Zwei US-Bundesstaaten legen Gesetzesentwürfe gegen Hersteller von Waffen mittels 3D-Drucker vor

Der 3D-Druck boomt: Der weltweite Markt erreichte 2025 ein Volumen von 24 bis 29 Milliarden US-Dollar. Prognosen gehen davon aus, dass er bis 2030 bis 2034 auf 89 bis 135 Milliarden US-Dollar anwachsen wird. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von etwa 18 bis 24 Prozent. Bei Notebookcheck berichten wir regelmäßig über 3D-Drucker unterschiedlichster Hersteller – von Modellen für einige Hundert Euro bis hin zu High-End-Geräten mit vierstelligen Preisschildern.
3D-Drucker gelten als technologische Meisterleistung, da sie es auch Menschen ohne ingenieurtechnische Vorkenntnisse ermöglichen, eine enorme Vielfalt an Gegenständen bequem zu Hause herzustellen. Dazu gehören Spielzeug, Haushaltsgegenstände, medizinische Geräte, Modeaccessoires und sogar Flugzeugteile. Allerdings lassen sich damit auch Schusswaffen oder deren Einzelteile fertigen. Da diese in der Regel keine Seriennummern tragen, gelten sie aus Sicht der Strafverfolgungsbehörden als sogenannte „Ghost Guns“, deren Herkunft sich oft nicht zurückverfolgen lässt.
Vor diesem Hintergrund bringen die beiden bevölkerungsreichsten US-Bundesstaaten derzeit neue Gesetze auf den Weg – Kaliforniens AB 2047 sowie New Yorks Vorgabe zur Blockiertechnologie für 3D-Drucker. Diese würden Hersteller verpflichten, 3D-Drucker mit einer Sperrtechnologie auszustatten, die Bauteile von Schusswaffen erkennt und deren Herstellung verhindert. Die Technologie soll jedes zum Druck eingereichte Modell analysieren, mit einer digitalen Datenbank von Waffenteilen abgleichen und Entwürfe ablehnen, die diesen Bauteilen stark ähneln. Sollte die Gesetzgebung verabschiedet werden, könnte die Blockiertechnologie ab 2029 in 3D-Druckern zum Einsatz kommen.
Kritiker halten die vorgeschlagenen Maßnahmen jedoch für überzogen und vergleichen sie mit Zensuralgorithmen. So könnte die Technologie auch harmlose oder unbeabsichtigte Objekte blockieren, die Waffenteilen lediglich ähneln. Andere warnen, dass Druckvorlagen, die für eine KI-gestützte Analyse eingereicht werden, künstlerische Werke oder geschützte Entwicklungen gefährden könnten. Zudem wird kritisiert, die Maßnahmen seien vor allem symbolische Politik: Technisch versierte Kriminelle würden die Sperrmechanismen vermutlich umgehen, Waffendesigns entsprechend anpassen oder die Teile in weniger restriktiven Bundesstaaten drucken.







