Anthropic bringt Claude Cowork auf Web- und Mobilplattformen

Ab sofort ist Anthropics agentenbasierte KI-Plattform Claude Cowork auch auf Web- und Mobilplattformen verfügbar. Die Beta startet zunächst für Abonnenten des Claude-Max-Tarifs. Die Plattform wurde ursprünglich im Januar als Desktop-Anwendung für Windows und macOS eingeführt. Mit der plattformübergreifenden Erweiterung können Nutzer nun auch unter iOS und Android langlaufende, mehrstufige KI-Aufgaben direkt von ihren Smartphones aus starten und verwalten. Das Update wird in den kommenden Wochen schrittweise ausgerollt und steht zunächst ausschließlich Claude-Max-Abonnenten für 90 Euro pro Monat zur Verfügung. Anthropic kündigte an, die Funktion später auch für weitere Tarifstufen bereitzustellen, nannte jedoch weder konkrete Pläne noch einen Zeitrahmen.
Cloudbasierte Hintergrundverarbeitung entlastet die lokale Hardware
Der wichtigste Bestandteil des Updates ist die standardmäßige Ausführung von Aufgaben in der Cloud. Wie Anthropic in der offiziellen Ankündigung erklärt, werden sogenannte Agentic Loops künftig auf den Servern des Unternehmens ausgeführt, anstatt die Rechenleistung des lokalen Geräts zu beanspruchen. Dadurch können mehrstufige Arbeitsabläufe – etwa das nächtliche Zusammenfassen von E-Mail-Konversationen, die Analyse aktueller Branchennachrichten oder die Erstellung umfangreicher Briefing-Dokumente – auch dann weiterlaufen, wenn der Computer ausgeschaltet oder offline ist. Dank der geräteübergreifenden Synchronisierung lassen sich Workflows auf einem Desktop-PC starten, unterwegs auf dem Smartphone überwachen und anschließend auf jedem verbundenen Gerät nahtlos fortsetzen.
Nutzungsdaten zeigen den Fokus auf alltägliche Büroaufgaben
Parallel zur plattformübergreifenden Einführung hat Anthropic interne Daten veröffentlicht, die auf der Auswertung von 1,2 Millionen anonymisierten Sitzungen aus mehr als 600.000 Unternehmen basieren. Die Analyse soll zeigen, wie Claude Cowork in der Praxis eingesetzt wird. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, agentenbasierte KI richte sich in erster Linie an Softwareentwickler, entfielen lediglich 8,7 % aller aktiven Cowork-Sitzungen auf Programmieraufgaben. Mehr als 90 % der Nutzung konzentrierten sich stattdessen auf klassische Wissensarbeit.
Den größten Anteil machten alltägliche Verwaltungsaufgaben aus. Tätigkeiten wie der Abgleich von Ausgaben oder das Zusammenführen verstreuter Team-Updates zu einem einzigen Bericht machten 33,4 % der gesamten Arbeitslast aus. Es folgten allgemeine Schreib- und Content-Aufgaben mit einem Anteil von 16,4 %.
Trotz der neuen Web- und Mobiloberflächen bleiben einige Funktionen an die Desktop-Anwendung gebunden. Der Zugriff auf lokale Dateien sowie die Browsersteuerung setzen weiterhin voraus, dass die Claude-Desktop-App im Hintergrund ausgeführt wird. Für umfangreiche Workflows mit lokalen Dokumenten empfiehlt Anthropic daher, den Desktop-Client geöffnet zu lassen – selbst dann, wenn eine Aufgabe über das Smartphone oder den Browser gestartet oder überwacht wird.
Auch bei der Automatisierung setzt Anthropic auf zusätzliche Sicherheitsmechanismen. Erreicht Claude einen Schritt, der eine menschliche Entscheidung erfordert, oder steht der Versand einer E-Mail bevor, sendet die Plattform eine Benachrichtigung an das Smartphone des Nutzers und fordert eine ausdrückliche Bestätigung an. Dadurch soll verhindert werden, dass der KI-Agent eigenständig Aktionen mit realen Auswirkungen ausführt.











