Vivo X500 Pro Max: Globale Zeiss-Kamera reist mit mir durch Brasilien (Fotostory Teil 1)

Ich habe lange gebraucht, um mich endlich mal auf den südamerikanischen Kontinent zu wagen, Medienberichten sei dank. Die Realität schaut glücklicherweise anders aus - zumindest als umsichtiger Tourist. Das war tatsächlich eine Reise, die mit viel Bauchweh begann, sich letztlich aber als harmlos entpuppte. Allen, die Angst vor Gewalt in Südamerika und insbesondere Brasilien haben, kann ich nur empfehlen, sich die Länder hier einmal selbst anzusehen. Sicher sollte man den Empfehlungen folgen und nicht schnurstracks in die nächste Favela laufen - das meiste, was in den Medien so zu lesen ist, betrifft Touristen aber eher nicht, selbst den berühmt-berüchtigten Handy-Diebstahl musste ich glücklicherweise nicht erleben.
Ein großer Dank gebührt Vivo Österreich, die alle Hebel in Bewegung gesetzt haben, um mich noch kurz vor Beginn meiner Reise mit einem X500 Pro Max Testgerät auszustatten - eines der ersten verfügbaren globalen Modelle, das laut Vivo neutralere Aufnahmen erstellt als das China-Modell, wohl insbesondere bei Hauttönen. An dieser Stelle möchte ich klarstellen, dass dieser Reise- beziehungsweise Erfahrungsbericht nicht gesponsort und die Reise nicht von Vivo bezahlt wurde. Vivo hat auch keinen Einfluss auf meine Berichterstattung, die in weiterer Folge durchaus auch einige kritische Fragen aufwerfen wird. Das Vivo X500 Pro Max ist ab sofort offiziell in Europa erhältlich, sogar mit mehr Modellvarianten als bisher erwartet.Einige Vorbesteller-Deals sollen die dank Speicherkrise leider stark gestiegenen Preise etwas abmildern.

Reiseziel 1: Salvador de Bahía
Nach Ankunft in São Paulo und Übernachtung in Guarulhos ging es am ersten Tag gleich weiter nach Salvador, wo ich rechtzeitig zum Sonnenuntergang in meinem Hotel in Rio Vermelho ankam - mit wunderschöner Aussicht bis nach Barra am südwestlichen Zipfel der Halbinsel. Salvador und das noch etwas nördlichere Recife waren übrigens die wenigen Orte in Brasilien, in denen der Sonnenschein überwiegte, sowohl in Rio de Janeiao, São Paulo als auch den Iguaçu Wasserfällen an der Grenze zu Argentinien war es überwiegend verregnet und wolkig obwohl die Regenzeit dort eigentlich erst gegen November startet - wohl nicht im Super-El-Niño-Jahr.
Ich habe mich in punkto Kamera-Wasserzeichen diesmal für eine der neuen Retro-Nostalgia-Optionen entschieden, die erstmals den ausgewählten Foto-Stil anzeigen kann. Den sieht man weiterhin nicht in der Foto-Galerie oder den EXIF-Daten, immerhin aber optional im Wasserzeichen, sofern man diese verwendet. Ich finde nach wie vor sehr schade, dass viele der Kamera-Funktionen nicht auf einen Blick bei den Fotos in der Vivo Galerie zu erkennen ist, neben dem genutzten Foto-Stil etwa auch die Nutzung eines Telekonverters. Vivo müsste diese Informationen bei der Aufnahme doch mitloggen können, zeigt sie anschließend aber nicht mehr an.


Wie viele Megapixel dürfens denn sein?
Oben ein kleiner Vorgeschmack auf einen künftigen Artikel, in dem ich mich mehr mit den Unterschieden zwischen dem Vivo X500 Pro Max und dem Vivo X300 Pro beschäftigen werde. Relativ eindeutig fällt der Vorteil des neuen LOFIC-Kamerasensors auf, der sich in schwierigen Lichtsituationen nun deutlich dynamischer, wenngleich nicht zwingend schärfer präsentiert. In der Kamera-App des Vivo X500 Pro Max ist im Vergleich zum Vivo X300 Pro und auch Vivo X300 Ultra ebenfalls einiges neu.
Von letzterem übernommen wurde nun die Option, Fotos nicht nur mit der Standard-Auflösung von 12 Megapixeln sondern alternativ mit 25 Megapixel aufzunehmen. Das habe ich sicherheitshalber mal als Standard definiert, auch wenn sich das - kleiner Ausblick auf künftige Berichte - nicht immer zweifelsfrei lohnt. Ungewöhnlich ist auch, dass Vivo offenbar - so wie Oppo - selbst entscheidet, wie groß die Aufnahmen letztlich werden. Ich habe hier Fotos, die mit 12, 17, 25 oder 34 Megapixeln aufgenommen wurden, eine Option diesbezüglich habe ich nicht gefunden.

Auf dem Weg nach Barra
Nachdem ich vom Hotel aus den knapp 7km entfernten Leuchtturm am Strand von Barra zwar erspähen konnte, trotz 400mm Telekonverter mit der Qualität aber nicht zufrieden war, machte ich mich auf den Weg dorthin - zu Fuß. Unterwegs begegneten mir einige freundliche Hunde und attraktive Jogger. Zu sehen gab es auch einiges, von malerischen Fischerbuchten bis hin zu wunderschöner Street-Art. Menschen sind nicht mein bevorzugtes Motiv, wenn sie mir dann aber mal vor die Kamera kommen, bin ich oft recht überrascht, wie stark sich hier in der Vergrößerung manchmal AI-Artefakte zeigen. Zu diesem Zeitpunkt Ende September lief das Vivo X500 Pro Max aber auch noch mit einer sehr frühen Software-Version, die anschließend mehrfach upgedatet wurde.
Pix, CPF und absolut kein Bargeld
Man kommt natürlich vor allem wegen des UNESCO-gekrönten historischen Zentrums nach Salvador, mit Uber ging es am nächsten Tag also für umgerechnet 5 Euro zum berühmten Elevador Lacerda. An dieser Stelle vielleicht ein Hinweis an alle Bargeld-Verliebten: Ich habe kein einziges Mal in Brasilien Geld gewechselt oder Bargeld abgehoben. Praktisch alle Geschäfte, Restaurants oder sogar Straßenhändler akzeptieren Kreditkarte (crédito) und wenn nicht dann Pix, ein auf QR-Codes basierendes Bezahlsystem. Ich empfehle jedem, sich vor einer Brasilienreise einen Pix-Zugang zu besorgen, das ist dank Apps wie WanderWallet auch für Ausländer ohne CPF möglich.
CPF? Ja, das ist leider eine jener bürokratischen Hürden, die einem in Brasilien auf Schritt und Tritt begegnen. Eine Steuernummer, die für praktisch jede Online-Transaktion zwingend benötigt wird und die mir vor allem in Sao Paulo mal fast die U-Bahn-Fahrt vermiest hätte. Man kann sie auch als Ausländer beantragen, aber als Tourist wollte ich den Aufwand eigentlich nicht. Ohne CPF wird es allerdings schwierig, wenngleich nicht unmöglich, etwa einen Städtetrip mit dem Bus online zu buchen. Aber zurück zum Thema Bargeld: Ich hätte den brasilianische Real im letzten Monat nur ein einziges Mal gebraucht - ausgerechnet in einer U-Bahn-Station in São Paulo, die noch keine Schranken mit kontaktloser Kreditkartenzahlung hatte. Die Alternative war dort nur eine Online-Zahlung mit CPF. Die öffentlichen Verkehrsmittel in Sao Paulo sind aber ein eigenes (recht zwiespältiges) Thema. Und nur der Vollständigkeit halber: Im Amazonas und anderen ländlichen Gegenden mag Bargeld noch eine wichtige Rolle spielen, zumindest auf meinem Trip entlang der Ostküste zeigte sich Brasilien jedenfalls bargeldloser als so mancher europäischer Staat.

Salvador - das historische Stadtzentrum
Jetzt geht`s aber wirklich in die Altstadt. Das historische Zentrum liegt erhaben über dem Hafen, der abgesehen vom attraktiven Blick nach oben und einem sehr touristischen Souvenir-Markt (Mercado Modelo) für Reisende aber wenig zu bieten hat. Dazwischen liegt entweder eine Straße, die man angeblich aus Sicherheitsgründen nicht zu Fuß begehen sollte (habe ich nicht überprüft) - oder der Elevador Lacerda, ein Aufzug, der laut aller Reiseberichte nur mit Münzen (also Bargeld) nutzbar sein sollte, am Tag meines Besuchs aber gratis war. Potentiell also eine weitere Bargeld-Ausnahme, neben der angesprochenen U-Bahn-Station in Sao Paulo.

Trommelwirbel in Salvador
Auf dem Weg durch die Altstadt drang vor allem gegen Abends permanent Trommelwirbel durch die engen Gassen. Ich durfte letztlich auch Zeuge einer unglaublich beeindruckenden Demonstration der Escola Olodum werden, die vor der Schule gratis performt hatte. In diesem Moment hätte ich mir echt ein gutes Mikrophon gewünscht, angesichts der Lautstärke in dieser engen Gasse übersteuerte die Aufnahme mit einer DJI Osmo 360 II leider total. Mit dem Vivo X500 Pro Max habe ich zwei andere, allerdings deutlich kleinere "Baterias" (Schlagzeug-Bands) aufgenommen, das kürzere der beiden ist gleich im Anschluss zu sehen.


Das historische Zentrum war aber nicht nur ein Orgasmus für die Ohren sondern auch für die Augen. Wenn man mal von den sich ständig durch die engen Straßen schlängelnden Autos absieht, die hier permanent stören. Zum Essen zwischendurch gab`s übrigens leckere Acarajé von Dona Norma und Söhne, echtes lokales Streetfood vom Feinsten - bezahlt mit Google Pay am Vivo X500 Pro Max.
Ein Sonnenuntergang später geht`s nach Recife
Den nächsten Tag muss ich verschlafen haben, jedenfalls finde ich hier nur Fotos vom Sonnenuntergang, den letzten wirklich schönen auf diesem Trip durch Brasilien. Immerhin kann ich hier mehrere Perspektiven anbieten, von 15mm bis 400mm. Ach ja, das Thema Tele-Extender. Ich hatte sowohl den 200mm als auch 400mm Konverter mit dabei. Wenn ich nur einen mitnehmen könnte, würde ich in jedem Fall die 200mm Version wählen, die ist nicht nur deutlich kleiner (vor allem die neue Mini-Version) sondern auch viel flexibler einsetzbar. Es gab zumindest auf diesem Städtetrip bis dato nur wenige Situationen wo die 400mm wirklich sinnvoll waren, meist reicht der etwa 9x Zoom des 200mm Extenders.
Zudem empfinde ich das Handling des Vivo X500 Pro Max mit 400mm Konverter nicht gerade stabil. Trotz CIPA 7.0 Telefoto wie im Vivo X300 Ultra, ist das eine sehr wackelige Angelegenheit, wenn man die Optik nicht irgendwo stabilisieren kann. Freihändig geht aber es wackelt in der Vorschau schon kräftig. Was mir an dieser Serie auch gleich auffällt - die Aufnahme mit dem Ultraweitwinkel ist farblich leider etwas daneben, übrigens auch am Vivo X300 Pro, das hier ebenfalls einen etwas zu gelben Sonnenuntergang zaubert. Vielleicht lag das aber auch an der Spiegelung im Fenster, zeitlich waren es jedenfalls nur drei Minuten Unterschied zwischen Ultraweitwinkel und den anderen Brennweiten.
Reiseziel 2: Mit dem Zug vom Flughafen nach Recife
Nachdem ich in Salvador nicht überfallen wurde, hab ich mich in Recife schon mehr getraut. Das mag jetzt für Südamerika-Kenner lächerlich wirken aber ich hatte anfangs doch ein sehr mulmiges Gefühl, als ich bei anbrechender Dunkelheit mit zwei Rucksäcken bepackt die Metro (eher ein sehr langsamer und alter Zug) vom Flughafen in die Stadt genommen habe, statt auf Uber zurückzugreifen. Versteht mich nicht falsch: Sowohl in Europa als auch in Asien nutze ich wo immer es geht, den öffentlichen Nahverkehr aber das wird ja Touristen mit viel Gepäck in Brasilien nicht wirklich empfohlen, vor allem bei Dunkelheit und gerade auch in Recife. Ist aber alles gut gegangen, einmal habe ich mich sogar kurz getraut, das Handy aus der Hosentasche zu nehmen und verstohlen ein Beweisfoto zu machen. Bezahlt habe ich das Ticket übrigens mit Pix, hier wäre ich mit Kreditkarte angestanden.

Gesicherte Altstadt und das nicht empfohlene Zentrum
In dem ebenfalls auf der UNESCO-Liste stehenden historischen Zentrum von Recife zeigt die (Militär-) Polizei stark Präsenz, wie übrigens in fast allen touristischen Gegenden Brasiliens. Irgendwie hat mich aber das von den Hotelangestellten nicht für Touristen empfohlene (weil angeblich weniger sichere) Geschäftszentrum teils mehr interessiert, zumindest die Street-Art empfand ich dort als spannender. So richtig begeistert hat mich in der Gegend rund um Recife aber das historische Zentrum von Olinda, nur eine kurze Fahrt mit einem per Uber bestellten Motorrad entfernt.
Die vielen neuen Vivo X500 Pro Foto-Stile in Olinda
In der Kamera-App von Vivo hat sich einiges seit dem Vivo X300 Pro verändert. Insbesondere die Anzahl der Foto-Stile wächst weiter und weiter, meiner Meinung nach ist das mittlerweile Wildwuchs, zumal ich mit den meisten neuen persönlich wenig anfangen kann. Sehen wir uns mal dieses eine Motiv an, das ich testweise mit allen jetzt im Standard-Foto-Modus verfügbaren Stilen fotografiert habe (200mm Telekonverter kam zum Einsatz).

Zuviel des Guten, noch mehr im Moment-Modus
Viele der neuen Stile finde ich unnötig bis unattraktiv, insbesondere Sunny/Sunlit/Rich oder Porcelain. Das mag natürlich Geschmackssache sein und auch stark vom jeweiligen Motiv abhängen, es ist aber noch lange nicht alles, was Vivo in Sachen Stilen zu bieten hat. So ist der ehemalige Humanistic-Street-Photography-Modus mit stärker nach Kamera aussehendem GUI nun als regulärer "Moment" Modus ins Modus-Auswahlmenü gewandert. Dort finden sich jetzt weitere Farbstile, die es nur dort gibt (wieso?). Konkret Film 400, Film 160, Film 200 sowie Silver Halide 1600. Alle regulären Stile finden sich ebenfalls dort, nicht aber umgekehrt. Die Logik muss mir mal jemand von Vivo erklären!
Ich muss also einen eigenen Fotos-Modus mit unterschiedlicher Oberfläche nutzen, nur damit ich bestimmte Farbstile auswählen kann? Auch die mit dem Vivo X500 Pro (Max) neu eingeführte Digital Intermediate Option, die de facto das LOG-System mit LUTs von Videos auf Photos überträgt, versteckt sich exklusiv in diesem neuen Moment-Modus. Ich habe es im Vorjahr schon gesagt und ich sage es auch 2026 wieder: Statt die Kamera-App noch mehr mit Optionen zu überfrachten wäre mal etwas Aufräumarbeit und Reduktion aufs Wesentliche angesagt. Apropos: Raw Lighting am Vivo X300 Pro heißt nun Authentic Lighting, zugegeben ein besserer Name für die Option.
Google Translate kann nix mit einem Menü anfangen
Ich muss mich outen: Ich kenne auch jetzt nur drei bis vier Wörter Portugiesisch, was es mir in Brasilien sehr schwer gemacht hat, mich mit anderen Menschen auszutauschen. Englisch versteht oder spricht hier kaum jemand. Und auch Google Translate hilft nicht immer. Probiert etwa mal, diese Speisekarte von Google übersetzen zu lassen, viel Sinnvolles kommt dabei nicht raus. Vielleicht hätte ich hier mal stattdessen ein modernes AI-Tool ausprobieren sollen.

Das Essen war dennoch toll
Das sehr von Locals frequentierte Lokal in Olinda, das mir Google Maps empfohlen hatte, war dennoch eine gute Wahl. Eine hervorragende Suppe im Glas (Caldinho) und irgendwas mit Fisch, Reis und Bohnen hab ich durch viel Gestik letztlich doch bestellen können.
Erstes Fazit. Und wie geht`s jetzt weiter?
Nach knapp einem Monat mit dem Vivo X500 Pro Max in Südamerika bin ich mit der Qualität sowohl als Smartphone als auch als Kamera sehr zufrieden. Wenn man mal von der neuen 4K240 Video-Option absieht, die den Chipsatz offenbar maximal fordert und trotz Schließen einiger Hintergrund-Apps in der Vorschau stark ruckelt, lief auch alles sehr stabil und schnell - mit zwei Ausnahmen, auf die ich im zweiten Teil kurz zu sprechen kommen will. Die Kamera-Qualität liegt weiter auf hohem und vor allem sehr zuverlässigem Niveau, was ich von manchen Konkurrenten nicht unbedingt behaupten kann. Teil 2 der Foto-Story, in der ich von einem komplett verregneten Rio der Janeiro mittels Bus über die Costa Verde (Paraty) nach São Paulo und von dort zu den berühmten Wasserfällen nach Foz do Iguaçu reise, kommt demnächst.
Lasst mich doch gern in den Kommentaren wissen, ob euch dieses Format (Reisebericht mit Foto/Kamera-Fokus) interessiert, ob ihr gern mehr Informationen zu den Reisezielen oder eher zur Kamera haben wollt oder ob euch die Mischung so gefällt wie sie aktuell ist. Ebenfalls geplant ist ein Kamera-Vergleich mit dem Vivo X300 Pro, weitere Vivo X500 Pro Max Tests (etwa zum Megapixel-Thema) sowie hoffentlich sehr schöne Fotos und Videos aus Buenos Aires und der Antarktis, die ich Anfang November sehen darf (ein teurer Spaß, den man sich wohl nicht so oft leistet). Meine Kollegen bereiten zudem den ausführlichen Vivo X500 Pro Max Test vor, der dann auch die gewohnt detaillierten Hardware-Testergebnisse liefern wird.

Quelle(n)
Eigene























































