Amazon vor Gericht: Fire-TV-Sticks offenbar mit Absicht lahmgelegt

Nicht nur bei Smartphones und Tablets sollten Käufer vor dem Kauf darauf achten, wie lange die Update-Versorgung durch den Hersteller sichergestellt ist, sondern offenbar auch bei Streaming-Sticks. Amazon steht in den USA wegen älterer Fire-TV-Sticks vor Gericht. Eine Sammelklage wirft dem Konzern vor, Geräte der ersten beiden Generationen praktisch gezielt entwertet zu haben. Konkret geht es dabei aber nicht um die Technik, sondern um die Software: Der zentrale Vorwurf lautet, dass Amazon das Ende des Software-Supports für ältere Fire-TV-Sticks (aktuelle Generation derzeit 45 Euro auf Amazon) offenbar nicht klar genug kommuniziert hat.
Laut der Klage wurde der Support für die erste Generation im Dezember 2022 eingestellt, die zweite Generation folgte kurz darauf. Gleichzeitig soll Amazon den Eindruck erweckt haben, die Unterstützung laufe noch bis 2024 weiter. Darin sehen die Kläger ein Problem: Käufer seien nicht klar genug darüber informiert worden, wie lange die Geräte tatsächlich voll nutzbar bleiben. Die Folge: Apps liefen nicht mehr richtig, die Bedienung wurde zäh und manche Geräte sollen am Ende kaum noch sinnvoll nutzbar gewesen sein. Der Fall wird deshalb als Beispiel für mögliche geplante Veralterung eingeordnet. Technisch muss ein Gerät schließlich nicht kaputt sein, um wertlos zu werden. Es reicht, wenn die nötige Software-Unterstützung wegfällt.
Die Klage stammt von einem US-Kunden, der laut Berichten 2018 zwei Fire-TV-Sticks der zweiten Generation gekauft hatte. Einige Jahre später seien diese immer langsamer geworden und schließlich unbrauchbar gewesen, sodass er 2024 neue Modelle kaufen musste. Amazon hat sich dazu bisher nicht offiziell geäußert. Wie der Fall ausgeht, bleibt abzuwarten. Ein ähnliches Szenario gab es mit Amazons Cloud Cam. Wie The Verge 2022 berichtete, stellte Amazon den Dienst für die Überwachungskamera zum 2. Dezember 2022 ein. Als Ausgleich versprach Amazon betroffenen Nutzern teils kostenlose Blink-Mini-Kameras oder bei bestimmten Modellen einen Echo der 4. Generation. Ob auch betroffene Fire-TV-Stick-Nutzer Austauschgeräte bekommen werden, ist fraglich.







