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3D-gedrucktes RC-Auto-Chassis: Maker entwickeln modulares DIY-Design

3D-gedrucktes RC-Chassis auf dem Asphalt
ⓘ Screenshot curv lab Video
3D-gedrucktes RC-Chassis auf dem Asphalt
Ein Maker-Kollektiv hat ein vollständig 3D-druckbares Chassis für RC-Autos entwickelt – und dafür ein halbes Jahr lang getestet, zerstört und verbessert. Frühere Prototypen scheiterten an gebrochenen Wellen, verschlissenen Lagern und schwacher Federungsgeometrie. Das finale Ergebnis: ein modulares, reparaturfreundliches Design samt verfügbarer Druckdateien.

Sechs Monate Entwicklung: Vom fehleranfälligen Prototyp zum robusten RC-Chassis

Das Maker-Kollektiv curv lab hat über einen Zeitraum von sechs Monaten an einem vollständig 3D-druckbarem Chassis für RC-Autos gewerkelt. Bei ersten Prototypen  versagten Antriebskomponenten unter Belastung, die Federungsgeometrien waren schlecht ausgelegt, und manche Teile brachen sogar beim ersten Testlauf. Doch genau diese Rückschläge trieben die Weiterentwicklung voran. Der Lohn: Ein deutlich robusteres, druckbares RC-Chassis, welches auch ernsthaften Tests stand hält.

Modulares Design: Defekte Teile einfach austauschen statt neu drucken

Besonders ist auch, dass sich das System zum Teil leicht reparieren lässt. Bestes Beispiel sind die Federungsträger, welche ausgetauscht werden können ohne das gesamte Chassis neu drucken zu müssen. So lassen sich verschiedene Dämpferkonfigurationen ausprobieren. Hier kann man eigene Design drucken und anfügen. 

PETG als Material der Wahl

Als Material fiel die Wahl auf PETG – ein Kunststoff, der eine gute Balance zwischen Stabilität und Flexibilität bietet und sich leicht drucken lässt. Bestimmte Bauteile, die besonderer Belastung ausgesetzt sind, mussten neu gestalten und verstärkt werden, hierzu wurden Wandstärken und Füllmuster nachträglich noch optimiert.

Antriebsprobleme gelöst: GPM-Differenziale statt Kunststofflager

Ein besonders kniffliges Problem war der Antriebsstrang. In früheren Versuchen haben die Stahlkugellager die weichen Kunststofflager schnell verschlissen oder gar zerstört. Die Lösung: besonders beanspruchte Teile wurden gegen handelsübliche Stahlkomponenten ausgetaucht, so zum Beispiel die GPM-Differenziale, die nun deutlich robuster sind. Auch die Antriebswellen bereiteten anfangs Kopfzerbrechen – sie sind unter der Torsionsbelastung teils einfach zerbrochen. Abhilfe schuf eine längsgerichtete Druckausrichtung, wodurch die Wellenstruktur deutlich widerstandsfähiger wurde.

Open-Source-Projekt: Druckdateien, Teilelisten und Bauanleitung

Ursprünglich waren alle Druckdateien, Bauanleitungen und Teilelisten kostenlos verfügbar. Mittlerweile werden zumindest die Druckerdaten vom Team verkauft. Die 3D-Files des WR1 getauften Chassis kosten aktuell $35. Dabei sind die STL/3MF-Datein sowie eine ausführliche, 67-seitige Bau-Anleitung, um sich ein eigenes 1/8 AWD RC Rally Chassis von Grund auf mit dem heimischen 3D-Drucker selbst zu bauen. 

Auf der Webseite scheint zumindest noch die Aufbauanleitung sowie eine Einkaufsliste aller benötigter Zusatzteile frei verfügbar zu sein. Das Team stuft den Aufbau als Einsteiger-Level ein, für den Druck aller Teile veranschlagen sie 17 Stunden, der Aufbau soll in nur 1,5 Stunden getätigt sein. 

$35 für die Druckdateien
ⓘ Screenshot curvlab.com
$35 für die Druckdateien

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-03 > 3D-gedrucktes RC-Auto-Chassis: Maker entwickeln modulares DIY-Design
Autor: Christian Hintze, 11.03.2026 (Update: 11.03.2026)