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Warum sich Windrose bei der Konkurrenz bedient – und trotzdem überzeugt

Windrose ist am 14. April in den Early Access gestartet.
ⓘ Kraken Express (eigener Screenshot)
Windrose ist am 14. April in den Early Access gestartet.
Nach der Bauchlandung von Skull and Bones gilt Windrose als neue Hoffnung für Piraten-Fans. Was den Titel von der Konkurrenz unterscheidet und warum die Entscheidung gegen ein MMO-Modell wohl die richtige war, klären wir hier.
Kommentar-Artikel geben ausschließlich die individuelle Meinung des/der angeführten Autors/Autorin wieder.

Pulverdampf, blutige Nahkämpfe an Deck, geheimnisvolle, palmengesäumte Strände und der offene Ozean – das Piraten-Genre hat mich schon immer fasziniert. Und wenn man sich den Erfolg großer Franchises wie Fluch der Karibik und One Piece anschaut, bin ich damit wohl nicht der Einzige. Umso erstaunlicher ist es, dass Freibeuter im Gaming-Bereich eher dünn gesät sind.

Dabei hatte das Genre den Durchbruch eigentlich schon geschafft: Assassin’s Creed IV: Black Flag aus dem Jahr 2013 zog Zehntausende Spieler in die virtuelle Karibik, und auch das rund fünf Jahre später erschienene Sea of Thieves erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. Ansonsten herrschte in den vergangenen Jahren trotz der offensichtlichen Anziehungskraft des Settings weitgehend Flaute. Erst 2024 erschien mit Skull and Bones der nächste große Titel – und scheiterte spektakulär. Das am 14. April im Early Access gestartete Windrose macht nun aber wieder Hoffnung.

Im Bild: Der Kapitän greift beim Entern zur Muskete.
ⓘ Kraken Express (eigener Screenshot)
Im Bild: Der Kapitän greift beim Entern zur Muskete.
Im Bild: Eine Basis in Windrose. Das Piratenschiff liegt vor Anker.
ⓘ Kraken Express (eigener Screenshot)
Im Bild: Eine Basis in Windrose. Das Piratenschiff liegt vor Anker.

Windrose schaut sich vieles ab, fährt aber einen eigenen Kurs

Das usbekische Studio Kraken Express hat sich bei Windrose unverkennbar bei der Konkurrenz umgesehen. Der wichtigste Bezugspunkt ist Assassin’s Creed IV: Black Flag: Schon damals gehörten die Schiffskämpfe zu den größten Stärken des Spiels, und Windrose übernimmt viele dieser Qualitäten – inklusive der Sea Shanties, die ebenfalls wieder mit an Bord sind. Gleichzeitig geht Kraken Express einen eigenen Weg und verzahnt die Seeschlachten deutlich stärker mit Survival-Systemen. Statt nur mit einem fest definierten Story-Schiff in See zu stechen, lassen sich in Windrose verschiedene Schiffstypen ausrüsten und anpassen.

Inspiration Nummer zwei ist der Survival-Hit Valheim. Die Spielwelt ist in mehrere Biome unterteilt, an deren Ende jeweils ein Bosskampf wartet. Wird der besonders mächtige Gegner besiegt, öffnet sich der Weg ins nächste Gebiet – mitsamt neuen Feinden, Ressourcen und besserer Ausrüstung. Windrose verbindet diese Sandbox-Struktur allerdings mit einem Quest- und Rufsystem. Überall in der prozedural generierten Welt warten Fraktionen, deren Händler Baupläne für bessere Rüstungen, schönere Basen und mächtigere Schiffe anbieten – vorausgesetzt, die nötige Rufstufe wurde erreicht. Dazu kommen Nebenquests und eine Hauptstory, die erzählerisch zwar keine Revolution ist, Spieler aber an einem roten Faden durch die Welt führt.

Doch kein MMO

Windrose wurde ursprünglich unter dem Titel Crosswind angekündigt und sollte ein MMO mit Free-to-Play-Modell werden. Dazu ist es aber glücklicherweise nicht gekommen. Typische MMO-Elemente wie Grind und komplexe Progressionssysteme hätten den Spielfluss meiner Meinung nach nur unnötig ausgebremst, ganz zu schweigen von einem Ingame-Shop. Stattdessen ist Windrose eine angenehm schlanke Survival-Erfahrung geworden, die ganz nebenbei einige der größten Stärken wichtiger Genre-Vertreter vereint und vollständig auf nervige Mikrotransaktionen verzichtet.

Quelle(n)

Steam, eigene Meinung

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-04 > Warum sich Windrose bei der Konkurrenz bedient – und trotzdem überzeugt
Autor: Marius Müller, 20.04.2026 (Update: 20.04.2026)