Die Connectivity Standards Alliance ist momentan insbesondere aufgrund ihres Smart Home-Standards Matter in aller Munde. Nun erhält jedoch ein deutlich älterer Funkstandard, Zigbee, ein umfangreiches Update. Neben Zigbee 4.0 stellte die CSA aber auch "Suzi" vor, eine Marke für die Sub-GHz-Variante mit größerer Reichweite.
Das Update auf Version 4.0 bringt tiefgreifende Änderungen im Unterbau des Mesh-Netzwerks, etwa die direkte Integration von Zigbee Direct. Damit können Zigbee-Geräte unmittelbar via Bluetooth Low Energy (BLE) eingerichtet werden, ein dedizierter Hub für das Onboarding wird nicht mehr benötigt. Ebenfalls praktisch ist die neue Option, mehrere Geräte gleichzeitig in das eigene Netzwerk einzubinden, "Batch Commissioning" nennt die CSA dieses Feature.
Zudem soll großer Wert auf neue Sicherheitsmaßnahmen gelegt werden und der neue Standard vollständig abwärtskompatibel zu Zigbee 3.0 und Smart Energy bleiben. Damit will die CSA den Informationsaustausch auch über verschiedene Generationen hinweg ermöglichen.
"Suzi": Funk durch dicke Wände
Gemeinsam mit Zigbee 4.0 wurde das neue Branding "Suzi" präsentiert. Während Zigbee selbst weiterhin im bekannten 2,4-GHz-Band funkt, operiert Suzi auf niedrigeren Frequenzen – etwa 800 MHz in Europa und 900 MHz in Nordamerika. Niedrigere Frequenzen durchdringen Wände und Decken deutlich besser als hochfrequente Signale, wodurch größere Reichweiten möglich sind. Außerdem gibt es mittlerweile eine Vielzahl verschiedener Technologien, die das 2,4-GHz-Band nutzen (etwa WLAN), wodurch dieses insbesondere in städtischen Gebieten anfällig für Störungen ist. Damit könnte Suzi die Antwort auf andere Long-Range-Technologien wie LoRaWAN oder Z-Wave "Long Range" sein.
Nicht hundertprozentig klar ist jedoch, ob dieser Funkstandard automatisch auch Teil von Zigbee 4.0 sein wird oder ob es dafür eine eigene Suzi-Zertifizierung brauchen wird. Diese soll laut CSA in der ersten Hälfte des Jahres 2026 starten, bis die ersten Produkte in den Regalen stehen, wird es also noch etwas dauern.
Und Matter?
Brauchen wir Zigbee 4.0 denn überhaupt, wenn wir Matter haben? Während Matter designt wurde, um verschiedene Smart-Home-Standards zu vereinen und kontinuierlich weiterentwickelt wird (erst kürzlich erfolgte das Update auf 1.4.2), braucht es ein stabiles Rückgrat für das System. Zigbee soll sich hier wohl weiterhin als robuste, energiesparende Alternative präsentieren, die über Bridges in das Matter-Universum eingebunden werden kann. Damit stehen die beiden Technologien nicht wirklich in Konkurrenz, sondern bilden zusammen eine solide Grundlage für die geräteübergreifende Kommunikation in Smart-Home-Systemen.

















