Zelda: Ocarina of Time auf Switch 2 offenbar mit fünf Jahre altem FSR 1.0 statt DLSS

Das Remake von The Legend of Zelda: Ocarina of Time für Nintendo Switch 2 scheint zur Bildhochskalierung auf AMDs FidelityFX Super Resolution 1.0 (FSR 1.0) und zur Kantenglättung auf SMAA zu setzen – statt auf Nvidias DLSS. Darauf deuten die Lizenzhinweise der Spielversion 1.0.0 hin, die wenige Tage vor der Veröffentlichung am 5. November im Internet aufgetaucht sind.
Ein von SuperMetalDave64 auf X veröffentlichtes Video zeigt das Softwaremenü des Spiels und die darin aufgeführten Lizenzen von Drittanbietern. Einer der Einträge nennt „FidelityFX Super Resolution 1.0 (FSR)“ mit einem Copyright-Vermerk von AMD aus dem Jahr 2021. Ein weiterer verweist auf eine „optimierte Implementierung von AMD FSRs EASU für Mobilgeräte“. Gemeint ist Edge Adaptive Spatial Upsampling, also das Verfahren, mit dem FSR 1.0 die Bildauflösung erhöht. Weiter unten findet sich zudem ein Eintrag zu SMAA. Nvidias DLSS wird in den gezeigten Lizenzhinweisen dagegen nicht erwähnt.
FSR 1.0 ist ein sogenannter räumlicher Upscaler. Dabei wird jedes Einzelbild zunächst in einer niedrigeren Auflösung gerendert und anschließend hochskaliert, ohne Informationen aus vorherigen Bildern einzubeziehen. Das Verfahren benötigt vergleichsweise wenig Rechenleistung, kann feine Details allerdings nur eingeschränkt rekonstruieren. Besonders bei dünnen Strukturen wie Gras oder Blättern können dadurch sichtbare Bildfehler entstehen. DLSS arbeitet dagegen mit einem KI-Modell, das auch Informationen aus vorherigen Bildern berücksichtigt, um eine höhere Bildqualität zu erzielen. Die dafür erforderlichen Berechnungen werden auf den Tensor-Kernen des speziell angepassten Nvidia-Chips der Nintendo Switch 2 ausgeführt.
Im Switch-2-Subreddit sorgt die mutmaßliche Entscheidung bereits für Diskussionen. Einige Nutzer verweisen auf auffällig flimmernde Vegetation in den bisherigen Trailern des Remakes. Allerdings belegt ein Lizenzhinweis zunächst nur, dass der entsprechende Programmcode im Spiel enthalten ist. Ob und wann das Upscaling tatsächlich zum Einsatz kommt und in welcher Auflösung das Spiel intern gerendert wird, lässt sich daraus nicht ableiten. Zudem müssen proprietäre Technologien nicht zwangsläufig in solchen Lizenzhinweisen aufgeführt werden. Das Fehlen eines DLSS-Eintrags ist daher für sich genommen kein eindeutiger Beweis dafür, dass Nintendo auf die Nvidia-Technologie verzichtet. Nintendo hat sich bislang nicht zum Upscaling des Remakes geäußert.
Bei Donkey Kong Bananza kommt dieselbe Kombination aus FSR 1.0 und SMAA zum Einsatz. Eine technische Analyse von Digital Foundry ergab, dass der im Juli 2025 veröffentlichte Plattformer auf DLSS verzichtet und im Dock-Modus mit Auflösungen zwischen 1.080p und 1.200p arbeitet. Auch Mario Kart World erschien ohne DLSS-Unterstützung. Das Entwicklerteam von Donkey Kong Bananza erklärte bereits, dass das Spiel ursprünglich für die erste Nintendo Switch konzipiert worden war, deren Hardware DLSS nicht unterstützt. Die Analysten von Digital Foundry sehen außerdem mögliche Einschränkungen der verwendeten Spiele-Engines als weiteren Grund dafür, dass Nintendo bei seinen frühen Switch-2-Veröffentlichungen auf die Technologie verzichtet hat.
Andere Entwicklerstudios nutzen DLSS dagegen bereits seit dem Marktstart der Konsole im Juni 2025. CD Projekt Red bestätigte beispielsweise, dass Cyberpunk 2077 in allen vier Grafikmodi – sowohl im Handheld- als auch im Dock-Betrieb – auf DLSS setzt. Auch Hogwarts Legacy verwendet eine ressourcenschonendere DLSS-Variante, um eine Ausgabeauflösung von 1.440p zu erreichen.
Bei Ocarina of Time handelt es sich um ein vollständiges Remake des 1998 für Nintendo 64 erschienenen Klassikers, das exklusiv für Nintendo Switch 2 veröffentlicht wird. Nintendo zeigte erstmals während der Zelda 40th Anniversary Direct am 8. September Spielszenen aus der Neuauflage. Neben einer grundlegend überarbeiteten Grafik bietet das Remake eine vollständige Sprachausgabe, orchestrale Musik und eine besondere Funktion, mit der sich die Okarina über das Mikrofon der Konsole spielen lässt. In den Deutschland kostet das Spiel digital 59,99 Euro, während für die physische Version 69,99 Euro fällig werden.











