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Android-Anrufererkennung gegen Betrug: Google nutzt RCS gegen KI-Scams

Googles Betrugsanruferkennung nutzt RCS, um gefälschte Anrufe auf Android-Geräten zu identifizieren und zu kennzeichnen
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Googles Betrugsanruferkennung nutzt RCS, um gefälschte Anrufe auf Android-Geräten zu identifizieren und zu kennzeichnen
Googles neue Android-Funktion zur Anruferkennung gegen Betrugsanrufe nutzt RCS, um Anrufe von Kontakten zu verifizieren und KI-gestützten Stimmklon-Betrug zu blockieren, bevor sie den Nutzer erreichen. Diese Funktion wird ab sofort für Android 12 und höhere Versionen ausgerollt.

Google hat Android um eine Funktion zur Erkennung gefälschter Anrufe erweitert. Diese neue Sicherheitsfunktion nutzt RCS, um zu überprüfen, ob ein Anruf von einem gespeicherten Kontakt tatsächlich von dessen Gerät stammt.

Die Funktion wurde am 2. Juni 2026 im Google Security Blog angekündigt und wird diesen Monat weltweit über Google Phone ausgerollt. Sie steht allen Geräten mit Android 12 und neuer zur Verfügung, beginnend mit der Pixel-Hardware. Diese neue Funktion umfasst unter anderem Funktionen zur Erkennung gefälschter Anrufe, RCS-basierte Anrufverifizierung sowie Schutz vor KI-gestütztem Stimmklon- und Deepfake-Betrug im Rahmen der Phone-by-Google-Sicherheitsfunktionen.

So funktioniert die Funktion

Der Schutz basiert auf einem unsichtbaren digitalen Handshake zwischen zwei Geräten. Wenn ein Kontakt anruft und beide Gesprächspartner Google Phone verwenden, sendet das Gerät des Anrufers ein verschlüsseltes Bestätigungssignal über RCS, um die Authentizität des Anrufs zu verifizieren. Fehlt dieses Signal – etwa bei gefälschten oder manipulierten Anrufen – versucht das System, das tatsächliche Gerät des Kontakts direkt zu erreichen. Bestätigt dieses, dass kein Anruf initiiert wurde, erscheint auf dem Bildschirm des Empfängers eine Warnung mit der Empfehlung, den Anruf zu beenden. 

Der gesamte Verifizierungsprozess läuft über eine Ende-zu-Ende-verschlüsselte RCS-Verbindung. Weder Audioinhalte noch Anrufdaten werden an Google-Server übertragen. Die Funktion ist standardmäßig aktiviert und erfordert keine Nutzerinteraktion. 

Die Funktion steht nur zur Verfügung, wenn sowohl Anrufer als auch Empfänger Google Phone verwenden. Laut Google ist dies bereits die Standard-Telefon-App auf den meisten Android-Geräten. Nutzer, deren Geräte eine andere Telefon-App vorinstalliert haben, können Google Phone aus dem Play Store installieren und als Standard-App festlegen, um den Schutz zu aktivieren. 

Nicht identisch mit Betrugserkennung

Die Erkennung gefälschter Anrufe ist unabhängig von Googles bestehender audiobasierter Betrugserkennung und sollte nicht mit dieser verwechselt werden. Die Betrugserkennung nutzt KI direkt auf dem Gerät, um Live-Anrufe zu analysieren und verdächtige Gesprächsmuster zu erkennen, etwa Druckausübung oder dringende Geldforderungen, wie sie bei Betrugsanrufen von unbekannten Nummern häufig vorkommen. Sie ist standardmäßig deaktiviert und greift ausschließlich bei Anrufen von Kontakten außerhalb des Adressbuchs.

Wobei diese Erkennung gefälschter Anrufe keine Audiodaten analysiert. Sie arbeitet auf Systemebene und verifiziert ausschließlich, ob ein Anruf, der scheinbar von einem gespeicherten Kontakt stammt, tatsächlich von dessen Gerät initiiert wurde. Die Funktion ist standardmäßig aktiviert und wurde speziell entwickelt, um das Spoofing von Telefonnummern aus dem eigenen Kontaktkreis zu verhindern. 

Die Bedrohung, gegen die sie sich richtet

Betrugsmaschen auf Basis von Identitätsfälschung haben sich weiterentwickelt, da immer mehr Nutzer Anrufe von unbekannten Nummern ignorieren. Angreifer leiten Anrufe daher über internetbasierte Dienste um, um vertraute Telefonnummern zu imitieren. Anschließend kommt häufig KI-gestütztes Stimmklonen zum Einsatz, um die Identität des Anrufers zusätzlich zu fälschen.

Der globale Bedrohungsbericht für Finanzbetrug von Interpol vom März 2026 identifizierte Identitätsbetrug als eine der Hauptursachen für weltweite Verluste von über 400 Milliarden US-Dollar (ca. 370 Milliarden Euro) im vergangenen Jahr. Die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) berichtete zudem, dass Identitätsdiebstahl allein im Jahr 2024 Schäden in Höhe von 2,95 Milliarden US-Dollar (ca. 2,72 Milliarden Euro) in den USA verursachte.

Google weist darauf hin, dass KI-basierte Audio-Deepfakes inzwischen so weit fortgeschritten sind, dass sie von den meisten Menschen nicht mehr zuverlässig von echten Stimmen unterschieden werden können. Daher reicht die bloße Manipulation von Telefonnummern nicht mehr aus, um moderne Betrugsversuche effektiv zu erkennen.

Googles verifizierte Finanzanrufe

Die Funktion zur Erkennung gefälschter Anrufe basiert auf Googles Einführung verifizierter Finanzanrufe Anfang 2026. Sie nutzt ein ähnliches Verfahren, um zu bestätigen, ob ein eingehender Anruf tatsächlich von der Bank des Nutzers stammt. Dabei werden die Anrufe mit installierten Banking-Apps abgeglichen, und Verbindungen, die die Verifizierung nicht bestehen, werden automatisch beendet.

Google gibt an, die Erkennung gefälschter Anrufe auf Grundlage des offenen RCS-Standards entwickelt zu haben, um App-Entwicklern und Geräteherstellern im gesamten Android-Ökosystem dieselbe Schutzfunktion bereitzustellen.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-06 > Android-Anrufererkennung gegen Betrug: Google nutzt RCS gegen KI-Scams
Autor: Darryl Linington,  3.06.2026 (Update:  3.06.2026)