
Urtopia Carbon Fold 2 im Test: Leicht, agil und schnell gefaltet
Agil und klappbar
Das Urtopia Carbon Fold 2 ist ein leichtes und faltbares E-Bike, welches mit einem starken Nabenmotor kommt. Wir testen die Alltagstauglichkeit und auch den beworbenen Faltmechanismus. Das Carbon Fold 2 schlägt sich dabei sehr gut, nur der Akku bereitet uns ein wenig Bauchschmerzen.Silvio Werner Veröffentlicht am 🇺🇸 🇳🇱 ...
Das Carbon Fold 2 ist ein alltagstaugliches Carbon-Faltrad
Mit dem Carbon Fold 2 bietet Urtopia ein spritziges, faltbares E-Bike an. Der Carbonrahmen, das geringe Gewicht und die kleinen Laufräder sorgen nicht nur für kompakte Abmessungen – insbesondere im gefalteten Zustand –, sondern auch für einen sehr direkten Fahreindruck. Für den Einsatz abseits befestigter Wege ist das Rad nur eingeschränkt geeignet, typische Wald- und Feldwege meistert es jedoch noch. Der Drehmomentsensor sorgt dabei für eine dynamische und durchzugsstarke Unterstützung.
Das Fahrrad ist eine gute Wahl für Käufer, die sich in der Stadt multimodal bewegen oder ein kompaktes Rad für den Urlaub suchen. Die Ergonomie ist für eher kürzere bis mittellange Strecken passend. Kritisch bleibt allerdings der fehlende Diebstahlschutz für den Akku, der sich ohne großen Aufwand und komplett ohne Werkzeug entnehmen lässt. Dass das Carbon Fold 2 nicht auf eine App angewiesen ist, sondern über das integrierte Display bedient wird, ist dagegen im Alltag angenehm unkompliziert.
Mit einem Preis von 1.999 Euro positioniert sich das Urtopia Carbon Fold 2 im gehobenen Preissegment. Schwerere und teils auch schlechter ausgestattete, faltbare E-Bikes sind zwar bereits deutlich günstiger erhältlich (bei Amazon), das Preis-Leistungs-Verhältnis würde ich insgesamt aber als angemessen bis gut bewerten.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Das Urtopia Carbon Fold 2 ist direkt beim Hersteller für einen regulären Verkaufspreis von 1.999 Euro gelistet erhältlich. Derzeit wird noch ein Rabatt in Höhe von 200 Euro offeriert. Auch wenn es sich bei Urtopia um einen vornehmlich im Direktvertrieb aktiven Hersteller handelt, lassen sich Probefahrten vereinbaren – und zwar in überraschend vielen deutschen Städten, über das ganze Bundesgebiet verteilt.
Inhaltsverzeichnis
Das Urtopia Carbon Fold 2 ist ein faltbares E-Bike mit einem Carbon-Rahmen und einem Nabenmotor. Das Fahrrad kommt bereits mit einer alltagstauglichen Ausstattung und verzichtet im Gegensatz etwa zum von uns getesteten Urtopia Carbon 1 ST auf eine Mobilfunkanbindung.
Spezifikationen
| Kategorie | E-Bike |
| Material | Carbon (Rahmen u. Gabel) |
| Motor | Nabenmotor, 42 Nm |
| Sensorik | Drehmomentsensor |
| Gewicht mit Zubehörteilen | 16,5 Kilogramm (Herstellerangabe) |
| Akkukapazität | 244,8 Wh |
| Maximale Gesamtlast | 100 Kilogramm |
| Radgröße | 18 Zoll |
| Beleuchtung | Vorhanden |
| Bremsen | Tektro HD-M3120 |
| Schaltung | Shimano Altus-Kettenschaltung, 8 Gänge |
Sehr einfacher Zusammenbau
Das Urtopia Carbon Fold 2 profitiert bereits beim Aufbau vom Faltmechanismus: So wird das Fahrrad auch zusammengefaltet geliefert. Damit entfällt die - letztlich nicht aber wirklich komplizierte - Montage des Vorderrads. Befestigt werden müssen nur der Vorbau und der Lenker. Zudem muss das hintere Schutzblech noch festgeschraubt werden. Ist beim Carbon 1 ST ein Montageständer durchaus hilfreich, ist dieser beim Carbon Fold 2 definitiv nicht nötig. Den Luftdruck sollte man natürlich noch prüfen, ich musste noch ein gutes Bar auf die Reifen geben. Das Fahrrad ist mit jeder Menge Schaumstoff und zahlreichen Kabelbindern sehr gut im Paket gesichert.
Das Urtopia Carbon Fold 2 ist leicht und kompakt
Schon beim Zusammenbau fällt auf: Das Carbon Fold 2 ist leicht. So bringt das Fahrrad meiner Messung nach ungefähr 17 Kilogramm auf die Waage. Inklusive Zubehör gibt der Hersteller passende 16,5 Kilogramm an. Ich kann es damit völlig problemlos mit nur einer Hand hochheben. Das geringe Gewicht kommt dabei durch mehrere Faktoren zustande: So kommt ein leichter Carbonrahmen zum Einsatz, zudem ein tendenziell leichterer Nabenmotor und ein rund 245 Wh eher klein bemessener Akku. Zudem nutzt Urtopia mit 18 Zoll sehr kompakte Räder. Bei Falträdern sind häufig noch die etwas größeren 20-Zoll-Räder anzutreffen.
Das Urtopia Fold 2 ist im Auslieferungszustand schon für den Betrieb im öffentlichen Straßenverkehr geeignet. Es gibt eine Beleuchtung, wobei Scheinwerfer und Rücklicht auch über den Akku versorgt werden. Am hinteren Schutzblech ist auch noch ein Reflektor befestigt. Eine Klingel ist unter der Displayeinheit verbaut. Der Akku ist in die Sattelstange integriert. Das ist bei faltbaren E-Bikes nicht unüblich und im Prinzip auch eine sinnvolle Positionierung, allerdings gibt es dabei ein größeres und zwei kleine Probleme beim Carbon Fold 2. So lässt sich der Akku mit dem Schnellspanner sehr einfach herausnehmen und stehlen, es gibt also keinen Diebstahlschutz. In der Praxis lässt sich aber ein Diebstahlschutz erreichen, indem ein Kabelschloss genutzt und damit der Sattel festgeschlossen wird.
Ein weiteres, aber deutlich kleineres Problem mit dem Akku: Das Kabel zwischen Akku und E-Bike ist zumindest die ersten Male etwa fummelig zu installieren - nötig ist die Entnahme des Akkus zum Aufladen nicht, weil sich der Akku auch montiert laden lässt. Genutzt wird ein Nabenmotor. Urtopia setzt beim Carbon Fold 2 auf eine Altus-Kettenschaltung von Shimano und hydraulische Scheibenbremsen von Tektro. Die klappbaren Pedale sind im Prinzip Flachpedale, kommen aber mit jeweils acht Pins, was die Haftung verbessern kann.
Fahreindruck: Agil und stabil
Bei der ersten Testfahrt fällt sofort auf, dass sich das Carbon Fold 2 sehr agil und wendig fährt. Die Kombination aus den kleinen Laufrädern und dem geringen Gewicht sorgt auch ohne Unterstützung durch den Nabenmotor für eine gute Beschleunigung und eine direkte Umsetzung von Lenkimpulsen. Die aufrechte Sitzposition verstärkt diesen Eindruck zusätzlich. So lässt sich das Urtopia im Stadtverkehr schnell anfahren und präzise einlenken, was besonders im Alltag ein klarer Vorteil ist.
Unter schwierigen Bedingungen zeigt sich allerdings auch ein Nachteil: Über stark beschädigtes Kopfsteinpflaster oder ausgeprägte Bodenwellen bügelt das Carbon Fold 2 Unebenheiten nicht so souverän weg wie ein schweres, vollgefedertes E-Bike. Dadurch kann das Fahrgefühl etwas nervös werden. Im Test blieb das Fold 2 aber auch auf Kopfsteinpflaster, abgesenkten Bordsteinkanten und leichten Schotterwegen jederzeit gut kontrollierbar. Den Lenker muss man dann aber schon sicher im Griff behalten und eher aufmerksam gesteuert werden. Positiv wirkt sich die Vibrationsdämpfung des Carbonrahmens aus. Die Schaumstoffgriffe wirken zwar etwas ungewöhnlich, stellen im Betrieb aber keinen Nachteil dar.
Geschwindigkeiten über 30 km/h sind im rein manuellen Betrieb erreichbar. Die im Einsteigerbereich angesiedelte Shimano Altus-Kettenschaltung schaltet zumindest im Auslieferungszustand ohne Tadel. Günstigere Schaltgruppen können erfahrungsgemäß eher bei der langfristigen Haltbarkeit problematisch werden. Die Gangspreizung geht in Ordnung, auch bergauf und bergab lässt sich das Rad problemlos ohne Unterstützung fahren. Apropos bergab: Die hydraulischen Scheibenbremsen machen ihren Job ordentlich. Mit den Abmessungen des Fahrrads bin ich mit einer Körpergröße von 187 Zentimetern gut klargekommen, die Sitzposition ist eben sehr aufrecht.
Der Motor schiebt gut, die Reichweite passt
Der Nabenmotor wird von einem Drehmomentsensor gesteuert. Zusätzlich zu einem smarten Modus gibt es drei manuelle Stufen. Diese bieten unterschiedliche Leistungsniveaus, deren Intensität sich justieren lässt. Bereits in der zweiten Stufe und in den Standardeinstellungen schiebt der Motor schon sehr ordentlich an. Die Unterstützung fühlt sich sehr dynamisch an, wodurch das Anfahren spritzig gelingt. Das verstärkt das ohnehin agile Fahrgefühl gleich noch einmal um ein ganzes Stück. Im Test habe ich den smarten Modus oft und gerne genutzt, da er die Leistung intuitiv und meiner Erfahrung nach sinnvoll anpasst.
Das Display zeigt nicht nur die aktuelle Trittfrequenz an, sondern schlüsselt auch visuell auf, wie viel Leistung der Motor beisteuert und wie viel Watt der Nutzer gerade selbst aufwendet. Im Test konnte ich mit einer Akkuladung und noch einer rund 10-prozentigen Restladung eine Reichweite von über 40 Kilometern erreichen. Genutzt wurde dabei überwiegend die zweitstärkste Unterstützungsstufe. Utopia gibt eine Reichweite von bis zu 68 Kilometern an - das erscheint durchaus realistisch, wenn denn konsequent der Eco-Modus genutzt wird.
Ohne App geht es auch
Das Urtopia ist kein smartes E-Bike im eigentlichen Sinne, so gibt es keine App. Das habe ich im Alltag allerdings eher als entlastend erlebt. Das Display bringt vier Tasten mit, über die sich nicht nur leicht die Unterstützungsstufe einstellen und das Licht aktivieren lässt, sondern mit denen man auch bequem durch das Menü und die Einstellungen navigiert. Die Ablesbarkeit ist selbst bei starkem Sonnenlicht – zumindest bei maximaler Helligkeitsstufe – einwandfrei. Neben verschiedenen Fahrstatistiken lässt sich im Menü auch die maximale Unterstützungsgeschwindigkeit ändern – zum Glück nur nach unten. Was im ersten Moment wenig sinnvoll klingt, kann in der Praxis durchaus praktisch sein: Nämlich dann, wenn man zwar die volle Beschleunigung der höchsten Stufe beim Anfahren nutzen möchte, der Motor einen danach aber beispielsweise nur bis 10 km/h mitschieben soll. Schade ist hierbei nur, dass sich diese Geschwindigkeitsgrenze global ändert: Sinnvoll wäre es gewesen, wenn sich die maximale Unterstützungsgeschwindigkeit für jeden einzelnen Modus separat hätte konfigurieren lassen.
Tadellose Ausstattung, praktischer Klappmechanismus
Bei der sonstigen Ausstattung gibt es wenig Überraschendes zu vermelden: Die Schutzbleche klappern nicht und die Beleuchtung ist hell genug, um im Straßenverkehr gut gesehen zu werden. Es handelt sich hierbei aber klar um eine reine Stadtbeleuchtung. Einen unbeleuchteten Trail im Wald kann man damit nicht ausleuchten.
Das Zusammenlegen des Fahrrads gelingt erfreulich einfach, wobei das geringe Gesamtgewicht das Handling natürlich deutlich erleichtert. Der Lenker lässt sich abklappen und einschieben, der Rahmen wird in der Mitte gefaltet und die Sattelstütze einfach nach unten geschoben. Im gefalteten Zustand halten die beiden Laufräder mithilfe von Magneten fest zusammen. Dadurch lässt sich das Carbon Fold 2 ganz bequem mit einer Hand am Sattel vor sich herrollen, was beispielsweise auf Bahnsteigen praktisch ist. Durch das geringe Gewicht konnte zumindest ich das Fahrrad auch mit einer Hand problemlos tragen. Mit der anderen Hand kann so etwa eine Tür oder der Kofferraum aufgeschlossen werden. Das Arretieren der Scharniere für die Fahrt erfordert beim Wiederaufbau durchaus etwas Kraft, fühlt sich danach aber absolut sicher an. Gelockert hat sich während des gesamten Tests nichts.
Durch das Zusammenfalten sinkt die Fahrradlänge von rund 150 auf 82 Zentimeter. Im geklappten Zustand misst das Fahrrad 48 Zentimeter in Breite und Tiefe. Wird die Sattelstütze ganz abgesenkt und der Lenker umgeklappt, ergibt sich eine Höhe von rund 70 Zentimetern. Damit passt das Fahrrad oft auch in den Kofferraum eines Kleinwagens. Im zusammengefalteten Zustand lässt es sich sicher abstellen. Anders als etwa beim PVY Z20 Pro gibt es dafür keinen Bügel am Rahmen. Stattdessen dient beim Carbon 2 Fold die Kettenblatt-Schutzabdeckung als Auflagepunkt. Das ist durchaus clever, sollte aber nicht auf Rasen oder anderen nachgiebigen Untergründen erfolgen, damit die nicht vollständig geschützte Kette sauber bleibt.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.



































