USA verbieten alle neuen WLAN-Router für Endverbraucher

Die US-Funkbehörde FCC hat eine neue Richtlinie veröffentlicht, laut der keinerlei neue WLAN-Router, die für Endverbraucher bestimmt sind, eine FCC-Zertifizierung erhalten werden, wodurch diese in den USA auch nicht mehr verkauft werden dürfen. Um eine FCC-Zertifizierung für einen Router zu erhalten, müsste dieser vollständig in den USA hergestellt werden, und zwar inklusive der gesamten Versorgungskette und der Software, während alle beteiligten Unternehmen im Eigentum von US-Bürgern sein müssen. Selbst das Management muss sich ausschließlich aus Staatsbürgern der USA zusammensetzen.
Diese strengen Vorgaben erfüllen nicht einmal Router wie Googles Nest WiFi Pro (ca. 120 Euro auf Amazon). Router, die bereits auf dem Markt sind und demnach eine FCC-Zertifizierung besitzen, dürfen vorerst weiter verkauft werden, allerdings sind Software- und Sicherheitsupdates für diese Modelle durch eine Ausnahmeregelung nur noch bis 1. März 2027 erlaubt. Wer weiterhin Router in den USA verkaufen möchte, und keine Versorgungskette ohne Komponenten aus anderen Ländern auf die Beine stellen kann, der kann eine Ausnahme beantragen.
Die Auflagen für eine derartige Ausnahme fallen aber so streng aus, dass diese für viele Unternehmen nicht tragbar sein dürften. Denn die FCC verlangt nicht nur, dass die gesamte Firmenstruktur samt Eigentümer offengelegt wird, auch die gesamte Liste an Komponenten inklusive Herstellungsland, Kosten und möglicher Alternativen muss veröffentlicht werden. Die FCC verlangt zu wissen, wer für Software-Updates zuständig ist, und warum eine Fertigung in den USA nicht möglich wäre, gefolgt von einem verpflichtenden Plan, eine Produktion in den USA zu etablieren.
Unter dem Deckmantel der nationalen Sicherheit sperren die USA also quasi jeden Router-Hersteller vom eigenen Markt aus. Da bestehende Modelle weiterhin verkauft werden dürfen, wird es einige Monate dauern, bevor diese Regelung Auswirkungen auf Konsumenten hat. Spätestens das Ende der Frist für Sicherheitsupdates könnte aber zu massiven Sicherheitslücken in US-Haushalten führen.








