlich schlicht in Schwarz gehalten, mit quadratischer Form, matter Oberseite und einem glänzenden Markenschriftzug. 

Positiv fällt uns sofort die umfassende Anschlussvielfalt auf: So gibt es einen Ethernet-Anschluss und sogar einen optischen Tonausgang, sodass man die Streaming Box 8000 direkt an ein Soundsystem anschließen kann oder auch eigene Lautsprecher verbinden. Zudem gibt es einen 3,5mm-AV-Ausgang, mit dem sich sogar ältere Fernsehgeräte ohne HDMI mit der Streaming Box verbinden lassen. Theoretisch ließe sich so ein Röhrenfernseher zum Smart TV machen.

Schaltet man die Box ein, so leuchtet eine weiße LED an der Vorderseite, uns persönlich war sie zu hell, um die Streaming Box direkt nebem dem Bildschirm stehen zu haben.

Nokia Streaming Box 8000
Nokia Streaming Box 8000

Einrichtung und Oberfläche - AndroidTV in Reinform

Wer schon die Smart-TV-Funktionen eines AndroidTV gesehen hat, der wird sich schnell zurecht finden: Nokia bzw. Streamview verwendet Android 10 für seine Set-Top-Box. Die Ersteinrichtung geht recht schnell vonstatten: Nachdem man das Gerät mit dem Fernseher verbunden hat, braucht es nur wenige Bildschirme für die Einrichtung. Ein Handy mit Browser oder ein PC können genutzt werden, wenn einem die Bildschirmtastatur zu kompliziert ist.

Schon hier fällt auf, dass die Nokia Streaming Box 8000 im Vergleich zu einem FireTV Stick 4K deutlich flotter und flüssiger agiert. Auch startet die Box recht schnell, allerdings braucht es bei einer WLAN-Verbindung ein bisschen, bis diese wieder hergestellt ist, wenn das Gerät ganz abgeschaltet war.

Dass Android zum Einsatz kommt, bedeutet auch, dass man Zugriff auf tausende Apps aus dem Google Play Store hat. Die meist genutzten sind schon vorinstalliert: Netflix, Amazon, Disney+ und Google Play kann man für das Streaming ab Werk verwenden. Auch die Mediatheken der klassichen Fernsehsender und andere Apps lassen sich aber schnell einrichten.

Nokia Streaming Box 8000

Bedienung – Beleuchtete Fernbedienung

Da die Box über eine Bluetooth-Fernbedienung verfügt, kann man sie auch problemlos hinter dem Fernseher oder in einem Regal platzieren, die Funksignale kommen auch ohne Sichtkontakt an. Nur beim ersten Einrichten der Fernbedienung sollte man etwas näher an die Streaming Box herangehen.

Es gibt sogar Zahlentasten auf der Fernbedienung, die insgesamt recht hochwertig wirkt, aber deutlich kleinteiliger ist als Amazons Fernbedienung für FireTV. Es gibt Direktwahltasten für die wichtigsten Streaming-Dienste und eine eigene Taste für den Google Assistant. Toll: Die Fernbedienung leuchtet im Dunkeln, sodass man alle Tasten leicht findet.

Schön und ärgerlich zugleich: Im Gegensatz zu FireTV, wo man mit der Fernbedienung nur den Fernsehton über HDMI-CEC lauter und leiser machen kann, gibt es bei der Streaming Box 8000 eine eigene Lautsträrkeregelung, allerdings bietet diese keinen sehr großen Umfang. Wenn man externe Lautsprecher nutzt, mag das eine gute Lösung sein, wer ohnehin die Lautsprecher des Fernsehers nutzt, wird sich ärgern, dass er noch eine weitere Fernbedienung für die Lautstärke des Fernsehers braucht.

Nokia Streaming Box 8000

Besondere Features – Chromecast und externe Laufwerke

Die Nokia Streaming Box 8000 hat einen Google Chromecast eingebaut, sodass man von seinem Android-Smartphone direkt auf die Set-Top-Box streamen kann.

Am Gehäuse findet sich ein USB-Anschluss, über den man externe Laufwerke mit Mediendaten verbinden kann. Diese lassen sich dann auswählen und abspielen. Auch eine Tastatur lässt sich hier anschließen, dises kann aber auch per Bluetooth verbunden werden. Der USB-C-Anschluss an der Rückseite kann zum Laden eines Handys genutzt werden.

Der Google Assistant sucht auf Sprachkommando automatisch nach allen Inhalten in den Apps, die man installiert hat, nach neuen Apps und kann auch Fragen beantworten, die man ihm stellt. Wer nicht mag, dass Google ständig mithört, der kann ihn in den Optionen zumindest in seinen Möglichkeiten beschneiden.

Nokia Streaming Box 8000

Fazit - Viel geboten

Im Test: Nokia Streaming Box 8000. Testgerät zur Verfügung gestellt von Nokia Deutschland.
Im Test: Nokia Streaming Box 8000. Testgerät zur Verfügung gestellt von Nokia Deutschland.

Nokias Streaming Box 8000 ist ein gelungener Start in die Welt der Set-Top-Boxen für die finnische Marke und ihre Partner. Set-Top-Boxen mit Android gibt es zwar viele, aber das flotte System und besondere Features wie der eingebaute Chromecast, die vielen Anschlüsse und die Möglichkeit, sogar analoge Fernseher zum Smart-TV zu machen, sind doch etwas Besonderes.

99 Euro sind auch eine gute Preisgestaltung: Die Box ist damit teurer als Amazons FireTV-Sticks, dafür bekommt man aber auch mehr Flexibilität und wer Amazon Prime Video nicht nutzt, muss sich nicht ständig mit Werbung nerven lassen. Gleichzeitig ist die Streaming Box 8000 deutlich günstiger als Nvidias Shield TV, das sich eher an Enthusiasten richtet.

Insgesamt liefert Nokia hier eine gute Set-Top-Box ab, die hochwertig wirkt und zu einem mittleren Preis vernünftige Leistung und gute Ausstattung bietet.

In unserem Test lief die Streaming Box 8000 stabil. Abstürze stellten wir auch nach einigen Tagen Nutzung nicht fest. Wenn möglich sollte man die Box aber per Ethernet verbinden, denn ganz selten hatten wir Verbindungsabbrüche zum WLAN und beim Start des Gerätes braucht das WiFi ein wenig, um sich zu verbinden.

Preis und Verfügbarkeit

Nokias Streaming Box 8000 ist bereits bei vielen Händlern verfügbar, beispielsweise bei notebooksbilliger.de. Die Preise sind noch recht einheitlich um die 99 Euro, lagen aber auch schon einmal 10 Euro tiefer.

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Autor: Florian Schmitt, 18.02.2021 (Update: 19.02.2021)
Florian Schmitt
Florian Schmitt - Managing Editor Mobile
Als ich 12 war, kam der erste Computer ins Haus und sofort fing ich an rumzubasteln, zu zerlegen, mir neue Teile zu besorgen und auszutauschen – schließlich musste immer genug Leistung für die aktuellen Games vorhanden sein. Als ich 2009 zu Notebookcheck kam, testete ich mit Leidenschaft Gaming-Notebook, seit 2012 gilt meine Aufmerksamkeit vor allem Smartphones, Tablets und Zukunftstechnologien.