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WhatsApp-Nutzernamen sorgen für Streit, Indien fordert Stopp

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WhatsApp-Nutzernamen sorgen in Indien für Streit.
WhatsApp lässt Nutzer erstmals einen Nutzernamen statt der Telefonnummer vergeben. Kaum angekündigt, fordert Indien schon einen sofortigen Stopp. Die Regierung fürchtet Betrug und Identitätsdiebstahl durch täuschend echte Namen. Meta hält mit eingebauten Schutzmechanismen dagegen.

WhatsApp krempelt eine seiner ältesten Regeln um. Statt der Telefonnummer sollen Nutzer künftig einen frei wählbaren Nutzernamen vergeben können, ähnlich wie bei Instagram, Telegram oder Signal. Meta hat die Funktion offiziell angekündigt und rollt sie schrittweise aus. Was nach mehr Datenschutz klingt, löst in Indien sofort Alarm aus. Die Regierung in Neu-Delhi verlangt einen Stopp, noch bevor die meisten Nutzer die Neuerung überhaupt gesehen haben.

Was WhatsApp ändert

Bislang war die Handynummer bei WhatsApp der zentrale Anker. Wer chatten wollte, musste sie kennen und meist auch weitergeben. Mit den Nutzernamen entkoppelt Meta die Identität von der Nummer. Nutzer legen einen eindeutigen Namen fest und können darüber gefunden und angeschrieben werden, ohne die private Nummer preiszugeben. Für viele ist das ein echter Gewinn an Privatsphäre, gerade bei geschäftlichen Kontakten oder in Gruppen mit Fremden. Eine Handynummer braucht es zum Anlegen eines Kontos weiterhin, der Name liegt nur obendrauf.

Dass die Umstellung heikel ist, zeigte sich schon in der Reservierungsphase. Selbst Binance-Gründer Changpeng Zhao meldete auf X, dass er seinen eigenen Namen nicht sichern konnte. Klingt harmlos, ist aber der Kern des Problems: Ist ein Name erst vergeben, kann ihn ein anderer belegen und sich als die bekannte Person ausgeben.

Indien zieht die Reißleine

In Indien kippt die Stimmung sofort. Das IT-Ministerium MeitY hat sich direkt an WhatsApp gewandt, eine Erklärung binnen drei Tagen verlangt und den Start der Funktion bis zum Abschluss der Prüfung untersagt. Die Sorge dreht sich um Betrug, Phishing und die in Indien grassierenden Digital-Arrest-Maschen, bei denen sich Kriminelle als Polizei, Richter oder Zollbeamte ausgeben und Opfer unter Druck setzen. Wie real das Problem ist, zeigte ein Test von TechCrunch: Kurz nach dem Start der Reservierung waren Handles wie indiamodi, rbi_verify oder Namen bekannter Bollywood-Größen noch frei zu haben, also täuschend nah an Regierungschef, Zentralbank und Prominenten. Für einen Markt mit rund 850 Millionen WhatsApp-Nutzern, den größten des Dienstes, ist das keine Kleinigkeit.

Metas Antwort und was für Nutzer zählt

Meta hält dagegen und verweist auf eingebaute Schutzmechanismen. Bekannte Namen von Personen des öffentlichen Lebens, Behörden und Unternehmen seien reserviert, dazu einige Varianten davon. Außerdem begrenze WhatsApp, wie viele Fremde ein Konto neu anschreiben kann, und blockiere das systematische Erraten von Namen. Wie der Konzern entscheidet, welche ähnlich klingenden Handles er sperrt und welche nicht, erklärte er allerdings nicht. Genau diese Lücke treibt Neu-Delhi um. Für Nutzer heißt das vorerst abwarten. Wer die Funktion bekommt, sollte einen schwer zu erratenden Namen wählen und bei Nachrichten von angeblich offiziellen Absendern skeptisch bleiben. Ein Name allein ist kein Echtheitsnachweis.

Smartphone-Nutzung in Indien, dem größten Markt von WhatsApp.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-07 > WhatsApp-Nutzernamen sorgen für Streit, Indien fordert Stopp
Autor: Steffen Zahn,  5.07.2026 (Update:  5.07.2026)