Windows: So prüfst du, ob dein PC 2027 Updates bekommt

Ab dem 19. Juni 2027 entscheidet ein Zertifikat darüber, ob ein Windows-PC noch Updates bekommt. Microsoft tauscht die Zertifikate aus, mit denen sich Rechner bei Windows Update ausweisen, wie wir im Oktober berichtet haben. Wer die neuen bis dahin nicht hat, erhält laut dem Windows IT Pro Blog über Windows Update gar nichts mehr, weder Sicherheitspatches noch neue Funktionen. Die Zertifikate stecken in den normalen Monatsupdates, auf einem aktuellen PC ist also nichts zu tun.
So bequem ist es allerdings nicht überall, denn zwei verbreitete Windows-11-Versionen sind für Privatnutzer bereits aus der Pflege gefallen. Version 24H2 bekommt in den Editionen Home und Pro seit Oktober 2026 keine Updates mehr, 23H2 schon seit November 2025. Ob dein PC betroffen ist, siehst du in zwei Minuten. Die Tabelle zeigt, welcher Stand für welche Version reicht.
Schritt 1: Version und Build ablesen
Drück die Windows-Taste, tipp winver ein und bestätige mit Enter. Das Fenster nennt die Version, etwa 25H2, und dahinter den Build, etwa 26200.9818. Die Zahl vor dem Punkt gehört zur Version, die Zahl danach zum Updatestand. Je höher sie ist, desto neuer das zuletzt installierte Update.
Bei Windows 11 25H2 und neueren Versionen wie 26H2 musst du nichts tun, Microsoft nimmt sie ausdrücklich aus. Laut der Übersicht der Windows-11-Versionen hat 25H2 noch bis Oktober 2027 Support, 26H2 bis Oktober 2028. Für 24H2 genügt laut Microsoft zwar das Sicherheitsupdate vom September 2025, also Build 26100.6584 oder höher. Weil Home und Pro bei 24H2 aber keine neuen Updates mehr bekommen, wie wir im Oktober erklärt haben, gehört so ein PC trotzdem auf 25H2 oder 26H2, sonst fehlen ihm ab jetzt jeden Monat die neuen Sicherheitskorrekturen.
Bei 23H2 ist die Lage eindeutiger. Gefordert ist das Juli-Update 2026 mit Build 22631.7376, das Microsoft für diese Version aber nur noch an Enterprise- und Education-Geräte verteilt. Ein privater 23H2-PC hat es also nicht und verliert im Juni 2027 den Zugang zu Windows Update. Bietet Windows Update dir das Funktionsupdate auf 25H2 oder 26H2 an, solltest du es installieren.
Schritt 2: Den Updateverlauf prüfen
Unter Windows 11 findest du den Updateverlauf in den Einstellungen bei Windows Update, unter Windows 10 im Bereich Update und Sicherheit. Dort stehen die installierten kumulativen Updates mit ihrer KB-Nummer. Für Windows 11 25H2 und 24H2 hieß das Juli-Update KB5101650, für Windows 10 mit erweiterten Sicherheitsupdates KB5099539. Steht dort ein Update vom Juli 2026 oder später, ist der Rechner vorbereitet. Fehlt es, hilft meist schon die Suche nach Updates. Hängt Windows Update fest, lassen sich die Pakete laut Microsoft auch über den Microsoft Update Catalog von Hand laden. Ein eigenes Prüfwerkzeug für die Zertifikate gibt es nicht, entscheidend sind allein Version und Updatestand.
Der Weg über den Katalog ist weniger kompliziert, als er klingt. Du gibst dort die KB-Nummer ins Suchfeld ein, wählst in der Trefferliste den Eintrag für deine Version und für x64 aus und lädst die Datei herunter. Ein Doppelklick auf die heruntergeladene MSU-Datei startet die Installation, danach will Windows neu starten. Wichtig ist nur, die passende Nummer zu erwischen. Ein Paket für 24H2 lässt sich auf 23H2 nicht installieren und umgekehrt, und für Rechner mit ARM-Prozessor gibt es eigene Einträge.
Windows 10: Ohne ESU ist im Juni Schluss
Am härtesten trifft die Umstellung Windows-10-Rechner ohne erweiterte Sicherheitsupdates. Seit Oktober 2025 bekommen sie keine Patches, das nötige Juli-Update haben sie nie erhalten. Die Anmeldung zum ESU-Programm ist laut Microsofts ESU-Seite noch jederzeit bis zum Programmende am 12. Oktober 2027 möglich, Microsoft hat die Laufzeit um ein Jahr verlängert. Voraussetzung sind Windows 10 22H2 in der Edition Home, Pro, Pro Education oder Workstations, das Vorbereitungspaket KB5126256 und ein Microsoft-Konto, das kein Kinderkonto ist.
Im Europäischen Wirtschaftsraum ist die Anmeldung kostenlos, solange du mit diesem Microsoft-Konto am PC angemeldet bleibst. Meldest du dich nicht mehr damit an, stellt Windows die ESU-Updates nach bis zu 60 Tagen ein. Wer lieber ein lokales Konto nutzt, kann sich per Einmalkauf registrieren. Nach der Anmeldung lädt Windows Update die ausstehenden Updates und bringt mit dem kumulativen Update auch die neuen Zertifikate. Für die Zeit nach Oktober 2027 bleibt trotzdem nur der Umstieg auf Windows 11 oder ein anderes Betriebssystem.
Ob dein Rechner Windows 11 überhaupt schafft, verrät Microsofts App PC-Integritätsprüfung. Meldet sie einen fehlenden TPM-2.0-Chip oder einen zu alten Prozessor, ist ESU der einzige offizielle Weg, bis Oktober 2027 noch Sicherheitsupdates und damit auch die neuen Zertifikate zu bekommen. Wer die Anmeldung bis nach dem 19. Juni 2027 aufschiebt, riskiert dagegen, dass Windows Update bis dahin gar nicht mehr erreichbar ist.
Nicht verwechseln: die Secure-Boot-Zertifikate
Schon in diesem Jahr sind andere Microsoft-Zertifikate abgelaufen, die mit Windows Update nichts zu tun haben. Die Secure-Boot-Zertifikate von 2011 sichern den Startvorgang ab und liefen im Juni und im Oktober 2026 aus. Ein PC ohne die Nachfolger startet weiter, bekommt aber keine neuen Schutzmaßnahmen für den Bootvorgang mehr. Ob deiner auf dem neuen Stand ist, zeigt die App Windows-Sicherheit unter Gerätesicherheit und Sicherer Start. Ein grünes Symbol allein ist laut Microsoft kein Beleg, entscheidend ist der Text darunter, der bestätigt, dass alle nötigen Zertifikatsupdates angewendet wurden. Wie du einen PC vorab testest, steht in unserem Secure-Boot-Ratgeber.
Quelle(n)
Microsoft Windows IT Pro Blog: Prepare for Windows Update certificate rotation in 2027
Microsoft: Windows Message Center
Microsoft: Windows 11, Versionsinformationen
Microsoft-Support: KB5065426 für Windows 11 24H2 (September 2025)
Microsoft-Support: KB5101650 für Windows 11 24H2 und 25H2 (Juli 2026)
Microsoft-Support: KB5099414 für Windows 11 23H2 (Juli 2026)
Microsoft: Erweiterte Sicherheitsupdates für Windows 10
Microsoft-Support: Windows Secure Boot certificate expiration and CA updates
Microsoft-Support: Secure Boot certificate update status in the Windows Security app
BleepingComputer: Microsoft: Outdated Windows devices will stop receiving security updates







